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| 03:05 Uhr

Eine "Zumutung" für Autofahrer

Eng und unübersichtlich. Die Kreuzung Heidehäuser Weg / B115 kurz vor Rietschen. Die Einmündung ist Teil der Umleitungsstrecke.
Eng und unübersichtlich. Die Kreuzung Heidehäuser Weg / B115 kurz vor Rietschen. Die Einmündung ist Teil der Umleitungsstrecke. FOTO: dpr
Rietschen. Wegen des Brückenneubaus im Rietschener Ortsteil Neuhammer ist die Kreisstraße gesperrt. Die Umleitungsstrecke sorgt, kaum ausgeschildert, schon für Ärger und Empörung im Gemeinderat. Der Landkreis will nachbessern. Daniel Preikschat

Horst Mrusek (Freie Wähler) schaute am Montag im Gemeinderat fast ungläubig. Ob das für die nächsten vier Wochen tatsächlich die Umleitung sein soll, fragte er Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler). Als Brehmer den Streckenverlauf von der Brückenbaustelle im Ortsteil Neuhammer über Daubitz und die Heidehäuser-Siedlung bis zur B 115 bestätigte, fragte Mrusek nur: "Kennt man denn die Verkehrssituation nicht?"

Mit "Verkehrssituation" meinte Mrusek die Kreuzung Heidehäuser Weg / B 115. Die Bundesstraße wird nördlich von Rietschen ausgebaut. Wer vom Heidehäuser Weg auf die B 115 auffährt, muss im richtigen Moment in den Baustellenverkehr einfädeln. Die Baustellenampel aber sieht nur, wer das Stoppschild am Heidehäuser Weg ignoriert und sich in die Kreuzung vortastet.

Für Christoph Eckert (Freie Wähler) ist das eine "Zumutung" für die Autofahrer. Das funktioniere so nicht, man stünde ewig an dieser Kreuzung. Auch aus Sicht der Gemeinde, so Bürgermeister Brehmer, sei das "ärgerlich". Allerdings richte der Landkreis Görlitz, nicht die Gemeinde die Umleitungsstrecke ein. Wenn dem so ist, ließ Eckert nicht locker, müsse eben die Gemeinde Einspruch einlegen in Görlitz. Brehmer versprach, das zu tun.

Im Landratsamt indes ist man sich im Klaren darüber, "dass sich die Situation im Einmündungsbereich des Heidehäuser Weges in die B 115 aufgrund der ampelgeregelten Baustelle etwas kompliziert darstellt." Deshalb gelte aber hier erst recht, was ohnehin oberster Grundsatz im Straßenverkehr ist, so eine Sprecherin der Behörde weiter. Verkehrsteilnehmer hätten aufmerksam und vorsichtig zu sein. Gerade in einer solchen Verkehrssituation sollten Autofahrer Rücksicht aufeinander nehmen und auch mit Wartezeiten rechnen.

Es werde jedoch geprüft, heißt es aus Görlitz weiter, ob die jetzige Regelung verbessert werden könne. Von der Vollsperrung, wie sie jetzt ausgeschildert ist, sei zum überwiegenden Teil der nachbarörtliche Verkehr von Neuhammer, Daubitz und Teicha nach Rietschen beziehungsweise umgekehrt betroffen. "Man habe sich deshalb in Abstimmung mit allen Verantwortlichen auf eine möglichst ortsnahe Umleitung geeinigt", führt die Landkreis-Sprecherin weiter aus.

Die Frage sei auch: Welche Alternative gibt es? Es käme sonst nur eine noch weiträumigere Umleitung über Hähnichen infrage. Zumindest von den Rietschener Einwohnern werde der Heidehäuser Weg erfahrungsgemäß aber auch ohne besondere Beschilderung als die kürzeste Verbindung genutzt.