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Endlich Baustart für die Villa Bellevue

Die Villa Bellevue wartet seit Längerem auf eine Schönheitskur. Gleich zu Beginn des neuen Jahres soll es losgehen.
Die Villa Bellevue wartet seit Längerem auf eine Schönheitskur. Gleich zu Beginn des neuen Jahres soll es losgehen. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Im Badepark in Bad Muskau wird 2017 das Baugeschehen noch mehr Fahrt aufnehmen. An mehreren Gebäuden wird dann gleichzeitig gebaut. Derweil steht auch bereits der erste Einweihungstermin genau fest. Regina Weiß

Baustelle Schlosspark war einmal. "Jetzt rückt der Badepark in den Fokus", sagt Norbert Seibt, Niederlassungsleiter Staatsbetrieb Immobilien- und Bauaufgaben (SIB), beim Pressegespräch nach der Stiftungsratssitzung am Donnerstag in Bad Muskau. Und im Badepark wird nicht gekleckert, sondern gleich geklotzt.

Nachdem mit dem Kuppelbau der Anfang gemacht worden war und auch die Sicherung der Villa Pückler im März abgeschlossen werden konnte, geht es nun in die Vollen.

Ein Sorgenkind

Endlich auch bei der Villa Bellevue. "Sie war und ist unser Sorgenkind", so Seibt. Eigentlich wollte man an dem Mehrfamilien-Wohngebäude schon begonnen haben, nachdem Ende 2015 das juristische Problem gelöst worden war. Eine Mietpartei hatte dort geklagt und wollte nicht ausziehen. Danach bremsten die Baupreise das Vorhaben aus. Sie waren erheblich zu teuer. Das erste Los für den Abbruch und den Rohbau lag 150 000 Euro über den geplanten Kosten. "Wir haben uns entschieden, neu auszuschreiben", erklärt Seibt. Das für das gleiche Jahr zu machen, habe keinen Sinn gehabt. Nun will man Anfang 2017 mit dem Bau beginnen. Die neuen Ergebnisse sind besser, aber auch noch zu teuer. Man müsse kämpfen, um beim Vorhaben im Plan zu bleiben. "Aber wir haben das Signal empfangen, dass wir anfangen sollen", so Seibt. Knapp eine Million Euro werden in das Gebäude investiert.

Im ersten Quartal 2018 sollen die Sanierung abgeschlossen und die Wohnungen fertig sein. "Schließlich geht es auch um Mieteinnahmen."

Wichtig für die Statik

In die Pückler-Villa, in deren Sicherung schon rund 250 000 Euro geflossen sind, und die "man nun wieder ohne Gefahr betreten kann", werden weitere 1,8 Millionen Euro investiert. Es geht um die Statik und die äußere Hülle. Die Gestaltung der Räume selbst bleibt damit allerdings noch außen vor, auch wenn das Konzept eines Ausstellungsplaners bereits vorliegt.

Schon gut voran geht die Verlängerung der Waldeisenbahnstrecke bis hinter das ehemalige Badehaus. Am 5. Mai 2017 soll dieses Bauvorhaben eingeweiht werden.

An einen Einweihungstermin ist beim Badehaus noch nicht zu denken. Der Verbinder, der sich an den bereits sanierten Kuppelbau anschließt, bekommt eine Schönheitskur. Dieses ist dem EU-Kooperationsprogramm Interreg Polen - Sachsen 2014-2020 zu verdanken. Rund 400 000 Euro werden in den Baukörper investiert.

Entstehen soll ein ordentlicher Empfangsbereich für die Gäste, die mit der Waldeisenbahn anreisen. Außerdem werden dort Toiletten geschaffen. Ein ganz wichtiges Unterfangen für den Tourismus. Wenn der Fördervertrag vorliegt, werden die nächsten Schritte abgestimmt, kündigt Seibt an.

"Wir werden also ein reges Treiben im Badepark haben", ist sich Seibt sicher. Hinzu kommen ja noch Versorgung- und Entsorgungsleitungen sowie die Erschließung des Areals.

Dies alles wird in der Nutzungskonzeption festgehalten, die noch mal angepackt und überarbeitet werden musste. Zum einen hätten sich einige Ausgangsdaten geändert, zum anderen habe dies auch die Denkmalbehörde gefordert.

Zum Thema:
Der Gesamtetat der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau umfasst im kommenden Jahr rund vier Millionen Euro. 2,5 Millionen fließen in Investitionen. Rund 200 000 Euro werden in den Bauunterhalt gesteckt. 700 000 Euro muss die Stiftung an Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Vermietungen etc. selbst erwirtschaften.Die Pückler-Villa - ein Gebäude, das aus der Zeit des Fürsten stammt - soll künftig eine Ausstellung über die Nil-Reise des damaligen Standesherrn beheimaten. Stiftungsdirektor Cord Panning verwies beim Pressegespräch darauf, dass man Dank der Forschungen und Reisen der Berliner Ethnologin Dr. Kerstin Volker-Saad "tolles, neues und exklusives Material hat", das dafür Verwendung finden soll. Volker-Saad sei auf den Spuren Pücklers bis in den Sudan gereist. Außerdem habe man einen Blick bis nach Äthopien, um den Sklavenweg von Machbuba nachverfolgen zu können. Machbuba, die Pückler 1840 nach Muskau mitbrachte, starb unweit der Villa-Pückler in der nicht mehr vorhandenen Rosenvilla.