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| 02:44 Uhr

Einwohnerzahl sinkt, aber Verwaltungsumlage steigt

Trebendorf/Groß Düben. Nach dem jetzigen Stand der Dinge muss Schleife die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft ab Januar erhöhen. Darüber informierte Kämmerin Carmen Petrick jetzt die Mitgliedsgemeinden. In Groß Düben regte sich Argwohn. Gabi Nitsche

Voraussichtlich 160 Euro pro Einwohner müssen die Kommunen Groß Düben, Trebendorf und Schleife 2017 an Umlage zahlen. Denn die Verwaltungsarbeit für diese wird in Schleife erledigt. Gegenüber 2016 sind es vier Euro mehr pro Kopf. Eine Ursache sei die von 4707 auf 4650 reduzierte Einwohnerzahl. Eine weitere sind laut Kämmerin Carmen Petrick die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst. Diese treiben die Ausgaben in die Höhe, obwohl Schleife Personal reduziert habe.

Die Trebendorfer schluckten die bittere Pille, akzeptierten die Erklärung. Ganz anders lief es während der Ratssitzung in Groß Düben. Bürgermeister Helmut Krautz (parteilos) sieht dringenden Redebedarf. Er kritisierte, dass er keine richtige Auskunft über die Struktur in der Schleifer Verwaltung erhalte, obwohl er schon mehrmals danach gefragt habe. Denn seiner Meinung nach wären dort mehr Mitarbeiter beschäftigt, als vorgesehen sind. Die Kämmerin sagte dazu, sie habe das schon mehrmals erläutert: Dabei handelt es sich um Kollegen, die von einem anderen Unternehmen bezahlt werden (Stichwort Bergbau). Außerdem: "Wir haben Kürzungen vorgenommen, Stunden reduziert, und trotzdem gibt es keine Einsparungen. Die werden durch Tariferhöhungen ausgehebelt." Schleife sei dabei, die Personalstruktur zu aktualisieren. Doch zurzeit werde noch geprüft, ob diese ab Januar greift. Auch eine Personalversammlung stehe noch aus. Deswegen könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zu diesem Thema sagen.

Ratsmitglied Heinz Grosa aus Groß Düben forderte lautstark, dass es so nicht weiter gehen könne und dass die Gemeindeverwaltung Schleife endlich "rationalisieren" müsse. Carmen Petrick wehrte die Kritik ab und nannte all das bereits Gesagte noch einmal. Auch Bauamtsleiter Steffen Seidlich machte deutlich, was drei Mitarbeiter allein in der Bauverwaltung an Großprojekten zu stemmen hätten. Die Zeiten hätten sich völlig geändert und seien nicht vergleichbar mit jenen, als Helmut Krautz selbst noch in der Bauverwaltung tätig war. Und damals hätte dieser noch nicht einmal alles geschafft, entgegnete die Kämmerin erregt.

Doch selbst Fraktionskollegin Ires Fercho konnte Grosa nicht überzeugen, als sie zu ihm sagte: "Du kannst eine Kommune nicht mit einem Betrieb vergleichen."