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| 02:47 Uhr

"Eingetragen, mitgemacht, dabeigeblieben"

Manuela Mohr präsentiert hier ihr Lieblingsbild, das im Dunkeln sogar leuchten soll. Das Gesicht gibt es nicht wirklich, es handelt sich um ein reines Fantasiemotiv.
Manuela Mohr präsentiert hier ihr Lieblingsbild, das im Dunkeln sogar leuchten soll. Das Gesicht gibt es nicht wirklich, es handelt sich um ein reines Fantasiemotiv. FOTO: amz1
Schleife. Aus allen Nähten geplatzt ist das Sorbische Kulturzentrum Schleife (SKC) am Freitagabend. Kaum eine Stecknadel hätte zu Boden fallen können, so dicht an dicht standen die Besucher der neuen Ausstellung "Meine ersten Schritte". amz1

Die Weißwasseraner Malerin Manuela Mohr präsentiert 40 ihrer Werke in der Begegnungsstätte. Weitere 20 Bilder können in einem separaten Katalog eingesehen werden.

Was Mohr zu Papier beziehungsweise auf die Leinwand gebracht hat? Das Repertoire reicht von Naturmotiven, etwa einem Igel und einem Eichhörnchen, über Stillleben, erotische Szenen bis zu diversen Gesichtern. "Manche gibt es wirklich, andere entspringen meiner Fantasie", sagt die Künstlerin. Und da wären noch die "ersten Schritte", die der Ausstellung ihren Namen geben. Die Inspiration für dieses Motiv, so berichtet Manuela Mohr, habe ihr die Enkeltochter gegeben. Deren winzige Füßchen werden durch die Hand der Mutter oder des Vaters behutsam gehalten.

Ihr Ziel hat die Malerin jedenfalls geschafft, wenn auch ziemlich knapp. Nämlich die erste eigene Ausstellung noch vor ihrem 50. Geburtstag. Dieses Jubiläum steht nun in der zweiten Augustwoche an. Begonnen habe das Abenteuer Malen bereits im Kindesalter, erinnert sich Manuela Mohr. Später sei das Hobby aufgrund der Arbeit in den Hintergrund geraten. Doch im Jahr 2010 begann die Weißwasseranerin erneut, Bleistift, Pinsel und Farbe hervorzuholen. Oder wie es ihr Lehrer Jörg Tausch von der örtlichen Volkshochschule ausdrückt: "Eingetragen, mitgemacht, dabeigeblieben".

Der Pädagoge, der selbst als Künstler tätig ist, habe beizeiten das besondere Talent Mohrs erkannt und zielstrebig gefördert. Einzelne Bilder Mohrs wurden bereits in der Weißwasseraner Galerie in der Schmiedestraße, im Krankenhaus, der Volkshochschule und in der Sparkasse ausgestellt. Darüber hinaus fanden zwei Aquarelle den Weg in eine Broschüre. Nun also die erste eigene Ausstellung im Sorbischen Kulturzentrum. Die Verbindung zwischen Weißwasser und Schleife ist indes schnell erklärt: "Manuela Mohr singt im Folkloreensemble. Da entstand die Idee von der Ausstellung", erklärt SKC-Leiterin Sylvia Panoscha.

Nicht zuletzt enthält das Portfolio von Manuela Mohr auch typische sorbische Motive, beispielsweise die kunstvoll verzierten Ostereier. Oder die ältere Frau in Schleifscher Tracht. Die Künstlerin spricht selbst auch ein wenig die sorbische Sprache, schließlich ist sie im Schleifer Kirchspiel, konkret in Mühlrose, aufgewachsen.

Überwältigt von den Bildern sind auch Manuela Mohrs Eltern, Hans-Peter und Else Krause. Ganz spontan überreicht der Vater seiner Tochter während der Vernissage drei rote Rosen. "Wir sind so stolz auf dich", sagt er leise. Das Talent, so weiß Hans-Peter Krause, habe Manuela Mohr wohl von ihrer Großmutter geerbt. Die habe auch wunderbare Bilder zeichnen können. Jetzt hat Manuela Mohr nicht nur die ersten Schritte ihrer Enkeltochter für die Ewigkeit festgehalten, sondern ist selbst den Schritt zu ihrer ersten Ausstellung gegangen. Gut möglich, dass weitere folgen.

Die neue Ausstellung im SKC ist bis zum 29. Oktober zu sehen. Ab 3. November werden dann Bilder von Malerin Gudrun Zöllner präsentiert. Diese Künstlerin ist in Teicha zu Hause.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung kann zu folgenden Zeiten besichtigt werden Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Sonntag von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet ein Euro. Für Kinder bis 14 Jahre ist der Eintritt frei.