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| 15:08 Uhr

Polizei
Autodieb kracht mit Bundespolizei zusammen

Görlitz. Die Polizei verfolgt einen Autodieb auf der A 4. Dabei kommt es zu einem Unfall, bei dem der mutmaßliche Täter schwer verletzt wird. Der Tunnel Königshainer Berge der A 4 ist stundenlang gesperrt gewesen.

Donnerstag gegen 8 Uhr ist an der Zufahrt zum Autobahntunnel Königshainer Berge auf der BAB 4 ein gestohlenes Auto mit einem Streifenwagen der Bundespolizei und einem Pkw eines Reisenden zusammengestoßen. „Dabei verletzte sich der mutmaßliche 34-jährige Autodieb womöglich schwer“, so Polizeisprecher Thomas Knaup. „Die übrigen drei beteiligten Personen, darunter zwei Beamte der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf, blieben dem ersten Anschein nach unverletzt“

Seinen Anfang nahm das Geschehen, als eine Streife der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Bautzen den schwarzen Audi Q 5 bei Bautzen im fließenden Verkehr sah und das Kennzeichen überprüfte. „Hier ergaben sich zwar keine Auffälligkeiten, doch das Bauchgefühl der erfahrenen Zivilfahnder der Kriminalpolizei und Bundespolizeiinspektion Ebersbach hatte bereits Alarm geschlagen“, so Knaup. Als sich die Streife am Parkplatz Löbauer Wasser zu erkennen gab und versuchte, den Audi zu stoppen, gab dessen Fahrer Vollgas und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit in Richtung polnische Republik.

Zwei Streifen der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf hatten die Alarmmeldung der Zivilfahnder über Funk gehört und postierten sich an der Zufahrt zum Autobahntunnel Königshainer Berge. Als der Audi kam, fuhr eine Streife mit ihrer Mercedes B-Klasse auf die rechte Fahrspur der BAB 4 auf. Parallel fuhr ein 33-jähriger Reisender mit seinem Peugeot in der linken Fahrspur.

Der Q 5 prallte mit hoher Geschwindigkeit auf das Heck des Polizeiautos und berührte auch den Peugeot. Anschließend driftete der Audi in die linke Tunnelwand und blieb nach reichlich 100 Metern stehen.

Eine erste Überprüfung ergab, dass der Firmenwagen wenige Stunden zuvor in der Ortschaft Rimpar in Unterfranken entwendet worden war. Der Eigentümer hatte den Diebstahl bis zum Anruf der Polizisten noch nicht bemerkt. Der Fahrer des verunfallten Audi war bei Eintreffen der Rettungskräfte nicht mehr ansprechbar. Er wurde zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus gebracht und dort bewacht. Vermutlich stand er unter Drogeneinfluss.

Die Streifenbesatzung der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf im Alter von 44 und 34 Jahren blieb dem ersten Anschein nach unverletzt. Ihr Dienstfahrzeug erlitt vermutlich Totalschaden. Auch an dem beteiligten Peugeot entstand Sachschaden. Dieser betrug in Summe nach ersten Schätzungen mehrere 10 000 Euro. „Ein Abschleppunternehmen nahm die Fahrzeuge an den Haken und beseitigte das Trümmerfeld der geborstenen Plastikteile“, wie Knaup berichtet.

Aufgrund des Unfalls blieb der Autobahntunnel Königshainer Berge bis etwa zur Mittagszeit in Fahrtrichtung Görlitz voll gesperrt. Die letzte freie Anschlussstelle war Nieder Seifersdorf. Von dort nutzten die meisten Reisenden und der Schwerlastverkehr in Richtung Osteuropa die nördliche Umleitungsstrecke nach Niesky und von dort über die B 115 weiter zur Anschlussstelle Kodersdorf. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens bildete sich bereits ab der Anschlussstelle Weißenberg ein Rückstau von wenigen Kilometern Länge. Auch auf der Umleitungsstrecke herrschte hohes Verkehrsaufkommen.

(dh)