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| 02:49 Uhr

Ein Tag der Identifikation

Lisa Siegemund und Jessy Wiese sind ganz konzentriert bei der Sache. Die Glasmalerei braucht eine ruhige Hand und ein gutes Auge.
Lisa Siegemund und Jessy Wiese sind ganz konzentriert bei der Sache. Die Glasmalerei braucht eine ruhige Hand und ein gutes Auge. FOTO: ni
Weißwasser. Der Tag der offenen Tür im Landau-Gymnasium war auch in diesem Jahr gut besucht. Längst nicht nur künftige Fünftklässler samt Eltern schauten sich dort um, sondern auch ehemalige Schüler zog es zurück an ihre alte Lernstätte. Regina Weiß

Jessy Wiese, Lisa Siegemund und Emilia Mundt arbeiten ganz konzentriert. Pinselstrich für Pinselstrich blühen die Blumen auf ihren Gläsern auf. Was bisher farbloses Glas war, leuchtet nun kobaltblau oder knallrot. Zoe Glass schaut beim Tag der offenen Tür genau zu, was die Mädchen, die die Klassen zehn, neun und fünf besuchen, hier machen. Zoe geht noch in die Grundschule, möchte aber bald auch eine Landauerin sein. Sie hat sich den Raum des Begabtenkurses ausgesucht, in dem sie nun verweilt. Neben der Glasmalerei gibt es dort auch wunderschöne Skizzen und Zeichnungen zu sehen. Mittendrin steht Kunstlehrerin Gudrun Feuerriegel. Sie ist stolz auf die Arbeiten, die ihre Schüler nicht nur an diesem Tag, sondern auch über die Jahre in ihrem Kurs leisten. "Es ist toll zu sehen, wie sie sich entwickeln und Fähig- und Fertigkeiten verbessern", strahlt sie. Mit 25 Schülern ist der Kurs diesmal so voll wie lange nicht mehr. Was die Kinder so alles drauf haben, werde man in diesem Jahr bei einer Ausstellung im Glasmuseum zeigen. Dort soll dann auch ein Kooperationsvertrag unterzeichnet werden. Für das Projekt "LernStadtMuseum" hatte sich die AG mit der Frage: "Hat Handwerk heute noch goldenen Boden?" beworben und gewonnen. Erstmals arbeitet man deshalb mit dem Glasmuseum zusammen. Am Samstag demonstriert man das mit der Glasmalerei sehr offensichtlich und erntet dafür von vielen Gästen bewundernde Worte.

Nur wenige Zimmer weiter geht es auch künstlerisch zu. Hier wird getöpfert. Die Arbeitsgemeinschaft im Rahmen des Ganztagsunterrichts ist so beliebt, dass die Teilnahme regelmäßig per Los bestimmt wird. Fünft- und Sechstklässler werden hier durch Sabine Steinecke an alte Töpfertechniken herangeführt. Das mache Spaß, finden Casey und Debora unisono. Zum einen, weil man Ergebnisse sieht, zum anderen, weil man so schön herummanschen kann. Noch gehören die beiden Fünftklässlerinnen zu den Jüngsten am Landau. Doch nicht mehr lange. Im Sommer rücken neue nach. Die schauen sich Samstag noch manchmal etwas zurückhaltend in dem groooßen Schulhaus um.

Derzeit lernen dort 630 Schüler. Sie werden von 53 Lehrern unterrichtet. Eine Referendarin gibt es. "Ich warte auf Neueinstellungen", sagt Schulleiterin Andrea Herda. Zwei Kollegen gehen Ende des Jahres in den Ruhestand. Zudem hofft die Direktorin, dass sie nach den Sommerferien mit neuen Schülern wieder dreizügig starten kann. Im vergangenen Jahr waren es sogar vier fünfte Klassen gewesen. Andrea Herda freut sich, dass sich beim Tag der offenen Tür nicht nur die möglichen neuen Schüler samt Eltern umschauen, sondern dass derzeitige Schüler vor Ort sind und ehemalige vorbeischauen oder Interessenten aus der Nachbarschaft vorbeikommen. "Das ist ein Tag der Identifikation", unterstreicht sie.

Seit 2006 gehört auch das künstlerische Profil zum Angebot des Landau-Gymnasiums. Bei einer Pantomime-Aufführung zeigen einige der 48 teilnehmenden Schüler, dass sie sich trauen, vor Publikum zu spielen. Gerade das mache den Unterricht aus, wie auch die Arbeit im Team. "Das nehmen die Schüler mit", so Lehrerin Evelin Burckert.