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| 01:35 Uhr

„Ein Star, wie es ihn heute nicht mehr gibt“

Kathrin Jantke Foto: pr
Kathrin Jantke Foto: pr FOTO: pr
Cottbus. Zu Ehren der berühmten italienischen Künstlerin Caterina Valente plant die Cottbuser Musikerin Kathrin Jantke eine Revue. Unter dem Titel „Merci Kathrin“ will sie bundesweit auf Tournee gehen. Im RUNDSCHAU-Interview verraten die 32-Jährige und ihr Manager Rocco Schmidt, weshalb die mittlerweile 79-jährige Caterina Valente Vorbild für ihr neues Projekt ist. Anna Müller-Heidelberg

Frau Jantke, was fasziniert Sie an Caterina Valente?

Ihre Musik besitzt eine unheimliche Wärme, da kriege ich Gänsehaut. Caterina Valente war in den 50er und 60er-Jahren ein Star, wie es ihn heute nicht mehr gibt. Die Unterhaltungskunst, die zum Beispiel auch Peter Alexander beherrschte, war viel umfassender. Es ging um singen, tanzen, Comedy und Moderation. Diese Mischung soll wieder aufleben, das will ich erreichen.

Beherrschen Sie diese Künste denn alle so wie Caterina Valente?

Kathrin Jantke: Nein, das würde ich nie behaupten. Ich kann mich mit dieser Künstlerin nicht vergleichen. Sie war perfekt, stand schon als Fünfjährige in der Zirkusmanege. Ich selber habe dagegen mit Stepptanz erst vor einem Dreivierteljahr begonnen.

Rocco Schmidt: Ich sehe schon viele Ähnlichkeiten zwischen Frau Valente und Kathrin. Frau Valente ist der lebende Beweis, dass sich auch die Multitalentiertheit von Kathrin positiv auswirken kann. Mit Gesang und Moderation ist sie ja schon lange erfolgreich.

Wird es zusätzlich zu Gesang nun also Tanz und Livemusik auf der Bühne geben?

Kathrin Jantke: Ja und nein. Es gibt Gastsänger und -tänzer. Ich tanze auch selber, zum Beispiel eine Choreographie mit Tanzelementen der damaligen Zeit. Auch andere Überraschungen wird es geben. Am liebsten würde ich mit einem Symphonieorchester arbeiten, so wie Caterina Valente bei Auftritten mit der WDR-Bigband in der Kölner Philharmonie.

Haben Sie Caterina Valente persönlich kennengelernt?
Rocco Schmidt: Nein, Frau Valente lebt in den USA und der Schweiz. Wir haben nur mit ihrem Sohn, der auch das Management führt, kommuniziert.

Wie war seine Reaktion auf Ihren Plan? Hat er sich gefreut?
Rocco Schmidt: Die Reaktion war neutral. In so erfolgreichen Schichten ticken die Uhren anders. Es ging zwischen uns eher um rechtliche Fragen.

Zum Beispiel?
Kathrin Jantke: Wir wollten die Show ursprünglich “Bonsoir Kathrin„ nennen, das wurde abgelehnt. Jetzt haben wir uns auf “Merci Kathrin„ geeinigt, das passt auch gut und bringt es auf den Punkt. Frau Valente feiert im Januar ihren 80. Geburtstag. Ich sage ihr mit der Revue “merci„ für ihr Lebenswerk.

Sie haben Ende Juli bereits ein Musikvideo für die Revue gedreht, wo fand das statt?
Rocco Schmidt: Im Saal des Stadthauses, dem ersten und ältesten Theater von Cottbus. Die Stadt hat uns dabei unterstützt.

Kathrin Jantke: Wir haben eine kleine Bühne mit rotem Samtvorhang gezaubert, die zwischen den Ornamenten an der Decke und der Empore im Saal den Eindruck einer echten Theaterrevue vermittelt hat. Der Dreh war toll. Wir haben ein Medley aus sechs Songs aus der Show aufgenommen. Damit wollen wir uns in erster Linie beim Fernsehen, bei Theatern und natürlich bei Tourneeveranstaltern vorstellen. Wenn alles wie geplant läuft, wird es ab Frühjahr 2011 deutschlandweit auf Tournee gehen. Cottbus und Mannheim stehen bereits auf dem Tourplan.

Zum Thema:
Caterina Valente Während Caterina Valente in Europa vorwiegend Schlager veröffentlichte, gilt sie weltweit als Interpretin von Weltmusik mit Schwerpunkt Südamerika. Caterina Valente wurde am 14. Januar 1931 als Tochter eines Akkordeonvirtuosen und einer Clownin geboren. 1954 schaffte sie mit “Ganz Paris träumt von der Liebe„ ihren Durchbruch in Deutschland. Weitere bekannte Titel wie “Komm ein bisschen mit nach Italien„ (1956) und “Tschau, Tschau, Bambina„ (1959) folgten. Außerdem drehte Valente Kinofilme und erhielt 1957 mit “Bonsoir Kathrin„ ihre eigene deutsche Fernsehshow. Im März 2002 bekam Caterina Valente den Echo-Preis für ihr Lebenswerk. Heute lebt sie in Lugano in der Schweiz und in den USA.

Das Gespräch führte