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Endlich echte weiße Pracht

Impression vom Galgenkegeln beim Schneetreiben in Fellers Garten in Krauschwitz.
Impression vom Galgenkegeln beim Schneetreiben in Fellers Garten in Krauschwitz. FOTO: amz1
Krauschwitz. Das hat es noch nie gegeben: Erstmals zum traditionellen Schneetreiben im Eiszeitdorf Krauschwitz können die Protagonisten mit echtem Schnee aufwarten. Obwohl sich die weiße Pracht dank der Temperaturen von immerhin plus sieben Grad ziemlich wässrig präsentiert, haben die vielen großen und kleinen Gäste in Fellers Garten jede Menge Spaß. amz1

Denn die Organisatoren vom Eiszeitdorf lassen sich eine Menge einfallen.

Selbst drei Lausitzer Füchse werden herangeholt. "Wir unterstützen alle Veranstaltungen, bei denen Kinder Spaß haben", begründet Eishockey-Spieler Marius Schmidt sein Engagement. Gemeinsam mit Dennis Swinnen und Dennis Palka sorgt der Stürmer für Kurzweil. Natürlich wird auch so mancher Autogrammwunsch erfüllt.

Vor Ort in Fellers Garten sind auch die Kameraden der beiden Feuerwehren Krauschwitz-Ost und West. "Kugelrollen" ist angesagt. Durch einen rund fünf Meter langen Löschschlauch muss eine Kugel hindurch befördert werden. Diese wird allerdings eher geschoben, statt gerollt. Der stellvertretende Wehrleiter der Kameraden Ost, Frank Richter, nimmt dabei die Zeit. "Ein super Gaudi", bekennt der Floriansjünger.

Eigentlich gibt es an diesem sonnendurchfluteten Nachmittag in Fellers Garten nichts, was nicht möglich ist. Der vor vier Jahren vollendete Turm kann bestiegen werden. Dessen Hang lockt zum Rodeln. Es gibt Bogenschießen und Galgenkegeln. Und beim Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) können sich Wagemutige im Schneeschuhlaufen ausprobieren.

Vor Ort ist auch Fremdenführer Jürgen Siegemund. Es dürfte im Jahresverlauf kaum eine Woche geben, wo er mal nicht auf Achse im Muskauer Faltenbogen ist. Zwölf verschiedene Wanderungen bietet Siegemund an. Besonders nachgefragt seien Ausflüge in den polnischen Teil des Muskauer Parks sowie durch das Tal der Räderschnitza. Und er hat zum Schneetreiben noch etwas mitgebracht: "Der neue Kalender vom Faltenbogen ist jetzt endlich fertig." Wer will, könne sich ein Exemplar kostenfrei mitnehmen.

Für ganz Neugierige hält Peter Feller, dem der Eiszeitdorf-Garten gehört, eine besondere Überraschung parat. Nämlich einen echten Drachen. Das rund 2,25 Meter lange Tier habe der Garten- und Landschaftsbauer in den vergangenen Wochen aus Eichenholz zum Leben erweckt. Das grüne Unikum mit dem freundlichen Gesicht werde spätestens ab Anfang Mai seinen Platz am Hang einnehmen und dort das tun, was Drachen eben am besten können. Nämlich speien. Allerdings kein Feuer, sondern Wasser.

Die Besucher des mittlerweile siebten Schneetreibens zeigen sich mit den Angeboten mehr als zufrieden. "Wir sind schon in den vergangenen Jahren immer gern gekommen", sagt beispielsweise Katja Benz aus Krauschwitz. Gemeinsam mit den Kindern Fanni und Willi probiert die junge Mutter gleich mal das Galgenkegeln aus. Übrigens: Die Idee für diese originelle Anlage habe Peter Feller von einer Reise nach Tschechien mitgebracht. Dana Kipping ist mit Tochter Helena extra aus Berlin ins Eiszeitdorf gereist. "Als ehemalige Krauschwitzerin ist es schon fast ein Muss, zum Schneetreiben vorbeizukommen", erklärt die Hauptstädterin. Besonders der Rodelhang sei für Kinder attraktiv.

Indes haben die Protagonisten vom Eiszeitdorf in diesem Jahr noch eine Menge vor. Neben der traditionellen Meisterschaft im Drachengolf am Maifeiertag solle weiter mit Hochdruck an einem neuen Lehrpfad gearbeitet werden, kündigt Rolf Seilberger an. Die "Ton-Tour", die an einer alten Tongrube vorbeiführt, werde künftig die beiden bereits bestehenden Eiszeitpfade verbinden. Zunächst müsse Holz gefällt werden. Das solle zum Bau einer Benjeshecke verwandt werden. Wann der Pfad indes seine Einweihung erfährt, hänge vom Fortschrift der Arbeiten ab, so Rolf Seilberger.