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Ein Hoch auf das Ehrenamt

Wilfried Krause, der Vorsitzende des Kromlauer Heimatvereins, und Katrin Kutrucz, Vorsitzende vom Frauenverein Kromlau, bekommen von Dietmar Noack (r.) "geistige Getränke" überreicht.
Wilfried Krause, der Vorsitzende des Kromlauer Heimatvereins, und Katrin Kutrucz, Vorsitzende vom Frauenverein Kromlau, bekommen von Dietmar Noack (r.) "geistige Getränke" überreicht. FOTO: R. Weiß
Gablenz. An einer funktionierenden Dorfgemeinschaft haben viele ihren Anteil. Dabei kommt dem Ehrenamt eine besondere Rolle zu. Dieses Engagement wurde beim Neujahrsempfang in Gablenz durch Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) gebührend gewürdigt. Neben einem großen Dankeschön, gab es auch Geschenke. Regina Weiß

Wer jetzt Gablenzer oder Kromlauer ist oder seine besondere Verbundenheit mit dem Dorf zum Ausdruck bringen will, der kann jetzt einen kleinen Sticker am Revers tragen. Dieser vereint die Kromlauer Rakotzbrücke und knallrote Äpfel - Symbole, die für beide Ortsteile stehen. Am Freitagabend bekam jeder Gast des Neujahrsempfangs ein solches Minilogo geschenkt.

Wenig später wurden weitere Geschenke verteilt. Vertreter der Vereine des Dorfes, angefangen von den Heimatvereinen Gablenz und Kromlau, den Feuerwehren bis hin zu den Billardsportlern konnten sich über eine Magnumflasche "Sprudelwasser" freuen. Das "Dopingmittel" war nicht nur als Dankeschön für die viele Arbeit zugunsten des Dorflebens gedacht, sondern auch als Anregung, genau so schwungvoll weiterzumachen.

"Erfolg hat drei Buchstaben: tun." Das Zitat von Goethe stellte Bürgermeister Dietmar Noack an den Beginn seiner Rede. Kurz und knapp habe der Dichter, das ausgesagt, worauf es ankommt. Nicht unbedingt auf Geld, sondern mit Tatkraft ans Werk zu gehen. "Menschen, die das machen, sind ganz in der Nähe - hier im Saal", so Noack. Die ehrenamtliche Tätigkeit habe dazu beigetragen, dass sich der Ort so gut entwickelt habe. Als Beispiel nannte Noack den Gablenzer Heimatverein. Wo gäbe es das noch, das Kuchen und Brot im alten sorbischen Backofen gebacken, das gleichermaßen an Kinder wie an Senioren gedacht werde. Selbst bei den Nachbarn habe sich herumgesprochen, dass man in Gablenz gut feiern könne. "Hier wird die Soße für die Currywurst noch selber gemacht und die ist einsame Spitze." Aus dem Heimatverein heraus habe sich die Frauentagsfeier zu einem Highlight entwickelt. Längst muss sie aus Kapazitätsgründen vom Gemeindesaal in die Turnhalle verlegt werden. "Die Bartelboys sind schon so berühmt, dass sie auch für andere Veranstaltungen gebucht werden", spielt Noack auf das erfolgreiche Männerballett an. Doch Ehrenamt ist mehr als Feiern. Feuerwehr, Gemeinderat und Gemeindekirchenrat - sie alle wirken ehrenamtlich. Letzterer freut sich, nun endlich einen Investor fürs Pfarrhaus gefunden zu haben.

"Jeder trägt zu einem guten Miteinander bei." Dazu gehöre auch, dass gemeinsam beim Park- und Blütenfest in Kromlau angepackt werde. "Wenn es dafür nicht so viele Helfer geben würde, könnte ein solches Fest nicht stattfinden. Anderswo machen das bezahlte Firmen. Darüber sollte man mal nachdenken."

An das Goethezitat anknüpfend, sagte Noack, dass gemeinsames Tun zum Erfolg führe. Diesbezüglich hielt er einen Ausblick auf 2018. Dann feiert Gablenz seinen 750. Geburtstag. Ein Festkomitee soll sich dafür gründen. Dazu seien alle Bürger eingeladen.

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Neben der Würdigung der Vereine wurde auch der Kromlauer Christof Hänchen geehrt. Er sei ein sehr großes Glück für die Gemeinde, so Dietmar Noack, habe er doch neben der Blutbuche auch neue Bänke für den Rhododendron-Park gesponsert."Unsere Partnerschaft blüht", fand Leszek Mrozek, Bürgermeister von Zary-Land. Dazu passte das Geschenk: Blühten in einer Vase auf Leinwand gebannt. Das Bild wird wahrscheinlich seinen Platz im sanierten Kromlauer Schloss finden, regte Dietmar Noack an.SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Baum wünschte der Gemeinde Gablenz weiterhin eine erfolgreiche Entwicklung. Diese hat sie, obwohl die 2016 für hohe Wellen sorgende Empirica-Studie etwas anderes behauptet habe. "Beim Lesen ist mir fast die Tasse Kaffee aus der Hand gefallen." Die Politik habe versagt, wenn sie solche Arbeiten einfach so in die Öffentlichkeit lasse.Die Gesellschaft nehme das Ehrenamt oft zu selbstverständlich, sagte Kreisdezernent Werner Genau. "Ich soll Ihnen im Namen von Landrat Bernd Lange die Hochachtung aussprechen. Das Geleistete ist außerordentlich." Zudem finde alles auf einer gesunden finanziellen Basis statt. Für die musikalische Begleitung sorgten diesmal Rainer Wetzorke und Hans Friedland aus Weißwasser. Sie entführten in die Welt der Operette.