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Eklat nach Sommerfest von OB-Kandidat Rico Jung

Aufsteller wie dieser beim Sommerfest des OB-Kandidaten Rico Jung zogen Debatten nach sich.
Aufsteller wie dieser beim Sommerfest des OB-Kandidaten Rico Jung zogen Debatten nach sich. FOTO: Jung
Weißwasser. Der freie Kandidat für den OB-Posten in Weißwasser, Rico Jung, hat am Sonntagnachmittag zu einem Sommerfest im Gartencenter Kaulfuß eingeladen. Nach eigenen Angaben seien circa 300 Besucher seiner Einladung gefolgt. Gabriela Nitsche

Am liebsten hätte Jung sein Fest im Volkshaus gefeiert, schreibt er. Die Wiederbelebung des Volkshauses zähle neben der Schaffung einer lebendigen Innenstadt und einer aktiven Wirtschaftsförderung zu den Kernthemen seines Wahlkampfes. In Jungs Pressemitteilung, in der er die tolle Stimmung schildert, heißt es unter anderem: "Die Rainbowkids vom TSC Kristall und die großen Funken aus Bad Muskau ,mussten ohne Volkshaus auf der Straße bzw. auf dem Parkplatz tanzen'" Dazu wurden Aufsteller (siehe Foto) bei den Auftritten aufgestellt.

Die Reaktion: Stadtvereinsvorsitzender Frank Schwarzkopf schickte eine Rund-Mail an Mitglieder, Stadträte und Abgeordnete von Land und Bund und weitere. Darin stellt er klar: "Als Stadtvereinsvorsitzender, der seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich in vielen Hunderten Stunden Freizeit mit dafür sorgt, dass sowohl unser Stadtchor nebst anderen Chören und Klangkörpern als auch viele unterschiedliche Sportvereine, darunter Tänzerinnen unseres TSC oder sogar Tänzerinnen der Funkengarde aus Bad Muskau, unter guten Verhältnissen und bei stabilen sowie sehr kulanten Nutzungsentgelten üben und trainieren können, bin ich empört darüber, wie tief man in seiner lügenhaften Argumentation zu sinken vermag. Niemand muss in Weißwasser auf der Straße singen oder tanzen und Zuspitzungen haben auch Grenzen, sei allen Ewiggestrigen gesagt." Jung entgegnete in seiner Antwort, die er der RUNDSCHAU zur Verfügung stellte, unter anderem, dass die Aufsteller im unmittelbaren Zusammenhang mit der Veranstaltung standen, "die tatsächlich auf der Straße stattfand. Wir tanzten und sangen dort auf der Straße und nicht im Volkshaus. Sehr gern hätte ich die Veranstaltung im Volkshaus durchgeführt, doch das ist bekanntlich seit Jahren geschlossen." Den Vorwurf des unfairen Wahlkampfes gab Jung zurück. Schwarzkopf wiederum entgegnete wiederholt: "Niemand muss in Weißwasser auf der Straße singen oder tanzen, weil das Volkshaus geschlossen ist. Das ist und bleibt die Wahrheit." Weiter heißt es: "Jahrelang haben sich andere intensiv, meist im Stillen, um eine tragfähige Lösung für das Volkshaus bemüht und tuen dies immer noch ohne politischen Hintergedanken. Akzeptabel, wenn Sie jetzt mit ,auf diesen Zug gesprungen sind', bitte aber nicht mit Unwahrheiten argumentieren."

Indes hat sich der Stadtchor Weißwasser auf Facebook geäußert und stellt fest: "Es ist durchaus nicht so, dass das Vereinsleben in Weißwasser mit dem Volkshaus steht und fällt. Es gibt genügend Alternativen."