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| 18:42 Uhr

Kommunalpolitik
Ein Spielplatz fürs alte Dorf

Dieser Spielplatz befindet sich in der kleinen norwegischen Hafenstadt Haugesund und könnte auch in Weißwasser Kinder begeistern.
Dieser Spielplatz befindet sich in der kleinen norwegischen Hafenstadt Haugesund und könnte auch in Weißwasser Kinder begeistern. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Im „Alten Dorf“ von Weißwasser sind nach der Wende viele Eigenheime hinzugekommen und somit auch Familien mit Kindern. Diese wünschen sich einen Spielplatz. Von Gabi Nitsche

Der Wunsch, einen Spielplatz für die Jüngsten zu bekommen im Bereich „Altes Dorf“ ist nicht neu. Dafür gab es schon mehrere Anläufe, aber noch keinen Tobeplatz. SPD-Stadträtin Kathrin Jung gehört zu jenen, die das Thema immer wieder ansprechen. Andreas Friebel (Klartext) wollte im Mai Nägel mit Köpfen machen und fand die notwendige Unterstützung im Bau- und Wirtschaftsausschuss für den Antrag namens seiner Fraktion. Demnach sollte die Verwaltung eine Untersuchung möglicher kommunaler Standorte vornehmen.Von etwa 1000 Quadratmeter Größe und in verkehrsberuhigter Lage war die Rede. Das Ergebnis präsentierte am Dienstag Baureferatsleiter Thomas Böse den Ausschussmitgliedern. Vier mögliche Standorte wurden ermittelt, die auf einer Karte von Weißwasser markiert waren. Zum Teil seien diese Flächen jedoch verpachtet. Wenn man sich für eine entscheidet, dann müsste das langfristig bedacht werden. Thomas Böse ging von geschätzten Kosten in Höhe von 100 000 Euro aus.

Standort Nr. 1 befindet sich am verlängerten Neuteichweg, am Strugaauslauf, und ist circa 1000 Quadratmeter groß. Nr. 2 befindet sich am Gablenzer Weg und ist noch Garagenstandort. „Für einen Spielplatz ist die Frage erlaubt, ob man diese langfristig kündigt“, warf Böse ein. Er erinnerte, dass Weißwasser Hunderte leer stehende Garagen hat, wo sich alternativ Unterstellmöglichkeiten finden würden. Nr. 3 befindet sich am Kromlauer Weg, aber ziemlich weit draußen. Nr. 4 – das ist der alte Friedhof von Weißwasser im Bereich Spremberger-/Jahnstraße. Dort soll es bis Mitte der 1990er-Jahre schon einen Spielplatz gegeben haben.

Kathrin Jung ergänzte die Informationen, für die sie sich bedankte, um eine weitere Fläche gegenüber der Damaschkestraße. Aus ihrer Sicht hatte sie jedoch Bedenken, was die angesetzte Größe für den Wunsch-Spielplatz angeht. 1000 Quadratmeter wären ihrer Meinung nach viel zu groß. Zehn mal zehn Meter würden ausreichen. Dann wäre möglicherweise auch Platz in dem Bereich der roten Bänke an der Käthe-Kollwitz-Straße. Die genannte Summe von 100 000 Euro war ihr viel zu hoch. Sie geht von einer geringeren Summe aus und legte einen Katalog eines deutschen Herstellers auf den Tisch. Auch sei sie überzeugt, dass die Bevölkerung bereit sei, bei notwendigen Arbeiten zuzugreifen, um so Kosten zu sparen. Nicht zuletzt gebe es auch polnische Anbieter. Im Nachbarland habe sie schon sehr schöne Plätze für die Jüngsten gesehen. „Wir wissen alle, die Haushaltslage ist dünn. Vielleicht findet sich ja auch ein anderer Topf“, so die Weißwasseranerin hinsichtlich der Finanzierung. Das Entscheidende sei der Wille. Dafür wolle sie werben.

Thomas Böse warf seine Erfahrungen in die Waagschale, was die Größe angeht. Für den neuen Hort in Weißwasser müsse man den Spielplatz auf 20 bis 30 Quadratmeter „quetschen“. Das sei schwierig. Und mit Blick auf die Kosten, denn auch ein Stück Zaun werde gebraucht genau wie eine Erschließung der Fläche, komme schon einiges an Geld zusammen.

Die Stadtverwaltung wird nun die Informationen noch einmal aufarbeiten und allen Ausschussmitgliedern auf einer Karte zukommen lassen, kündigte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) Dienstagnachmittag an. Dann kann die Diskussion fortgeführt werden. Denn in dem Punkt ist sich der Ausschuss einig: Das „Alte Dorf“ soll einen Spielplatz bekommen.