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Eine Rakete gibt die Strecke frei

An der Tourist-Information am Bärwalder See sind gerade mal 37 Läufer und Walker auf die Pisten gegangen.
An der Tourist-Information am Bärwalder See sind gerade mal 37 Läufer und Walker auf die Pisten gegangen. FOTO: amz1
Boxberg. Zum Jahreswechsel hat der SV Klitten/Boxberg zum 36. Mal den Silvesterlauf veranstaltet. Bei schönstem Wetter ging es um den Bärwalder See. Leider haben diesmal nicht so viel Sportler teilgenommen wie noch 2015. amz1

Eigentlich stimmt alles: Die Männer und Frauen des SV Klitten/Boxberg haben die 36. Auflage des Boxberger Silvesterlaufes mit Herzblut vorbereitet. Heimische Firmen sponsern die Sportler-Tombola mit reichlichen Gaben. Und das Wetter könnte mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht besser sein. Doch dann gehen in diesem Jahr nur 37 Athleten auf die drei verschieden langen Distanzen am Bärwalder See, um die Besten zu ermitteln. Zum Vergleich: Vor zwölf Monaten hatten sich 90 Läufer in die Startlisten eingetragen.

Vom SV Klitten/Boxberg als Organisator der Traditionsveranstaltung weiß niemand so recht, warum diesmal nur so wenige Leute mitlaufen wollen. Jemand meint, dass es möglicherweise an den glatten Straßen liege. Tatsächlich glichen am Silvestermorgen viele Verbindungen einem Spiegel.

Doch trotz dieses Wermutstropfens lassen sich die Sportler keineswegs den Tag vermiesen. Beste Laune hat der Boxberger Bürgermeister Achim Junker (CDU) mitgebracht, allerdings auch ein bisschen Wehmut: "Früher bin ich selbst Zehn-Kilometer-Distanzen gelaufen. Das geht heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Aber wenn ich könnte, wie ich wöllte, würde ich mit auf die Piste gehen." Immerhin darf das Gemeindeoberhaupt die Silvesterrakete anzünden, die sogleich das Startsignal für die 37 Athleten beschert. Dieses Mal fast direkt vor der Tourist-Information. "Marios Strandimbiss gibt es leider nicht mehr", sagt jemand von den Sportlern. Dort befand sich bislang der Dreh- und Angelpunkt des Silvesterlaufes.

"Alterspräsident" ist wieder einmal Klaus-Dieter Tschirner aus Schleife. 80 Jahre zählt der Athlet und ist noch immer topfit. Als jüngster Teilnehmer gilt der erst fünf Monate alte Noah Röhle aus München. Er bewältigt die Strecke allerdings im Kinderwagen, zügig von Papa geschoben.

Gewinner des Hauptlaufes über gut fünf Kilometer ist, mal wieder, Daniel Seher. Der 34-jährige Weißwasseraner hatte bereits in den vergangenen Jahren die Siegerpokale in die Höhe ge stemmt. Kein Wunder, gehört doch der Rundweg um den Bärwalder See zu seiner Trainingsstrecke. "Für die 21 Kilometer benötige ich im Schnitt eine Stunde und 40 Minuten", sagt Seher. Ihn faszinieren am Boxberger Silvesterlauf das schöne Landschaftspanorama sowie die gute Stimmung. Für 2017 hat er große Pläne. "Dann will ich erstmals an einem Triathlon teilnehmen", kündigt der Straßenbauer an. Aber nicht an irgendeinem, sondern am "halben Ironman", der auf der Insel Rügen ausgetragen wird.

Auf der mittleren Distanz über gut 3000 Meter ist Julian Kutter aus Klitten der Erste. "Ich gehöre hier zu den Stammläufern", erklärt der 14-Jährige. Kein Wunder, spielt er doch bei den Fußball-C-Junioren des VfB Weißwasser. "Rennen ist da ganz wichtig, sonst kriegst du keinen Ball", weiß der Jugendliche.

Bei Familie Schneider aus Boxberg begeben sich indes Mutter und Töchter auf die Strecke. "Wir sind zum ersten Mal dabei", sagt Mutter Swantje Schneider. Es gehe weniger um Siege und Plätze, als vielmehr um den Spaß an der Bewegung. Am Ende erkämpft sich die erst fünfjährige Marla Schneider auf der Kurzdistanz den Bronzerang. Schwester Neele (9) wird auf der Mittelstrecke Zweite.

Auch mehrere Nordic Walker gehen auf die Strecke am Bärwalder See, der an diesem Vormittag ein traumhaftes Panorama bietet. Zu ihnen gehört Hans-Jürgen Kasper. "Ich habe nach dem Sport immer so ein gutes Gefühl. Und es macht einfach Spaß", resümiert der 69-jährige Boxberger.

Ob der Silvesterlauf in den kommenden Jahren ebenfalls am See stattfindet, soll noch diskutiert werden, kündigt Wolfgang Fleischer, Vorsitzender des SV Klitten/Boxberg, an. "Es hat auch was, mal wieder über Stock und Stein zu laufen und nicht nur über den Asphalt des Seerundweges", so der Sportler. Früher wurde der Lauf am 31. Dezember an der Gartenanlage am Schöps ausgetragen, wo es auch über Waldwege ging. Entschieden sei aber noch nichts. Fest stehe nur, dass es auch am letzten Tag 2017 wieder einen Silvesterlauf geben wird. "Die dann 37. Auflage hoffentlich mit mehr als nur 37 Sportlern", so Wolfgang Fleischer.

Zum Thema:
Die besten Teilnehmer:Lange Strecke:1. Daniel Seher 2. Ronny Witschas3. Enrico BartheMittlere Strecke:1. Julian Kutter2. Neele Schneider3. Iven SchneiderKurze Strecke:1. Leonie Sock2. Lennox Sock3. Marla SchneiderNordic Walking:1. Hans-Jürgen Kasper2. Beatrix Fromm3. Noah Röhle (mit Papa)