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| 19:59 Uhr

Niederschlesische Magistrale
Ein Mammutprojekt nähert sich dem Ende

Die Unterführung „Krone“ ist bislang noch nur zu erahnen.
Die Unterführung „Krone“ ist bislang noch nur zu erahnen. FOTO: Uwe Menschner
Niesky. Der letzte Bauabschnitt der Niederschlesischen Magistrale hält viele Herausforderungen bereit. Ab dem 29. Oktober rollen Züge darüber.

Das Schwierigste kommt zum Schluss. Der Bauabschnitt der Niederschlesischen Magistrale zwischen Niesky und Horka hat es in sich – besonders die Strecke zwischen der B 115 und dem Bahnübergang Neuhofer Straße. Auf diesem nur knapp zwei Kilometer langen innerstädtischen Teilstück in Niesky müssen die Planer der Deutschen Bahn AG extrem viele technologische und zeitliche Restriktionen beachten.

„Der Fertigstellungstermin steht, und daran ist nicht zu rütteln“, erklärt Projektleiter Ulrich Mölke. Am 29. Oktober erfolgt die technische Inbetriebnahme – bis dahin muss die Strecke fertig und befahrbar sein. „In den darauf folgenden Wochen finden Prüf- und Testfahrten bis hin zur Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern in der Stunde statt“, berichtet der Projektleiter. Die Eisenbahnunternehmen haben in dieser Zeit die Gelegenheit, ihre Lokführer einzuweisen, damit diese die erforderliche Streckenkenntnis erhalten.

Am 9. Dezember erfolgt mit dem Fahrplanwechsel der scharfe Start sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr. Bis dahin muss noch eine Menge erledigt werden – und das, ohne dass in Niesky das komplette Chaos ausbricht. Denn natürlich werden auch die (zwischenzeitlich) vier vorhandenen Bahnübergänge von den Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen. Noch bis zum 24. Juli ist der innerstädtische Bahnübergang Muskauer Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Bis dahin kann die provisorische Überfahrt in der Nähe des Bahnhofes genutzt werden. Zeitgleich mit der Öffnung der Muskauer Straße wird diese außer Betrieb genommen und wieder zurückgebaut.

Ab 1. August erfolgt die Sperrung des wichtigsten Nieskyer Bahnübergangs – der Brücke im Zuge der B 115. „Dann beginnt die schwierigste Zeit für Niesky“, prognostiziert Ulrich Mölke. Bis zur für Anfang Dezember geplanten Inbetriebnahme der zurzeit im Bau befindlichen Unterführung „Krone“, die anstelle des früheren Übergangs Neuhofer Straße errichtet wird, steht nämlich für das gesamte Stadtgebiet nur noch der Übergang Muskauer Straße zur Verfügung.

Die Übergänge bilden für die Deutsche Bahn AG und die beauftragten Bauunternehmen die Nadelöhre: Während ringsherum bereits die Gleise liegen und die Masten für die Oberleitung stehen, kann der Aufbau oberhalb der „Krone“ erst erfolgen, wenn das Bauwerk steht. Nach der Sperrung der Überfahrt im Zuge der B 115 beginnen die Bauleute unverzüglich mit dem Abriss des Brückenbauwerks, um hier die Oberleitung setzen zu können. Die muss bis zum 7. September fertig sein, denn an diesem Tag heißt es: „Strom an.“ All das führt dazu, dass Projektleiter Ulrich Mölke diesen letzten Bauabschnitt als „sportliche Herausforderung“ bezeichnet.

Auch rings um den Bahnhof Niesky müssen die Bauleute noch viel Erde bewegen. So muss der Personentunnel zum neuen Inselbahnsteig pünktlich zur Betriebsaufnahme im Dezember fertig sein. Der „Hausbahnsteig“ geht erst im Dezember 2019 in Betrieb – wenn auch das Teilstück zwischen Horka und Niesky zweigleisig befahrbar ist. Bis dahin steht hier nur ein Gleis zur Verfügung – eine Folge des verspäteten Planfeststellungsbeschlusses.

Doch auch auf dem hinsichtlich des Gleisbaus bereits fertigen Abschnitt zwischen Lohsa und Niesky sind noch Bautrupps unterwegs: „Sie verkabeln von West nach Ost die neuen Schrankenanlagen der 20 Bahnübergänge“, berichtet Ulrich Mölke. Auch die entsprechenden Straßenabschnitte müssen noch fertiggestellt werden.

Die Arbeit wird Ulrich Mölke aber auch nach dem endgültigen Abschluss nicht ausgehen, wartet doch mit der ersehnten Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz bereits die nächste Großaufgabe.