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| 15:57 Uhr

Besonderes Jubiläum
Eine besondere Torte zum 100.

 Die neuen Weidenhütten werden von den Mädchen und Jungen der Katholischen Kita gern in Beschlag genommen. Eltern haben sie gesponsert.
Die neuen Weidenhütten werden von den Mädchen und Jungen der Katholischen Kita gern in Beschlag genommen. Eltern haben sie gesponsert. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Aus einer Kleinkindspielschule wurde der Kindergarten St. Johannes. Mit 100 Jahren ist es vermutlich die älteste Kleinkindeinrichtung von Weißwasser, aber gehört deshalb noch lange nicht aufs Altenteil. Von Regina Weiß

Die Sonne lacht mit den „kleinen“ Sonnenblumen im Außengelände des Kinderhauses Sankt Johannes an der Görlitzer Straße um die Wette. Anhand des wirklich leuchtend grünen Rasens sieht auch ein Außenstehender sofort, dass sich hier erst kürzlich was getan hat. Der gesamte Eingangsbereich der katholischen Kindereinrichtung ist neu gestaltet worden. Die Nadelbäume, die schon höher waren als die Kita, sind verschwunden und einer kleinen Oase mit Grün sowie zwei Weidenhütten gewichen. Letztere haben Eltern gesponsert.

Überhaupt Eltern: Die haben bei der Umgestaltungsaktion kräftig mit geplant und dann auch mit angepackt. Das Ganze wurde zur Gemeinschaftsaktion. 50 Leute, neben den Eltern auch Mitarbeiter vom Team und der Kirchengemeinde, haben zugepackt. Diese Form der Gemeinschaftsarbeit soll sich nun wiederholen. Am Samstag, 14. September, wird der 100. Geburtstag der Kita gefeiert

„Wir schreiben das Jahr 1919 – vier Borromäerinnen aus dem Kloster Trebnitz nehmen ihren Dienst in der katholischen Pfarrgemeinde in Weißwasser auf. Eine der Schwestern wird mit der Gründung einer Kleinkindspielschule beauftragt, noch im selben Jahr öffnet sie ihre Pforten. So beginnt die 100-jährige Geschichte des katholischen Kinderhauses St. Johannes in Weißwasser“, blickt Pfarrer Michael Noack zurück. Die Wurzeln liegen aber nochmals acht Jahre zurück. Es war im Jahr 1911, da beschloss die Kirchengemeindevertretung der katholischen Pfarrgemeinde „Heilig Kreuz“ in Weißwasser, Ordensschwestern für die Gemeinde zu suchen. Nachdem Geld für den Bau eines Schwesternhauses (Fertigstellung 1915) gesammelt wurde, konnten erst nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1919 die Ordensschwestern ihren Dienst in Weißwasser aufnehmen.

Schwester Cleta eröffnete eine Kleinkindspielschule, „die sich bald eines großen Zuspruchs erfreute.“ So kann es jeder in der Festschrift 100 Jahre katholische Kirche Heilig Kreuz in Weißwasser lesen. Damals noch in der Uhlandstraße 11, wo heute die Caritas ihren Tagestreff hat. Somit ist sie vermutlich die älteste Kleinkindeinrichtung von Weißwasser, so Michael Noack. Bis 1974 wurde sie durchgehend von Ordensschwestern geleitet. Ab 1974 leiteten Kindergärtnerinnen die Einrichtung. Im Jahr 1998 erfolgte der Umzug in das Kinderhaus in der Görlitzer Straße.

Seitdem ist dort Mechthild Hock Leiterin. Allerdings gehört sie seit 40 Jahren zum Erzieherteam der Einrichtung. Neun pädagogische Kräfte und zwei im Wirtschaftsbereich betreuen und umsorgen derzeit 54  Kinder – von der Krippe bis zum Hort. Wobei der Hort mit drei Kindern derzeit eine Minibesetzung hat. „Dafür können wir natürlich ganz individuell auf die Kinder eingehen.“ Das Haus hat insgesamt eine Kapazität für 73 Mädchen und Jungen.

Seit Bestehen wird im Kinderhaus die kirchliche Pädagogik umgesetzt. Christliche Werte werden vermittelt. Die Feiertage begangen. Geschichte(n) rund um dieselbe vermittelt. „Alle feiern den Barbaratag. Aber wer war die Heilige Barbara? Das erzählen wir dann“, nennt Mechthild Hock ein Beispiel.

Nun sind alle ganz aufgeregt, was den 100. Geburtstag betrifft. „Das ist ja für die Kinder eine unvorstellbare Zahl.“ Doch sie wird sich am Samstag in vielfältiger Form im Haus wiederfinden. Bis hin zur Geburtstagstorte. Wobei Pfarrer Michael Noack nicht geahnt hat, was sein Satz –  „zu jedem Geburtstag gehört auch eine Torte“ – auslösen würde. Zwei Vatis und zwei Muttis wurden aktiv: Ein Holzbrett mit 100 Löchern wird nun 100 Muffins fassen. Bereits 2018 hat die Planung für das Jubiläum, das gemeinsam mit dem Gemeindefest begangen wird, angefangen. Die Aufgaben wurden gut verteilt, findet Mechthild Hock. Jeder leiste seinen Anteil. 300 bis 400 Gäste werden erwartet. Sie werden sozusagen auf das gesamte Außengelände und das Haus verteilt. Die Räume der Geschichte laden zum Beispiel mit Fotoaufnahmen zum Schwelgen in  Erinnerungen ein. „Das älteste Foto ist aus dem Jahr 1927“, so Michael Noack. Und was wünscht sich das Geburtstagskind: Nach 21 Jahren braucht es eine „Schönheitskur“. Doch da stehen die Planungen des kirchlichen Trägers noch ganz am Anfang und brauchen einfach noch etwas Zeit.