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| 17:10 Uhr

Eiszeitdorf Krauschwitz
Großer Rodelspaß auch bei 15 Grad plus

 Der fünfjährige Andy reißt begeistert die Arme hoch. Die textile Rodelbahn ist genau sein Ding. 
Der fünfjährige Andy reißt begeistert die Arme hoch. Die textile Rodelbahn ist genau sein Ding.  FOTO: Ingolf Tschätsch
Krauschwitz. Das Eiszeitdorf Krauschwitz präsentierte sich am Sonnabend wieder öffentlichkeitswirksam - auch ohne Schnee und Frost. Im Gartenpark Feller herrschte reges Treiben. Von Ingolf Tschätsch

 Die Sonne lacht vom Himmel, das Thermometer zeigt 15 Grad plus. Da müssen sich die Organisatoren der beliebten winterlichen Veranstaltung mit dem Namen „Schneetreiben“ aber mächtig verkalkuliert haben?

Schließlich herrschte Vorfrühling statt weißer Pracht. Die Lösung: Streicht man in dem Wort „Schneetreiben“ ganz einfach den Schnee, dann trifft es haargenau die Situation, die man am vergangenen Sonnabendnachmittag im Gartenpark von Peter und Rosi Feller in Krauschwitz vorgefunden hat -  Treiben, noch dazu ein sehr reges. Will heißen, das neunte Highlight des Arbeitskreises Eiszeitdorf Krauschwitz muss nicht wegen des Wetters ausfallen. Rolf Seilberger und seine Mitstreiter haben rechtzeitig vorgesorgt, damit das Ganze auch ohne Schnee funktioniert.

Die Lösung ist eine neue Attraktion bei Fellers, die an diesem Tag ihre Premiere erlebt. Textile Matten, zwei Meter breit, auf einer Länge von 30 Metern verlegt - eine Rodelbahn auf textilem Untergrund anstatt auf Schnee. Rund 6500 Euro habe die neue Anschaffung mitsamt der dazugehörigen Rodelreifen gekostet, erzählt Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler).  „Dafür haben wir die EU-Förderung, genauer gesagt das Interreg-Projekt ,Abenteuer Neiße´, genutzt, dessen vierte Etappe gegenwärtig läuft“,  so das Gemeindeoberhaupt. Heute ist sozusagen der Test, bevor die Reifenrutsche im Sommer neben dem Kletterfelsen im Helmut-Just-Stadion in Krauschwitz installiert werden soll.

Der Neuerwerb wird rege genutzt. Gerade probiert der erst fünfjährige Andy die Bahn aus. Der Junge ist begeistert, reißt unten am Ziel freudestrahlend die Arme hoch. Mutti Anja beobachtet das Geschehen. „Wir sind aus Görlitz, haben aus der Zeitung von der Veranstaltung hier erfahren. Eine interessante Anlage“, meint sie zu dem Gelände, das immerhin 20 000 Quadratmeter umfasst und mit seinen Attraktionen das ganze Herzblut von Rosi und Peter Feller bedeuten. Der umtriebige 76-Jährige kutschiert gerade mit seinem Minitraktor Kinder durch den Gartenpark. Opa Waldemar ist mit Andy und seiner Mutti mit nach Krauschwitz gekommen. Er lässt es sich nicht nehmen, auch mal hinunter zu rodeln. Super! Schließlich soll die Bahn Groß und Klein Spaß machen.

 Opa Waldemar ist genauso wie sein Enkel Andy von der neuen Attraktion im Gartenpark Feller angetan.
Opa Waldemar ist genauso wie sein Enkel Andy von der neuen Attraktion im Gartenpark Feller angetan. FOTO: Ingolf Tschätsch

Man will es nicht glauben, aber die Eiszeitdörfler haben sogar an richtigen Schnee gedacht. „Den haben wir heute früh aus der Eishalle in Weißwasser geholt. Er ist sozusagen das Gewinnereis von Freitag, denn unsere Lausitzer Füchse haben wieder gesiegt“, meint Rüdiger Mönch lachend. Die hiesigen Cracks hatten bekanntlich die Heilbronner Falken mit 3:2 bezwungen. Die weiße Pracht wurde dazu genutzt, eine 20 Meter lange Bahn für den Schneeschuhlauf anzulegen. Marlin will die mal testen, richtig nach Zeit. 14,5 Sekunden stoppt Mönch für den achtjährigen Jungen aus Holtendorf bei Görlitz. „Marlin hat jetzt Winterferien und uns in Weißkeißel besucht“, erzählt Oma Kathrin Preißner. Sie wollte sich mit ihrem Mann Rüdiger und dem Enkel dieses Krauschwitzer „Schneetreiben“ nicht entgegen lassen.

Immer neue Besucher strömen in den Gartenpark. „Schon über 130“, meint Peter Feller. Da sind erst anderthalb Stunden nach der Eröffnung vergangen. An den verschiedenen Mitmach-Stationen wie Drachenkegeln und Torzielschießen drängen sich die Leute. Auch die Feuerwehr ist mit ihrer Technik präsent. Rolf Seilberger ruft mit lauter Stimme über das Gelände, dass in Kürze die Wanderung zum Drachenberg beginnt. Das Eiszeitdorf Krauschwitz hat sich stark in Szene gesetzt - auch ohne Schnee und Frost.

 Marlin probiert sich beim Schneeschuhlaufen aus. Die weiße Pracht für die Bahn wurde extra aus der Eishalle der Lausitzer Füchse geholt.
Marlin probiert sich beim Schneeschuhlaufen aus. Die weiße Pracht für die Bahn wurde extra aus der Eishalle der Lausitzer Füchse geholt. FOTO: Ingolf Tschätsch