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| 13:24 Uhr

Hockeytown Weißwasser
Eisarena Weißwasser wird Wee-Arena

 So könnte künftig der Eingang der Eisarena in Weißwasser aussehen.
So könnte künftig der Eingang der Eisarena in Weißwasser aussehen. FOTO: Christian Köhler/wee
Weißwasser. Die Namensrechte der Eisarena in Weißwasser sind verkauft. Das Schweizer Bezahlsystem „wee“ hat sie erworben. Insgesamt fließen 800 000 Euro in die Lausitz. Von Christian Köhler

Schon im Mai hat Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) verkündet: „Wir sind seit Jahren unterwegs, um die Namensrechte für die Eisarena zu vermarkten.“ Nun ist der Vertrag mit dem Interessenten unter Dach und Fach. Die Eisarena in Weißwasser wird zur „Wee-Arena“. Mehr noch: In die Lausitz investiert das Schweizer Unternehmen rund 800 000 Euro.

Startpunkt für Lausitzer Markteintritt ist Weißwasser

„In der vom Strukturwandel geprägten Oberlausitz – mit Fokus auf Weißwasser – findet ein strategisch angelegter Innovationsschub statt“, erklärt Wee-Sprecher Tilmann Meuser. Ähnlich wie andernorts, etwa in Bad Tölz, werden Stadt, Einzelhandel, der DEL 2-Club Lausitzer Füchse und ausgewählte Tourismusmagneten vom Engagement der Schweizer „Wee“-Gruppe profitieren, kündigt das Unternehmen an.

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch freut sich auf die Zusammenarbeit und die unerwartete Finanzspritze, die sich aus der Vergabe der Namensrechte an „Wee“ für Weißwasser ergibt. „Uns war mit dem Beginn der Gespräche klar, dass wir im harten Wettbewerb zu anderen europäischen Regionen stehen. Umso mehr freuen wir uns über den Zuschlag für Weißwasser und die Oberlausitz“, erklärt er.

Viel Geld fließt nach Weißwasser

Tatsächlich ist vereinbart, dass die Stadt für 2019 ganze 30 000 Euro überwiesen bekommt, ab 2020 bis 2023 dann jährlich 60 000 Euro. 2024 werden es noch einmal 30 000 Euro sein, kündigt Torsten Pötzsch an. Der Fünfjahres-Vertrag enthält eine Option auf eine Verlängerung. Dem Engagement von „Wee“ hat der Stadtrat im Mai zugestimmt. „Desweiteren werden in Soft- und Hardware in unserer Stadt Investitionen von 100 000 Euro getätigt“, so der OB während der Ratssitzung am Mittwochabend. Gemeint sind dabei Kassensysteme für beispielsweise die Schwimmhalle, Eisarena, den Muskauer Park und die Waldeisenbahn Muskau, die in die Infrastruktur von „Wee“ integriert und miteinander vernetzt werden.

Den Deal vorangetrieben hat Mirko Scheffler mit dem Lausitzer Regionalteam der in Luxemburg beheimateten MPM Group AG. Der gebürtige Erzgebirgler und Verwaltungsratsvorsitzende des europaweit aktiven Vertriebsunternehmens sagt zu den Investitionen: „Unser Produktgeber, die Schweizer weeConomy AG, möchte hier ungefähr 800 000 Euro investieren.“

„Es wird auch eine Videowand in Weißwasser aufgestellt“, erklärt Weißwassers Oberbürgermeister. Das hatte die Stadtverwaltung bereits 2016 vor, allerdings dafür im Stadtrat keine Mehrheit bekommen. Nun werde „Wee“ das übernehmen. „An zentraler Stelle“, so Tilmann Meuser, soll die Led-Tafel aufgestellt werden. 2016 war geplant, diese an der Berliner Kreuzung in Weißwasser aufzustellen.

Weitere Investitionen in die Stadt und ins Umland

Das Unternehmen „Wee“ selbst stellt für die Stadt Weißwasser ein Bezahlsystem zur Verfügung, was nicht nur in der Eisarena, sondern auch bei ortsansässigen Einzelhändlern sowie in städtischen Einrichtunge zur Anwendung kommt. Benötigt wird dafür eine „Wee“-App oder eine „Wee“-Card. Konsumenten erhalten bei angeschlossenen Händlern bis zu zehn Prozent Rabatt in Form von sogenannten „wee“. Dabei entspricht ein „wee“ einem Euro. Die gesammelten „wee“ können einerseits auf ein eigenes Girokonto ausgezahlt werden. Gesammelt werden die „wee“ auf der Karte oder in der App.

Ein Einzelhändler in Weißwasser, Rico Ritter, hat das Bezahlsystem bereits. Wer bei ihm einkauft und „Wee“ nutzt, erhält nicht nur Rabatte, sondern er kann mit seinem „wee“-Guthaben auch den Eintritt zu DEL 2-Spielen bezahlen. Im Eistadion könnte perspektivisch darüber hinaus mit der Karte oder App bargeldlos Essen und Getränke kaufen oder im Fanshop damit eingekaufen.

Vorbild ist Bad Tölz und die Tölzer Löwen

In Bad Tölz, wo „Wee“ bereits seit zwei Jahren Sponsor und Namensgeber des Eisstadions und Clubs ist, ist das System bereits getestet worden. Dort ist das Bargeld schon fast aus dem Stadion verschwunden. „Wee“-Gründer Cengiz Ehliz, gebürtiger Bad Tölzer, hat vergangene Woche zudem einen Vertrag mit Shenzhen, einer chinesischen Stadt mit 14 Millionen Einwohner, ratifiziert. Man wolle weltweit investieren, heißt es vom Unternehmen.

Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach, der auch für Klartext im Stadtrat Weißwasser sitzt, hat für die Weißwasseraner den ersten Kontakt zu „Wee“ hergestellt. „Ich freue mich, dass es nun geklappt hat“, sagt er. Inwiefern auch die Lausitzer Füchse von dem Schweizer Unternehmen profitieren, werde allerdings noch verhandelt. Wee-Sprecher Tilmann Meuser erklärt unterdessen: „Perspektivisch werden wir uns von Weißwasser aus in der ganzen Lausitz engagieren.“