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| 18:18 Uhr

Investition
Der Anfang vom Endspurt

Noch ist sie Baustelle, ab dem 1. September ist die neue Touristinfio offen für die Gäste der Stadt.
Noch ist sie Baustelle, ab dem 1. September ist die neue Touristinfio offen für die Gäste der Stadt. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Es bleibt noch knapp ein Monat Zeit, um die neue Touristinfo in Bad Muskau am Kirchplatz zu vollenden. Von Regina Weiß

Die neue Touristinfo in Bad Muskau hält die Tür schon mal ganz weit offen. Doch noch haben die Handwerker den Vortritt, wenn es um den Einlass geht. Denn auch wenn in dem alten Haus schon viel passiert ist, gibt es noch reichlich zu tun. „Es ist der Anfang vom Endspurt“, sagt Roland Ladusch, Leiter der Rauh-Damm-Stiller-Partner Planungsgesellschaft aus Weißwasser. Sie begleiten das Projekt von Anfang an. Vor wenigen Tagen fand die letzte große Bauberatung statt, um mit den Firmen die abschließenden Arbeiten zu besprechen und um festzulegen, wer sich mit wem nicht ins Gehege kommen soll. Da muss der Fliesenleger noch fertig werden, bevor die neue Sanitäreinrichtung eingebaut werden kann usw.

Im kleinsten Raum des Hauses drängen sich da schon mal fünf Personen. Gleich mal ein Testlauf für die Küche. Gerade wird festgelegt, wo welche Möbel eingebaut werden und wo der Kühlschrank stehen wird. Da wird klar, Steckdosen kann man nie genug haben. Der Raum daneben ist deutlich größer. Das war vor gut einem Jahr noch nicht so. Kleine Räumlichkeiten zeichneten das rund 200 Jahre alte Haus aus. So manches musste eingerissen und abgebaut werden, um Platz für Neues zu schaffen. So ist ein hausbreiter Besprechungs- und Ausstellungsraum entstanden. „Im Oktober wird hier der Gastgeberstammtisch das erste Mal stattfinden. Dann werden unsere Vermieter auch die Gelegenheit erhalten, sich hier im Haus umzusehen“, erklärt Dirk Eidtner in seiner Funktion als Geschäftsführer der Bad Muskau Touristik. Offiziell soll die neue Touristinfo am 1. September in Betrieb gehen. Ihre Einweihung ist Teil des Hortensienfestes.

Gebaut wird in dem Haus am Kirchplatz seit über einem Jahr. Im Juli 2017 konnte Richtfest gefeiert werden. Damals hatte man schon einige Überraschungen freigelegt. Nicht nur, dass das Gebäude – es war vorher Wohnhaus für eine Familie – knapp vier Jahre leer gestanden hatte, was ihm nicht gut bekam. Der Zahn der Zeit hatte an so manchem Holz genagt und Tür und Tor für Schädlinge geöffnet. Damals hieß es, 80 Prozent der Dachbalken waren hinüber. Dirk Eidtner ist sich sicher, wäre es nicht von der städtischen Tochtergesellschaft für die touristischen Zwecke erworben worden, wäre aus dem Haus am Parkeingang eine Ruine geworden.

Mittlerweile ist aus Altem neue Schönheit erwacht. Rote Ziegel liegen auf neuen Dachbalken. Die Fenster in den Gauben sowie im Erdgeschoss samt Zinkblech-Fensterbänken wurden in Absprache mit dem Denkmalschutz erneuert. Der vorderer Teil der Fassade strahlt schon in der neuen Farbe. Nur über sie selbst gehen die Meinungen etwas auseinander. Beige oder Gelb? Egal, schön hell.

Während noch gemalert wird, Fußboden ins Haus kommt und die Heizungen eingebaut werden – die Arbeiten werden zum Großteil von Firmen aus der unmittelbaren Region ausgeführt –, erfolgen im hinteren Bereich des Hauses noch Abrissarbeiten. In der Garage, die stehen bleibt, werden einmal die Leihfahrräder genügend Platz finden. Auch eine Elektroladestation für E-Bikes wird dort installiert, kündigt Dirk Eidtner an.

Ebenerdig und damit barrierefrei finden sich gleich nach dem Eingang des Hauses links der Beratungsraum für Touristen und rechts das Büro für die Mitarbeiter. Der Umzug aus dem jetzigen Domizil im Alten Schloss soll schrittweise erfolgen. Ab dem 20. August kommen die neuen Möbel.

Die neue Touristinfo wird dann rund 150 Quadratmeter Fläche habe. Diese wolle man auch dafür nutzen, den Gästen noch mehr Geschmack auf die Region zu machen. Faltenbogen, Seenland, die Parks der Region sollen zeigen, dass Bad Muskau mehr wert ist, als nur eine oder zwei Übernachtungen. Denn daran muss Bad Muskau arbeiten. Von 2,1 sank die Aufenthaltsdauer auf zwei Tage.

Übrigens werden auch die Außen­anlagen neu gestaltet. Den Auftrag dafür werden die Stadträte während der nächsten Sitzung des Technischen Ausschusses vergeben. Dieser Abschnitt wird durch das EU-Förderprojekt „Und in der Mitte fließt die Neiße – grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur und des kulturellen Angebotes in Bad Muskau und Trzebiel (Triebel)“ gefördert, während der Umbau des Hauses durch ein deutsch-tschechisches Projekt möglich war (siehe Info-Box).

Blick in den neuen Besprechungs- und Ausstellungsraum der Touristinfo.
Blick in den neuen Besprechungs- und Ausstellungsraum der Touristinfo. FOTO: Regina Weiß