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| 17:57 Uhr

Parteien
Ein schwieriger Hürdenlauf für die Eltern

Dierk Kunow, Chef der Linken im Landkreis, Kathrin Kagelmann und Caren Lay, verweisen auf die Hürden, die sich für Eltern bei diversen Anträgen auftuen.
Dierk Kunow, Chef der Linken im Landkreis, Kathrin Kagelmann und Caren Lay, verweisen auf die Hürden, die sich für Eltern bei diversen Anträgen auftuen. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Linken-Politiker machen mit ihrer Aktion gegen Kinderarmut Station in Weißwasser.

(rw) Unter dem Titel „Armut hat ein Gesicht, Augen, Nase, Mund“ findet am 2. Juni ein bundesweiter Kongress des Netzwerkes gegen Kinderarmut in Leipzig statt. Im Vorfeld dieser Konferenz möchten sich Abgeordnete der Partei die Linke verstärkt mit der konkreten Situation vor Ort auseinandersetzen. Deshalb laden sie in den sächsischen Landkreisen einerseits zu Fachgesprächen zum Thema „Kinderarmut und Handlungsoptionen“ ein, andererseits bringen sie durch eine öffentliche Aktion das Thema auf die Straßen und Plätze des Freistaates. So am Mittwoch in Weißwasser.

Dabei zeigten die Abgeordneten symbolhaft auf, was es für Kinder aus armen Familien heißt, am öffentlichen Leben mit all seinen Facetten teilzuhaben. „Es ist ein Hürdenlauf“, so der Görlitzer Landtagsabgeordnete und Kreistagsmitglied Mirko Schultze. Nicht verwunderlich, dass manche Eltern den gar nicht erst starten wollen oder zwischenzeitlich aufgeben. Leidtragende sind dann die Mädchen und Jungen. „In solchen Fällen geht es nicht unbedingt um Essen, die Versorgung, sondern um die Fahrt ins Ferienlager oder den Besuch beim Weihnachtsmärchen, von dem die Kinder ausgeschlossen bleiben“, erläutert der Abgeordnete. Eine Grundsicherung für Kinder, wie sie die Linken von zu versteuernden 573 Euro fordern, könnte Abhilfe schaffen; ebenso kostenfreie Angebote, ist sich die Landtagsabgeordnete Kathrin Kagelmann sicher. Und nennt als Beispiel den öffentlichen Personennahverkehr.

„Deutschland ist so ein reiches Land und dann sparen wir bei den Kindern“, unterstreicht Schultze, dass sich da für ihn seit Jahren genau was in die falsche Richtung entwickelt. Im Durchschnitt sei jedes vierte Kind von Armut betroffen. Bundestagsabgeordnete Caren Lay sieht vor allem eins: Was die Situation für die Kinder bedeutet, was sie  mit ihnen macht. Sie kann nachfühlen, ist sie doch selbst in einfachen Verhältnissen aufgewachsen.

Heidi Knoop vom Ortsverband macht auf ein Problem aufmerksam, das gerade in diesen Tagen aktuell ist. Es wird Jugendweihe gefeiert und Kinder bekommen Geldgeschenke. Diese werden aber auf Hartz IV-Bescheide angerechnet. Für die Beschenkten ist das alles andere als ein schöner erster Schritt ins Erwachsenenleben.

(rw)