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| 17:16 Uhr

Polizei
Auf einem Geflügelhof illegal beschäftigt bis hin zu einem Drängler auf der A 4

Auf dem Parkplatz An der Neiße an der A 4 überprüften die Einsatzkräfte in Summe knapp 1750 Fahrzeuge und etwa 4700 Personen. Dabei registrierten sie 24 Straftaten.
Auf dem Parkplatz An der Neiße an der A 4 überprüften die Einsatzkräfte in Summe knapp 1750 Fahrzeuge und etwa 4700 Personen. Dabei registrierten sie 24 Straftaten. FOTO: Polizei
Görlitz. Polizei, Bundespolizei und Zoll sind gemeinsam in einem dreitägigen Einsatz, um grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen. Dabei klicken auch Handschellen.

Am Donnerstagnachmittag haben Polizei, Bundespolizei und Zoll am Autobahngrenzübergang zur polnischen Republik bei Görlitz gemeinsame dreitägige Kontrollen beendet. In Summe waren rund 240 Beamte im Einsatz.

Auf dem Parkplatz An der Neiße an der BAB 4 überprüften die Einsatzkräfte knapp 1750 Fahrzeuge und etwa 4700 Personen. Dabei registrierten sie 24 Straftaten, davon in 17 Fällen Personen, welche sich illegal im Bundesgebiet aufhielten. Die Beamten stellten zudem drei Männer fest, die bereits per Haftbefehl gesucht wurden.

Wie die Polizeidirektion Görlitz weiter informiert, sind auch rund 170 Ordnungswidrigkeiten Ergebnis der Kontrollen. Dabei handelte es sich zumeist um Geschwindigkeitsverstöße.

In der Nacht zu Mittwoch waren die sächsischen Polizisten, Zöllner und Bundespolizisten verstärkt mobil auf der vielbefahrenen Autobahn im Einsatz. Sie lotsten einzelne Fahrzeuge aus dem fließenden Verkehr zur Kontrolle auf den gut ausgebauten Parkplatz an der ehemaligen Grenzabfertigungsstelle. Ab Mittwochmorgen wurde dann der gesamte Fahrverkehr der BAB 4 in Fahrtrichtung polnische Republik über den Rastplatz geführt. Hier selektieren die Kontrollkräfte dann einzelne Fahrzeuge und untersuchten sie genau.

Bereits im Vorfeld hatte eine Streife ein automatisiertes Kennzeichenerkennungssystem (AKES) an der Autobahn postiert, um in den Fahndungssystemen enthaltene Kennzeichen frühzeitig zu erkennen und die betreffenden Fahrzeuge gezielt zur Kontrollstelle zu lotsen.

Um längere Staus zu vermeiden, wurde die Vollsperrung der Autobahn in den Hauptverkehrszeiten temporär unterbrochen.

Die drei Dienststellen nutzten die Synergieeffekte der gemeinsam betriebenen Kontrollstelle. Arbeitsteilig lag der Fokus auf der Fahndung nach Personen, der Aufklärung von Eigentumsdelikten, der Sicherstellung etwaigen Diebesgutes, der Suche nach Rauschgift oder Schmuggelware und der Verhinderung unerlaubter Migration. Der Zoll unterstützte die Kontrollen unter anderem durch den Einsatz von Röntgentechnik. Die Beamten durchleuchteten mithilfe eines Röntgentrucks ganze Sattelzüge schnell und effizient. Dadurch wurde sichergestellt, dass sich im Fahrzeuginneren weder Schmuggel- noch Diebesgut befand, wie es in der Polizeimeldung heißt.

So kontrollierten unter anderem Bundespolizisten einen Kleintransporter, mit dem acht ukrainische Staatsbürger augenscheinlich auf dem Weg in ihre Heimat waren. Die Beamten fanden heraus, dass die Acht vermutlich illegal auf einem Geflügelhof beschäftigt wurden.
Unter anderem schlug das automatisierte Kennzeichenerkennungs-system (AKES) bei einem in Polen zugelassenen Sattelzug an. Nach dem Gespann fahndete die polnische Polizei, weil es gestohlen worden war. Eine Streife erklärte dem 31-jährigen Fahrer die Situation, er wusste von der Tat augenscheinlich nichts. „Doch es half nichts, die Polizisten stellten den Mercedes samt Auflieger und Ladung sicher“, so Polizeisprecher Thomas Knaup.

Eine Dash-Cam half bei der Aufklärung einer anderen Straftat. Ein 45-jähriger BMW-Fahrer wandte sich Hilfe suchend an die Beamten, weil er auf den zurückliegenden 50 Kilometern seit dem Burkauer Berg immer wieder von einem in Polen zugelassenen VW Caddy bedrängt wurde. Die Beamten sichteten das Videomaterial. Dem 37-jährigen VW-Fahrer half keine Ausrede. Er hatte den BMW mehrfach überholt und dann ausgebremst. Der Ermittlungsdienst der Verkehrspolizeiinspektion ermittelt zu der Gefährdung des Straßenverkehrs.

Eine gemeinsame Streife des polnischen Grenzschutzes und der Bundespolizei nahm am Mittwochabend den Fahrer eines in Polen zugelassenen Kleintransporters fest. Der 47-Jährigen war europaweit zur Festnahme und Auslieferung nach Polen ausgeschrieben gewesen. Ihm werden mehrere Eigentums,- Betrugs- und Fälschungsdelikte vorgeworfen.

Am frühen Donnerstagmorgen kontrollierte eine Streife der Bundespolizei einen 42-jährigen Mann. Gegen ihn bestand ein Vollstreckungshaftbefehl, da er eine gerichtlich verhängte Geldstrafe von rund 1600 Euro bisher nicht beglichen hatte. „Die Polizisten erklärten ihm seine Lage, es drohte die sofortige Verhaftung. Der Betroffene bezahlte jedoch an Ort und Stelle seine Schulden, damit war die Angelegenheit erledigt“, so Thomas Knaup.

Ein weiterer Fall: Die Einsatzkräfte stoppten einen in Polen zugelassenen Mercedes Sprinter. Der 45-jährige Fahrer transportierte zwölf teils fabrikneue Stoßfänger. Woher er die Bauteile hatte, konnte er nicht glaubhaft erklären. Daher nahmen die Beamten den Mann vorläufig fest und stellten das mutmaßliche Diebesgut sicher.

Donnerstagvormittag setzte eine Streife einem Kleintransporter nach, der an der Anschlussstelle Görlitz ab- und auf der B 115 weiter in Richtung Kodersdorf gefahren war. Die Polizisten stoppten den in Polen zugelassenen Wagen und kontrollierten die fünf Insassen. Dabei fiel auf, dass ein 32-Jähriger von der polnischen Justiz bereits per Haftbefehl gesucht wurde. Hier klickten die Handschellen an Ort und Stelle.

Wenig später schlug erneut das AKES Alarm. Ein in Polen zugelassener Ford Mondeo geriet in den Fokus der Beamten. Der 56-jährige Lenker war nicht mehr im Besitz einer Fahrerlaubnis. Eine Streife stoppte den Wagen an der Kontrollstelle, untersagte dem Mann die Weiterfahrt und leitete ein Strafverfahren ein.

Das Fazit des Kontrolleinsatzes laut Polizei und Zoll: Die Vielzahl der Feststellungen zeigt, dass gemeinsame Kontrollen der sächsischen Polizei, der Bundespolizei und des Zolls im grenznahen Raum ein probates Mittel sind, um der grenzüberschreitenden Kriminalität in seinen unterschiedlichen Facetten wirkungsvoll entgegenzutreten.

Die Polizeidirektion Görlitz, die Bundespolizeiinspektionen Ludwigsdorf und Ebersbach sowie das Hauptzollamt Dresden werden ihre gemeinsamen Kontrollen im grenznahen Raum zur polnischen und tschechischen Republik auch in den kommenden Monaten fortsetzen.

Für die Polizei- und Zollkontroelle war das Tempo vor dem Rastplatz An der Neiße beschränkt worden, um die Einsatzkräfte zu schützen und Auffahrunfälle zu vermeieden. Daher waren zur Vorwarnung der Kraftfahrer auch das Technische Hilfswerk mit den Ortsgruppen Görlitz und Bautzen in den Einsatz invorlviert.
Für die Polizei- und Zollkontroelle war das Tempo vor dem Rastplatz An der Neiße beschränkt worden, um die Einsatzkräfte zu schützen und Auffahrunfälle zu vermeieden. Daher waren zur Vorwarnung der Kraftfahrer auch das Technische Hilfswerk mit den Ortsgruppen Görlitz und Bautzen in den Einsatz invorlviert. FOTO: Polizei