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Eine wirkliche Chance, weltweit Leben zu retten

Grit Gröbel von der Deutschen Stammzellspender Datei erklärt Theresa Kahle, wie die Speichelprobe entnommen werden muss.
Grit Gröbel von der Deutschen Stammzellspender Datei erklärt Theresa Kahle, wie die Speichelprobe entnommen werden muss. FOTO: ckx
Weißwasser. Am Mittwoch hat Grit Gröbel von der Deutschen Stammzellspender Datei (DSD) eine Ausstellung zum Thema "Typisierung und Stammzellenspenden" in der Sparkasse in Weißwasser eröffnet. Gleichzeitig haben sich Bürger und Mitarbeiter typisieren lassen. Christian Köhler

"Ich hatte mich mit diesem Thema noch gar nicht beschäftigt", gesteht Theresa Kahle aus Krauschwitz. Durch die Beschäftigung mit der Ausstellung will sie nun aber helfen, Leben zu retten. "Wenn ich einmal erkranke, dann hoffe ich ja auch auf Spenden", begründet die 24-Jährige ihre Entscheidung. Durch die genommene Speichelprobe ist sie nun bei DSD aufgenommen und wird eines Tages vielleicht angeschrieben, wenn ihre Zellen benötigt werden.

Grit Gröbel nennt in diesem Zusammenhang die harten Fakten: "Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Das sind 11 000 Menschen pro Jahr." Für die Blutkrebspatienten ist eine Stammzellspende die einzige Chance, zu überleben. DSD hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, als eine von 26 Organisationen in Deutschland, Freiwillige zu gewinnen, die anonym und unentgeltlich durch eine Blutstammzell- oder Knochenmarkspende für Leukämiepatienten Hilfe leisten wollen. "Es ist gar nicht so einfach, weltweit den passenden genetischen Zwilling für einen Erkrankten zu finden", erklärt Grit Gröbel. Deshalb helfen Typisierungen wie in Weißwasser dabei, Listen von genetischen Fingerabdrücken anzulegen, um Empfänger und Spender zusammenzubringen.

Genau das thematisiert auch die Ausstellung. Auf Schautafeln wird gezeigt, wie Lebensretter und Hilfesuchende sich nach der Spende getroffen haben, was ihre Erlebnisse waren und wie sie nun miteinander umgehen. Gleichzeitig gibt es Informationen rund um das Thema Leukämie, Stammzellspende und DSD. Die Ausstellung und Infomaterialien könnten auch von Schulen der Region angefordert werden, hieß es weiter. "Wir freuen uns, dieses wichtige und ernste Thema in unseren Räumen einer Öffentlichkeit präsentieren zu können", sagt Ralf Hartleb von der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesein. Die Ausstellung ist bis zum 15. März zu sehen.