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Förderantrag
Eine Frage der Sicherheit und der Motivation

Lech Jurkowski, Leszek Mrozek, Piotr Kuliniak, Andreas Bänder und Dietmar Noack sind die Bürgermeister von Lubsko, Zary-Land, Leknica, Bad Muskau und Gablenz (v.l.n.r.). Sie hoffen nun, dass ihr gemeinsamer Förderantrag für die neue Feuerwehrtechnik Erfolg hat.
Lech Jurkowski, Leszek Mrozek, Piotr Kuliniak, Andreas Bänder und Dietmar Noack sind die Bürgermeister von Lubsko, Zary-Land, Leknica, Bad Muskau und Gablenz (v.l.n.r.). Sie hoffen nun, dass ihr gemeinsamer Förderantrag für die neue Feuerwehrtechnik Erfolg hat. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Leknica, Zary-Land, Lubsko, Bad Muskau und Gablenz drücken die Daumen. Es ist der zweite Förderantrag für neue Feuerwehrtechnik.

Wenn am 26. Februar in Wroclaw (Breslau) alles klar geht, dann wollen sich die Bürgermeister von Lubsko (Sommerfeld), Zary-Land (Gemeinde Sorau), Leknica (Lugknitz), Gablenz und Bad Muskau wieder im Rathaus der Parkstadt einfinden, wie am Freitag geschehen. Zu Fünft haben sie dort über ihren gemeinsamen Förderantrag für Feuerwehrtechnik informiert. Sollte der Antrag durchgehen, dann gibt es beim zweiten Treffen Champagner, wie Leszek Mrozek, Bürgermeister von Zary-Land, lächelnd ankündigt. Doch damit ja keine Irritationen auftreten, wird schon mal vorgebeugt. Die Mittel für das perlende Getränk werden nicht etwa aus dem Fördertopf abgezweigt, sondern dann von den Bürgermeistern aus der eigenen Tasche bezahlt.

Dass man durchaus anstoßen kann, wenn der Daumen hoch geht, hat mit der Vorgeschichte des Projektes zu tun. Schon im Sommer 2015 haben die Nord-Kommunen des Landkreises Görlitz sowie die Wojewodschaften Niederschlesien und Lebuser Land einen EU-Förderantrag auf den Weg gebracht. 17 Kommunen auf beiden Neißeseiten hofften auf den großen Wurf und wurden am Ende bitter enttäuscht. Denn im Begleitausschuss, der die einzelnen Projekte bewertete, war es am Ende die deutsche Seite, die dem Ganzen eine Absage erteilte.

Die Hoffnung, dass es diesmal anders sein könnte, rührt daher, dass der Landkreis Zary vom gemeinsamen deutsch-polnischen Sekretariat in Breslau aufgefordert wurde, doch noch einen neuen Versuch zu unternehmen. Das haben die fünf Kommunen gemacht. „Eine Heidenarbeit wurde in diesen Antrag gesteckt“, so Bürgermeister Andreas Bänder (CDU). 88 Seiten umfasst das Papier. Und allein der Titel füllt schon Zeilen: Feuerwehrleute im sächsisch-polnischen Grenzgebiet mit einer innovativen Rettungs- und Löschausrüstung bedeuten Schutz für eine sich entwickelnde Wirtschaft und wirken dem Migrationsproblem der Bevölkerung entgegen. Am Ende geht es um 2,2 Millionen Euro und die fünf neuen Löschfahrzeuge samt Zubehör. Für jeden Ort eins.

Aus Sicht der Bürgermeister gibt es drei wichtige Komponenten für den zweiten Versuch. Da ist zum einen die Technik. Als Bürgermeister sei man auch für die Sicherheit der Kameraden zuständig. Feuerwehrtechnik von bis zu 30 Jahren sei da natürlich abträglich. Zum anderen locke man mit der Handdruckspritze oder einem Fahrzeug, wo nicht sicher ist, ob es anspringt, keinen Feuerwehrmann hinter dem Ofen hervor. „Die neue Technik fördert auch die Motivation“, ist sich Lech Jurkowski, Bürgermeister von Lubsko, sicher. Von den aktiven Kameraden und denen, die es werden wollen. Schließlich steigen ja die Anforderungen an die Kameraden. Von nur noch Feuer löschen kann schon lange keine Rede mehr sein. Von den Folgen der Klimaveränderung ganz zu schweigen.

Dritter Punkt bei dem Paket sind die sogenannten weichen Maßnahmen. „Bei den Treffen wächst man zusammen. Das ist der größte Effekt“, findet Leknicas Bürgermeister Piotr Kuliniak. Begegnungen und Schulungen sind ein wichtiger Bestandteil für die gemeinsame Sicherheit im Grenzgebiet. Bei Hochwasser an der Neiße oder Bränden wie jüngst an der Deponie in Brozek müsse man zusammen handeln können. Sollte das Projekt zustande kommen, gebe es ein Novum. Dann werden erstmals 500 Feuerwehrleute gemeinsam üben. Das allein sei schon eine große Herausforderung, so Leszek Mrozek.

„Die Erwartungen der Gemeinderäte sind sehr hoch. Sie haben das mit beschlossen und auch das Geld mit in den Haushalt eingestellt“, weiß der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack (CDU). Nun heißt es, noch gut vier Wochen abwarten und am 26. Februar Daumen drücken.