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Eingeklemmter Fahrer nach LKW-Crash - Spezialtraining am Simulator

Thomas Krusewitz ist professioneller Ausbilder der Firma Weber. An einem Lkw-Simulator trainiert er mit Feuerwehrleuten wie hier aus Weißwasser Menschenrettung nach einem Unfall.
Thomas Krusewitz ist professioneller Ausbilder der Firma Weber. An einem Lkw-Simulator trainiert er mit Feuerwehrleuten wie hier aus Weißwasser Menschenrettung nach einem Unfall. FOTO: Nitsche
Weißwasser. Hilfseinsätze bei Pkw-Unfällen sind für die Feuerwehr-Kameraden in Weißwasser Alltag. Ganz anders sieht es aus, wenn es um Trucks geht. Gabi Nitsche

"Glücklicherweise haben wir das noch nicht so oft, aber der Lkw-Verkehr nimmt auch hier stark zu", sagt Wehrleiter Gerd Preußing. Um dann Leben zu retten, müssen die Floriansjünger ganz andere Handgriffe und Taktiken beherrschen. Dafür ist ein Spezialtraining an einem Lkw-Simulator genau das Richtige. An dem TRT 7000 - Truck Rescue Training der Firma Weber, "toben" sich in dieser Woche um die 100 Feuerwehr-Leute aus Sachsen und Brandenburg bei halbtägigen Seminaren aus. Der TRT ist lego-mäßig ausgestattet mit allem, was einen Schwerlaster ausmacht, um so realitätsnah wie nur möglich zu üben.

Wie können sie am sichersten und effektivsten bei so einem Unfall vorgehen? Professionelle Ausbilder wissen das und bringen ihre Erfahrungen an den Mann. Ralf Sommer aus Thüringen ist zuständig überwiegend für die theoretische Wissensvermittlung. Den praktischen Part hat Torsten Krusewitz inne, ein Berufsfeuerwehrmann aus Düsseldorf.

Donnerstagvormittag schaut er den hauptamtlichen, am Nachmittag zwölf ehrenamtlichen Floriansjüngern aus Weißwasser und Weißkeißel auf die Finger. Das Szenario gibt Krusewitz vor: "Der Truck ist gegen einen Baum gerast, der Fahrer soll patientengerecht gerettet werden."

Der Dummy krümmt sich hinter dem Lenkrad und jammert immer wieder: "Helft mir doch, ich bin eingeklemmt, helft mir doch". Jeder Handgriff sollte jetzt sitzen, um zu ihm zu gelangen. Die Kameraden entscheiden sich für den Weg durch die Frontscheibe. Vom Zustand des Verletzten hängt ab, wie viel Zeit ihnen bleibt. "Wenn der Kamerad dort oben die Sache falsch einschätzt, kann er den ganzen Einsatz schmeißen", warnt der Trainer. Der achtet auf jedes Detail, hakt sofort ein und verbessert. Zum Beispiel bei der Handhabung der hydraulischen Schere und Spreizer. Oder wie das Führerhaus nach dem Crash am besten mit einem Spanngurt gesichert wird.

Bis der Verletzte geborgen ist, verrät Krusewitz noch so manche Tricks und Kniffe. Learning by doing. Den Kameraden gefällt es.