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| 16:53 Uhr

LR vor Ort
Ein gutes Dorf zum Leben

Der Dorfplatz von Uhyst wurde im Zuge der Umsetzung des ersten Entwicklungskonzeptes von 1993 neu gestaltet.
Der Dorfplatz von Uhyst wurde im Zuge der Umsetzung des ersten Entwicklungskonzeptes von 1993 neu gestaltet. FOTO: Regina Weiß
Uhyst. LR vor Ort kommt in der nächsten Woche nach Uhyst

  Das Teilstück der Langen Straße, die parallel zur Bahnlinie verläuft, ist fast fertig. Noch im Februar soll die neu bitumierte Strecke für den Verkehr freigegeben werden. Sobald die Autos über die Strecke rollen können, wird der Bahnübergang an der Langen Straße geschlossen. Er steht künftig den Passanten nicht mehr zur Verfügung.

Die Schließung erfolgt im Zuge des Ausbaus der Niederschlesischen Magistrale. Auch an der Bahnlinie gehen die Bauarbeiten stetig voran. Im Dezember sollen dann über die zweigleisige und elektrifizierte Strecke nicht nur Güterzüge, sondern auch wieder der Nahverkehr rollen. Die Personenzüge  sollen nach der Wiederaufnahme im Zwei-Stunden-Takt verkehren. Die Fahrzeit zwischen Görlitz und Hoy­erswerda verkürzt sich demnach infolge der Ausbaumaßnahmen um zehn Minuten auf circa eine Stunde. Dafür haben letztlich auch die Uhyster mit ihren Unterschriften gekämpft. Soweit so gut. Doch jetzt sieht Ortsvorsteher Frank Knobloch Handlungsbedarf am Haltepunkt in Uhyst. Es bedarf der Busanbindung, aber auch des Baus von Parkplätzen und Fahrradabstellmöglichkeiten. „Im Moment ist dort gar nichts“, erzählt der Uhyster.

Nur eine von vielen Aufgaben, die in der Zukunft anstehen.  Froh ist Knobloch, dass das Dorfentwicklungskonzept auf den Weg gebracht worden ist. Nach Vorberatungen in den Ausschüssen könnte es möglicherweise schon in der Ratssitzung im März in Boxberg beschlossen werden.

An der Ausarbeitung des Papiers waren nicht nur Entscheidungsträger der Gemeinde beteiligt, sondern auch Bürger des Ortes. Das Konzept werde am Ende nicht nur Handlungsempfehlungen aufzeigen, sondern sei auch für das Erlangen von Fördermitteln sehr wichtig.

Schon einmal hat Uhyst gute Erfahrungen mit einem solchen Konzept gemacht. 1993 gehörte der Ort neben andern Dörfern der Region zu den ersten, die ein solches Entwicklungsprogramm aufgestellt und Projekte daraus umgesetzt haben. Das Rathaus – heute Sitz des Ortschaftsbüros – und der davor liegende Platz in der Ortsmitte sind beredtes Beispiel dafür. Das Amt für Ländliche Entwicklung, was es damals in Kamenz gegeben hat, war ein guter Partner in dieser Zeit. Auch für private Anliegen. Denn Bürger konnten sich Projekte fördern lassen.

Die neue Schlagrichtung ist für Frank Knobloch klar: „Wir wollen ein guter Platz zum Leben sein.“ Und dann zitiert er einen Spruch aus altvorderer Zeit: „Der schönste Platz der Erde, ist Uhyst bei Hoyerschwerde.“ Kindergarten, Schulen im Nachbarort Boxberg, Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, ein aktives Vereinsleben, wobei der Fußball gerade eine neue Blütezeit erlebt, Sachsens größter See vor der Haustür, Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen – Uhyst hat als gute Dorfgemeinschaft wirklich viel zu bieten. Doch nicht alle Rahmenbedingungen lassen sich  von den Kommunalvertretern beeinflussen. Stichwort Kohleausstieg, Strukturwandel. „Ich unterstütze die Bemühungen nach einer Sonderwirtschaftszone für die gesamte Lausitz“, sagt Frank Knobloch, um Arbeitsplätze für die Zukunft zu schaffen. Wolle man hier wirklich Zeichen setzen, gelte es viele Dinge zu beachten. Das fange bei einer ordentlichen Verkehrsanbindung an. Neben den neuen Trassen, die gerade diskutiert werden, brauche auch die B 156 gen Bautzen noch an einigen Abschnitten einen Entwicklungsschub. Und es brauche auch Abschlussrahmenpläne für Kraftwerke. Die gibt es nämlich nicht. Doch was passiere mit den Bauten, wenn einmal keine Kohle mehr verstromt werden soll? „Soll doch die Bundesregierung dem Eigentümer Fördermittel geben, damit er hier etwas Substantielles entwickeln kann“, so Knobloch. In Richtung Land und Bund hat er diesbezüglich eine große Bitte: „Sie sollen nicht nur labern.“

Was steht sonst für die Zukunft von Uhyst noch an? Das Flurneuordnungsverfahren startet für Uhyst und Drehna. Mönau und Rauden sollen im Anschluss folgen. Was den Bürgern ungemein am Herzen liegt, ist eine Lösung für den Grundwasserwiederanstieg. „Wir saufen hier sonst wirklich ab“, so Knobloch. Man lasse nicht ab, das dicke Brett zu bohren. Mit der LMBV sei man deshalb seit Langem im Gespräch.

Nicht befriedigend sei die Situation beim Ausbau der Kreisstraße/Bautzener Straße. 2017 stand schon mal in Rede. Jetzt hängt es an den Fördermitteln. Mittlerweile bringt das die Uhyster wirklich auf die Palme.

Die Gesprächsrunde LR vor Ort findet am Donnerstag, 1. März, ab 18.30 Uhr in der Gaststätte „Drei Linden“ in Uhyst statt. Gäste sind neben der RUNDSCHAU-Reporterin Bürgermeister Achim Junker (CDU) und Ortsvorsteher Frank Knobloch. Dabei soll unter anderem diskutiert werden „Was gehört für die Zukunft zur Dorfentwicklung?“. Gern können dort auch andere Themen angesprochen werden. Wir laden Sie dazu herzlich ein.

LR vor Ort 4c
LR vor Ort 4c FOTO: LR
Der Ausbau des bahnparallelen Teilstücks der Langen Straße ist so gut wie abgeschlossen.
Der Ausbau des bahnparallelen Teilstücks der Langen Straße ist so gut wie abgeschlossen. FOTO: Regina Weiß