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| 15:56 Uhr

Aus dem Stadtrat Weißwasser
Beim Saubermachen geht’s ums Geld

 Bislang sind die Reinigungsleistungen der Eisarena in Weißwasser nicht genau geklärt gewesen.
Bislang sind die Reinigungsleistungen der Eisarena in Weißwasser nicht genau geklärt gewesen. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Weißwasser gibt 115 000 Euro für Reinigung der Eisarena bis 2022 aus. Werden die Kosten auf Nutzer umgelegt? Von Christian Köhler

Zum Eishockey gehen nicht nur die Weißwasseraner gern. Auch von anderswo aus der Lausitz kommen die Fans in Scharen. Die hinterlassen aber auch jede Menge Müll – und das nicht nur bei den Spielen der Lausitzer Füchse.

Der Weißwasseraner Stadtrat hat nun nach längerer, zum Teil emotional geführter Diskussion die Reinung der Eisarena neu vergeben. Mit dem vorherigen Dienstleister habe es nach RUNDSCHAU-Informationen diverse Unstimmigkeiten gegeben. Beauftragt ab dem 1. Juli ist das Unternehmen Kehl aus Senftenberg, was für 115 000 Euro bis Ende Juni 2022 die Eisarena regelmäßig reinigen soll. Die Senftenberger hatten von zwei Angeboten – ein drittes musste laut Hauptamtsleiter Dietmar Lissina ausgeschlossen werden – das wirtschaftlichste abgegeben. Es liegt dennoch mit rund zehn Prozent über den kalkulierten Kosten von 20 000 Euro pro Jahr.

Vertrag nicht eindeutig mit vorherigem Dienstleister

Neuvergeben werden musste die Leistung, weil sich die AG Eisarena – ein Gremium bestehend aus Stadtverwaltung, Räten und Vereinen, die die Arena nutzen – darauf verständigt hatten. „Außerdem ist mit dem vorigen Auftragnehmer vertraglich nicht eindeutig geklärt gewesen, was alles zu reinigen ist“, erklärt Lissina. Immer wieder sei es zu Reibereien gekommen, wer für was verantwortlich ist.

Davon berichtet unter anderem Klartext-Stadtrat Dirk Rohrbach, der gleichzeitig Geschäftsführer der Lausitzer Füchse ist. „Wir bekommen fast bei jedem Heimspiel Beschwerden, weil der Zuschauerrang vermüllt und dreckig ist“, berichtet er. Das, so mutmaßt er, liege an den Vorspielen, die zum Teil von anderen Vereinen wie auch dem Nachwuchs bestritten werden. Verantwortlich für die Reinigung ist dabei die Stadt bzw. ihr Auftragnehmer.

„Nach dem Profi-Spiel lassen die Füchse reinigen“, erklärt Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Er verweist zudem darauf, dass die Stadtverwaltung als Eigentümer der Halle gehandelt habe und Absperrungen errichtet hat. Damit soll verhindert werden, dass bei Nachwuchsspielen des Eissports Weißwasser (ESW) oder anderer Vereine die komplette Arena von den Zuschauern genutzt werden kann. Schließlich sei die Halle da nie ausverkauft.

Absperrungen auf den Rängen bringen nur zum Teil etwas

Detlef Wolsch (Klartext), der ebenfalls im ESW-Vorstand ist, berichtet aber davon, dass „sich einige Zuschauer nicht an die Absperrungen halten, die Füße auf die Sitze legen und ihre Getränke fallen lassen“. Wolsch ärgert, „dass die Stadt als Eigentümerin dann nicht das Hausrecht durchsetzt“, sondern oftmals die Eismeister allein lasse und sie es letztlich sind, die auf Fehlverhalten aufmerksam machten. „Die Ordnung muss der Betreiber durchsetzen“, argumentiert Detlef Wolsch. Zudem sei seiner Ansicht nach das Angebot viel zu teuer. „Wo kommt das Geld für die Mehrausgabe her?“, fragt er. Es könne doch nicht eine Vergabe erfolgen, ohne dass man sich auf jene Kostenschätzung beruft. Er beantragt, die Vergabe zu vertagen.

OB Pötzsch verweist darauf, dass „die Polizei wohl kaum ausrückt, weil irgendjemand sein Müll nicht wegräumt“. Ferner habe der ESW nur mangelhaft die Kabinen gereinigt. Dietmar Lissina erläutert, dass die vorherige Kalkulation nur eine „Orientierung“ sei, „und wenn wir nicht vergeben, stehen wir in der nächsten Saison ohne Reinigung da“.

Stadt reinigt nicht selbst

Kathrin Jung (SPD) indes fragt, warum die Reinigung nicht durch die Stadt vorgenommen werde. Immerhin „haben wir im Sparkonzept vereinbart, dass manche Dienstleistung durch eigenes Personal günstiger zu haben sind als durch Fremdfirmen“. Ferner fragt sie, „ob die Kosten auf die Nutzer umgelegt werden können“. Torsten Pötzsch entgegnet, „dass wir die Personalkosten ohnehin schon im Nacken haben“. Man wolle dies nochmals prüfen.

Der Antrag von Detlef Wolsch, die Vergabe abzuheben, ist mehrheitlich abgelehnt worden. Bei drei Enthaltungen, Nein-Stimmen von Detlef Wolsch und Bernd Frommelt (KJiK) ist die Vergabe an die Firma Kehl aus Senftenberg schließlich mehrheitlich bei 16 Ja-Stimmen erfolgt.