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| 01:25 Uhr

Ein neues Modewort?

Haben Sie schon bemerkt, dass ein neues Modewort aufgetaucht ist? Es wird allenthalben von Politikern, Börsenmaklern und Wirtschaftsbossen verwendet.

Bisher schien es nur Pfarrern auf der Kanzel vorbehalten zu sein! Man schaut zuversichtlich in die Zukunft, beurteilt die wirtschaftliche Lage zuversichtlich und bringt Aktionäre in eine zuversichtliche Stimmung. Dieses Wort stammt erstaunlicherweise aus der Bibel. Dort ist von meiner Zuversicht, die ich auf Gott setze, die Rede. Martin Luther hat bei seiner Bibelübersetzung dieses Wort eingeführt und hat mehrere hebräische und griechische Begriffe so übersetzt. Wortwörtlich ist da eigentlich folgende so zu lesen: Gott ist mein Zufluchtsort, bei ihm gewinne ich Mut und Standhaftigkeit, indem ich mein Vertrauen auf Gott setze.
Im neuesten deutschen Wörterbuch wird das Wort Zuversicht in dem Begriff Optimismus zusammengefasst. Vielleicht hat Luther das auch so gemeint, wenn er in Psalm 46 übersetzt „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben!“ und auf diesem Hintergrund sein Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ dichtet und komponiert. Nun frage ich mich, ob die Menschen, welche heute dieses Wort plötzlich entdecken und verwenden, tatsächlich ihre Zuversicht aus Gott gewinnen. Schön wäre es ja! Doch da habe ich meine Bedenken; denn viel lieber verlässt man sich auf Prognosen der Wirtschaftsweisen oder auf Trends an der Börse. Aber vielleicht wird dieser oder jener doch zuversichtlicher, wenn er es einmal mit Gott versucht. Der kommt nämlich nie aus der Mode!