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| 02:45 Uhr

Ende im Eisarena-Streit in Sicht

Die Eisarena in Weißwasser wurde am 23. August 2013 eingeweiht. Sie wird von den Profis des EHC und vom Füchse-Nachwuchs genutzt wie hier im Bild genutzt.
Die Eisarena in Weißwasser wurde am 23. August 2013 eingeweiht. Sie wird von den Profis des EHC und vom Füchse-Nachwuchs genutzt wie hier im Bild genutzt. FOTO: Schröder/LR
Weißwasser. Seit 2015 die Betreibung der Eisarena vom Eissportverein (ESW) an die Stadt ging, schwelt ein Konflikt zwischen Rathaus, Stadträten und Verein. Dieser soll endlich beigelegt werden, wie Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) während der Stadtratssitzung ankündigte. Christian Köhler

Worum geht es?
Der ESW übernahm die neue Arena 2013. Laut Betreibervertrag zwischen Stadt und Verein muss die Verwendung der städtischen Zuschüsse nachgewiesen werden. Der ESW sagt, das habe er im März 2015 getan. Kämmerer Rico Jung sagt, es fehlten noch Unterlagen.

Um welchen Zuschuss geht es?
Ende 2014 - kurz vor der Übernahme der Arena durch die Stadtverwaltung - meldete der ESW eine Zuschusserhöhung an. Die Stadt gewährte laut Kämmerer Rico Jung 26 500 Euro mehr.

Kontrollierten die Räte?
Im Januar 2015 beantragte Ronald Krause (SPD) Einsicht in die ESW-Konten, um die Verwendung der Zuschüsse zu ergründen. Zudem erklärte Jung damals, die Stadt könne die Eisarena günstiger betreiben. Im März 2015 trafen sich Steuerberater der Stadt, des Vereins, ESW-Vorstand und Kämmer er sowie Stadträte zur Einsicht. Ein Protokoll davon gibt es laut Pötzsch nicht. Aber: Wenn die Unterlagen nicht vorgelegen hätten, argumentierte Torsten Pötzsch, hätte die Akteneinsicht "nicht stattfinden können".

Warum ist das Thema dann noch auf der Tagesordnung?
Rico Jung erklärt bis heute, es fehlen noch Nachweise und Unterlagen.

Stimmt das?
Torsten Pötzsch widersprach dem am Mittwoch. Er habe sich den gesamten Schriftverkehr zwischen ESW und Stadt vorlegen lassen und durchgearbeitet: "Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Verantwortlichen des Eissports und ihr Steuerbüro alles dafür getan haben, damit die Übergabe vernünftig und vollständig abgeschlossen werden konnte." Der Eissport sei "entweder mit Vorsatz oder aus Unwissenheit verunglimpft worden", sagte Pötzsch. Laut OB seien sämtliche Unterlagen an die Verwaltung gegangen.

Was sagt Rico Jung dazu?
Es sei eine "legitime Frage", die Nachweise einzufordern. Jung räumte während der Ratssitzung ein: "Es kann sein, dass ich eine Email nicht erhalten habe". Im Rathaus seien schon öfters Mails verloren gegangen. "Das hätte man mir aber nach weiteren Anfragen meinerseits im vergangenen Jahr mitteilen können", so Jung. Dann wäre es nur eine Sache von "15 Minuten" gewesen, "mir die geforderten Unterlagen erneut zu senden."

Was sagen die Stadträte?
Timo Schutza (Klartext): "Sie hatten eine Vollmacht, Herr Jung, beim Steuerbüro alles einzusehen." Ronald Krause: "Wenn Sie alle Akten haben, Herr Pötzsch, komme ich morgen ins Rathaus zur Einsicht."

Wie geht es jetzt weiter?
"Wenn es zur Einsicht kommt, sollen alle Stadträte dabei sein", erklärte Torsten Pötzsch. Er wolle zunächst die Unterlagen von Rico Jung und seine übereinanderlegen. Sowohl die OB-Kandidaten Pötzsch und Jung als auch der ESW und die Räte wollen bei einer erneuten Einsicht den Streit um den Zuschussnachweis beenden.

Zum Thema:
Dem Betreiberwechsel vom ESW zur Stadt stimmte der Rat - gegen ein einziges Veto von Torsten Pötzsch - im September 2014 zu. Zunächst lag die Zuständigkeit dafür beim Referat Finanzen. Seit 1. Januar 2016 liegt die Verantwortung beim Referat des OB. Ende 2016 schätzte Rico Jung den städtischen Zuschuss der Eisarena für 2015 auf etwa 380 000 Euro.