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| 18:07 Uhr

Medizinische Versorgung
Eine Herzensangelegenheit

Valeriya Poetschke, Britta Förster, Carola Fritze, Karola Kluge (vorn v.l.n.r.), Chefarzt Kyrill Hantschik, Sybille Schur und Silvia Paulik (hinten v.l.n.r.) arbeiten auf der neuen Station beziehungsweise haben an ihrer Einrichtung mitgewirkt.
Valeriya Poetschke, Britta Förster, Carola Fritze, Karola Kluge (vorn v.l.n.r.), Chefarzt Kyrill Hantschik, Sybille Schur und Silvia Paulik (hinten v.l.n.r.) arbeiten auf der neuen Station beziehungsweise haben an ihrer Einrichtung mitgewirkt. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Das Kreiskrankenhaus Weißwasser nimmt seine neue Palliativstation offiziell in Betrieb. Von Regina Weiß

Das Bild hat Symbolcharakter: Silvia Paulik und Britta Förster verteilen am Mittwoch während der offiziellen Eröffnung der neuen palliativmedizinischen Station am Kreiskrankenhaus Weißwasser Herzen. Es sind selbst gefertigte Anhänger aus Moos. Sie alle tragen einen Spruch: Mit Herz von Hand zu Hand. Es könnte der Slogan für die neue Station auf der Ebene drei im Haus an der Karl-Liebknecht-Straße sein.

Denn Herz und Empathie sind auf dieser Station sehr gefragt. Hier werden Menschen behandelt, für die eine Heilung nicht mehr möglich ist, erklärt Chefarzt Kyrill Hantschick. „Wir wollen ihnen Lebensqualität schenken, weil sie nur noch eine kurze Zeit zu leben haben“, erklärt der Mediziner weiter. Deshalb soll ihnen nicht nur ein gutes Umfeld geboten werden, sondern auch eine Behandlung zuteil werden, die den Patienten im Ganzen sieht. Laut Kyrill Hantschik geht es eben nicht nur um körperliche Belange, sondern auch um die seelischen. Deshalb geht es um viel mehr, als nur die reine medizinische Behandlung.

Bis zu sechs Patienten können seit September in vier Zimmern zeitgleich vom Schwesternteam im Schichtsystem betreut werden. Die Schwestern sind palliativmedizinisch geschult worden, erklärt Pflegedienstleiterin Sybille Schur. Durch eine Umfrage im Haus wurden die Mitarbeiterinnen gefunden, die nun auf der modernisierten Station arbeiten. Ein Wechsel auf ihre „alten“ Stationen sei später wieder möglich, erfährt die RUNDSCHAU. Denn auch die Schwestern müssen auf ihre seelischen Befindlichkeiten achten.

„Leider Gottes gehört zum Leben das Leiden dazu. Deshalb sind wir froh, diese neuen Räumlichkeiten anbieten zu können“, so Geschäftsführer Steffen Thiele. Anders als bei der räumlich nebenan liegenden Intensivstation, die mit Fördermitteln des Freistaates in Höhe von zwei Millionen Euro finanziert worden war, ist die Palliativstation mit Eigenmitteln des Krankenhauses entstanden. Rund 150 000 Euro sind in die Modernisierung und Einrichtung gesteckt worden. Thiele bedankt sich beim Pflegeteam, die das Ganze ausgestaltet hat. Denn die Station soll nicht steril wirken. „Wir sind bei allem noch ein Krankenhaus und müssen uns an Hygienevorschriften halten. Deshalb steht im Wohnzimmer kein Plüschsofa“, erläutert Hygiene-Fachkraft Valeriya Poetschke. Trotzdem sieht es hell und freundlich aus. Eben so, dass sich Patienten und auch Angehörige wohl fühlen können.

So ist auch der Raum der Stille alles andere als traurig. Modern und farbenfroh ist er eingerichtet worden. Er soll multifunktional genutzt werden: für Gespräche, Therapien, für Momente der Stille oder auch einfach nur zum Weinen.

Ziel auf der Station ist es, die Patienten nach dem Einstellen der für sie richtigen Schmerztherapie in ihre gewohnte Umgebung zu entlassen. Dann sollen ambulante Dienste die Arbeit übernehmen.

Der Raum der Stille ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet worden und ist vielfältig nutzbar.
Der Raum der Stille ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet worden und ist vielfältig nutzbar. FOTO: Regina Weiß
Diese Herzen sind bei der Eröffnung der neuen Station an die Besucher verteilt worden.
Diese Herzen sind bei der Eröffnung der neuen Station an die Besucher verteilt worden. FOTO: Regina Weiß