Ebenso kommt in ihren Werken das traditionelle Leben in den hiesigen Dörfern nicht zu kurz.

Wenn Antje Pohl in ihren Garten, auf die Wiese oder in den Wald geht, trägt sie meist ihre Staffelei bei sich. "Ich versuche dabei stets, das Besondere einzufangen", erklärt die 49-Jährige. Der Reiz der Lausitzer Landschaft erschließe sich zumeist erst auf den zweiten oder dritten Blick. Doch wer diesen einmal erkannt hat, schätze dessen Klarheit. Das können blühende Disteln am Wegesrand sein, ein Blick auf einen schmalen Weg im Heidewald oder eine Impression vom Niederlausitzer Zapust, der sorbischen/wendischen Fastnacht.

Schon von Kindesbeinen an ist Antje Pohl mit ihrer Schwester Kerstin Tiefel mit Pinsel, Blatt und Farbe auf Achse. "Ich hatte einen perfekten Lehrer, nämlich Gerd Hallaschk", erklärt sie stolz. Der heute 75-Jährige, der in Pechern lebt, leitete damals den Zirkel für Malen und Grafik in Weißwasser.

Während der Ausstellungseröffnung lobte Hallaschk die Schwestern als "meine talentiertesten Schülerinnen, die ich je hatte". Er selbst plane für den November 2016 seine nächste Bilderschau in Löbau.

Antje Pohl, die in der Schleifer Kita als Erzieherin tätig ist, machte sich bereits vor Jahren die Mühe, jeden Freitag nach der Arbeit nach Dresden zu reisen, um sich an der dortigen Abendhochschule für bildende Künste das entsprechende Fachwissen und Handwerkszeug anzueignen. Mehr noch: Bereits vor elf Jahren nahm sie den Kontakt mit den früheren Zirkelmitgliedern wieder auf. Seitdem existiert die neue Gruppe "Malen und Zeichnen für Erwachsene". Mittwoch für Mittwoch treffen sich die Enthusiasten und suchen spannende Motive. Die Ergebnisse wurden bereits in mehreren Ausstellungen präsentiert, unter anderem im Weißwasseraner Krankenhaus.

Am liebsten halte sich die Hobbykünstlerin direkt am Ort des Geschehens auf, quasi mit intensivem Blick auf die Natur. Dieser werde mittels fachmännischem Auge und geschickter Hände in wunderbare Arbeiten in Pastellkreide, Aquarell und Öl festgehalten, wie Schwester Kerstin Tiefel in ihrer Laudatio treffend feststellte.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar im SKC zu sehen.