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| 12:08 Uhr

Gablenz
Ein Ständchen zum Neujahrsempfang

 Ein Bild, das es so nicht wieder geben wird. Kromlaus Blütenkönigin Stefanie Engler scheidet nach dem Pfingstfest 2019 aus ihrem Amt aus. Gern ließ sie sich deshalb mit dem Fröhlichen Harmonikaorchester Krauschwitz ablichten.
Ein Bild, das es so nicht wieder geben wird. Kromlaus Blütenkönigin Stefanie Engler scheidet nach dem Pfingstfest 2019 aus ihrem Amt aus. Gern ließ sie sich deshalb mit dem Fröhlichen Harmonikaorchester Krauschwitz ablichten. FOTO: Regina Weiß
Gablenz. Gablenz nimmt den Jubiläumsschwung für die vielen Investitionen mit ins neue Jahr. Der Bremsklotz heißt Bürokratie. Von Regina Weiß

Der Gablenzer Neujahrsempfang ist einzigartig in dieser Region. Er ist nicht steif oder aufgesetzt. Er ist vielmehr gemütlich und herzlich. Einfach gut für das Dorfgefühl.

Das hatte beim 750. Geburtstag im vergangenen Jahr schon mal gestimmt. Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) ruft dieses besondere Ereignis allen Gästen beim Neujahrsempfang am Freitagabend im Gemeindesaal ins Gedächtnis. Der Ort habe es bei seinem Jubiläum richtig krachen lassen. Und man sieht es den Gästen im Saal an – vor ihrem inneren Auge laufen die vielen gelungenen Veranstaltungen einem Film gleich ab. Die Präsentation des Bildbandes, der Apfelkuchenwettbewerb, das Programm der Knirpse und der polnischen Gäste bis hin zum Festumzug oder Feuerwerk – diese Ereignisse werden allen noch lange im Gedächtnis bleiben. „Mit Fug und Recht kann man von einem gelungenen Fest reden, dass ohne viele fleißige Helfer nicht möglich gewesen wäre. Mein Dank geht an alle. Ich möchte keinen Einzelnen nennen, weil ich nur Angst habe, jemanden zu vergessen“, so Noack in seiner Rede.

Nicht nur die Festwoche gehört zum erfolgreichen Jahr 2018 für das Dorf. Das Pfarrhaus erstrahlt im alten Glanz. Die ersten Mieter sind dort eingezogen. Außerdem geht es bei den barrierefreien Wohnungen voran. Investiert wurde in die Straßenbeleuchtung. Alle Lampen wurden auf LED umgerüstet. Durch die längere Brenndauer sorge man für ein besseres Sicherheitsgefühl. Das zerstörte Bushäuschen an der Dorfstraße wurde wieder aufgebaut. Die ebenfalls in Folge des Unfalls zerstörten Rhododendren werden in diesem Jahr durch neue ersetzt. Neupflanzungen kündigt Noack auch für den Friedhof und die Puschina – die grüne Oase in der Dorfmitte – an. Neue Spielgeräte für Kita und die Dorfmitte sind in Gablenz entstanden. In Kromlau sind es der Mehrgenerationenspielplatz, zwei Kilometer Parkwege, der sanierte Richterstuhl, die gesicherten Basaltsäulen im sowie die neue Brücke am Inselteich. Dank Fotos aus den 1920er-Jahren konnte sie wieder entstehen. Wahrscheinlich schöner denn je.

Schon ein großes Pensum für die dörfliche Gemeinschaft samt Rat und Bürgermeister. Diesen Schwung aus 2018 nimmt man in diesem Jahr auf. „Wir haben viel geschafft, wir haben uns aber auch viel vorgenommen. Packen wir es gemeinsam an“, so Dietmar Noack, um mit den rund 120 Gästen anzustoßen. Darunter Bundestagsabgeordneter Tino Chrupalla (AfD), die Landtagsabgeordneten Lothar Bienst (CDU) und Thomas Baum (SPD) sowie eine polnische Delegation von der Partnergemeinde Zary-Land (Gemeinde Sorau). „Ich freue mich riesig, heute wieder hier zu sein“, so Partnerbürgermeister Leszek Mrozek. „Die Zusammenarbeit wird immer besser und wir mögen uns immer besser“, schickt er hinterher. So sei der polnische Apfelbaum im Gablenzer Bartelshof – das Gastgeschenk zum 750. – gut angewachsen. Zusammen bringt man nun die Feuerwehr mit Technik auf den neuesten Stand. 1200 Feuerwehrleute sind in das gemeinsame EU-Projekt involviert. Aber eins gibt Bürgermeister Dietmar Noack sehr zu denken: Obwohl gleich gestartet, haben die Polen ihre Fahrzeuge seit Herbst 2018. Das für die Gablenzer Wehr lasse dagegen noch bis zum Jahresende auf sich warten. Eine Auswirkung der Bürokratie, konstatiert Noack ernüchtert.

 Bürgermeister Dietmar Noack und Blütenkönigin Stefanie zeichnen Ingolf Tschätsch (M.) für sein Engagement für die Dorfzeitung Gablenz aus.
Bürgermeister Dietmar Noack und Blütenkönigin Stefanie zeichnen Ingolf Tschätsch (M.) für sein Engagement für die Dorfzeitung Gablenz aus. FOTO: Regina Weiß

Nach viel Papier-Vorarbeit (Planung und Gutachten) hofft der Gemeindechef, auch am Rakotz-Ensemble im Kromlauer Park voranzukommen und mehr zu bewegen, als nur den Bauzaun aufzustellen. 4,2 Millionen Euro stehen nun dafür von Land und Bund bereit. Im Frühjahr soll es dort losgehen. Im April sollen auch die Arbeiten am Kavalierhaus Kromlau beginnen. Im ehemaligen Sitz des Tourismusbüros entstehen zwei Ferienwohnungen – davon eine als Hochzeitssuite. 500 000 Euro kosten Infopunkt samt Toilette und Umgestaltung des Parkplatzes in Kromlau. Das Projekt aus dem Programm „Zukunft Stadtgrün“ soll ebenfalls 2019 in Angriff genommen werden.

 Inge Zech mit Kitachefin Margitta Masopust (r.). Die Kita lässt Inge Zech mit einem Lied hochleben.
Inge Zech mit Kitachefin Margitta Masopust (r.). Die Kita lässt Inge Zech mit einem Lied hochleben. FOTO: Regina Weiß

Auch in diesem Jahr nutzt der Gemeindechef den Neujahrsempfang für die Würdigung von engagierten Personen. Ein großes Dankeschön in Form eines Gutscheins gibt es für Ingolf Tschätsch. Der RUNDSCHAU-Redakteur im Unruhestand hat sich den Hut für die Dorfzeitung aufgesetzt.

Viele Jahre sind die Ausgaben vor Drucklegung auch durch die Hände von Inge Zech gegangen. Die Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung wird ab März ihren Unruhestand antreten. Vor 27 Jahre rutschte sie durch eine ABM in die Aufgaben im Gemeindeamt. Dietmar Noack bedankt sich für die gute Arbeit im Team. „Inge, wir werden dich vermissen!“ Etwas Besonderes hat sich das Team des Kindergartens einfallen lassen. „Die Inge geht in Rente, das ist jetzt keine Ente. Fideralala, fideralala...“ wird gemeinsam im Saal gesungen. Dem Ständchen beim Neujahrsempfang folgen noch viele Lieder. Hagen Schmidt und sein Fröhliches Harmonikaorchester Krauschwitz – der Name ist Programm – brauchen die Gablenzer nicht lange bitten.