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Eine kleine Wahlnachlese

Wir haben gewählt. Der Pulverdampf des Wahlkampfs hat sich inzwischen verzogen.

Die Plakate sind größtenteils verschwunden. Die Analyse hat begonnen. Fragen werden laut. Bei den großen Parteien fragt man sich: Warum haben sich so viele treue Wähler zur Konkurrenz verkrümelt?

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich sagte dazu: "Die Union müsse sich fragen: Was ist wichtig für die Menschen im Land? Die Ehe für alle war es jedenfalls nicht." (Zeit Online)

Wer den Leuten zuhört, der wird bald erfahren, was den Menschen wichtig in diesem Land ist. Sie wollen entspannt und fröhlich über den Weihnachtsmarkt bummeln, ohne befürchten zu müssen, dass sie im nächsten Augenblick von einem Laster niederwalzt werden. Junge Frauen möchten im Wald weiterhin joggen, ohne Angst zu haben das nächste Vergewaltigungs- oder gar Mordopfer zu werden. Die Leute wünschen sich, dass das Fahrrad noch da steht, wenn sie kurz beim Bäcker Brötchen kaufen waren. Dass sie die Wohnung nicht leer vorfinden, wenn sie aus dem Urlaub zurückkommen. Handwerksmeister wünschen sich, dass die Baumaschine noch draußen steht, wenn sie früh am Morgen zur Baustelle aufbrechen wollen. Das sollte den Regierenden wichtig sein. Das ist ihre wichtigste Aufgabe. Dafür hat die staatliche Macht das ausdrückliche Mandat von Gott (siehe: Römer 13, 1-7).

Immer wieder wird gesagt, dass es einem ganz gut geht. Dass man aber Angst hat, dass es nicht so bleiben wird. Und diese Klage ist von der Bibel her gesehen nicht unbegründet. Denn Gott beurteilt die Regierenden nicht danach, ob das Volk in Saus und Braus lebte, sondern ob die staatliche Macht tut, was richtig oder falsch in seinen - in Gottes - Augen ist. Wenn von einem König in der Bibel gesagt wird, dass es in Gottes Augen recht war, wie er regierte, dann ging es in der Regel im Land bergauf. War es in Gottes Augen schlecht, dann ging es bergab und eine allgemeine Verwilderung griff um sich. Die Regierenden und die es werden wollen, sind also gut beraten, wenn sie sich in der Bibel kundig machen, was in den Augen Gottes Recht ist. Die Ehe für alle gehört jedenfalls nicht dazu.