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Ein Geheimtipp in Bad Muskau

Thomas Polpitz und Christoph Haase (r.) beim gemeinsamen Probesitzen auf der neuen Rundbank im Badepark, die nun Spaziergänger zur Pause einlädt.
Thomas Polpitz und Christoph Haase (r.) beim gemeinsamen Probesitzen auf der neuen Rundbank im Badepark, die nun Spaziergänger zur Pause einlädt. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Im Badepark in Bad Muskau wird eifrig gewerkelt. Da fällt es dem einen oder anderen gar nicht ins Auge, dass sich dort auch gärtnerisch einiges getan hat. Ein Zeichen dafür sind die Badeberge. Regina Weiß

Linden sind Gesellschaftsbäume. Nicht umsonst gibt es in Dörfern Gerichts-, Tanz- oder Dorflinden. Meist sind oder waren sie der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.

Nun ist die Linde im Badepark nicht groß genug, damit sich unter ihr das gesamte gesellschaftliche Leben Bad Muskaus abspielen könnte, aber ein besonderer Baum ist sie schon. Schräg oberhalb vom Badehaus im Schluchtengarten ist sie zu finden. Übrigens ganz einfach. Denn seit wenigen Tagen wird sie von einer hölzernen weißen Rundbank umschlossen.

Zwölf Personen haben bequem auf ihr Platz, sind sich Christoph Haase von der Abteilung Planung und Denkmalpflege der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau und Projektleiter Thomas Polpitz von der Rodig GmbH sicher. Letzterer hat acht Jugendliche in einer deutsch-polnischen Jugendbegegnung angeleitet. Für die sei dieses gärtnerische Projekt ein Erfolgserlebnis gewesen. "Sie haben es von null an bis zur Fertigstellung begleitet", so Thomas Polpitz. Dort, wo einmal die Freilichtbühne gestanden hat, bietet sich jetzt eine grüne Oase und das mit neuen Wegen.

Entstanden ist ein Geheimtipp. Selbst viele Bad Muskauer werden sich noch nicht auf die Tour in die Badeberge begeben haben. Letztens taten es einige Stadträte und Mitglieder der Ausschüsse. Unter Anleitung von Parkdirektor Cord Panning ging es hinauf in die Höhe. Und alle waren baff, was für ein schöner Weg geschaffen wurde und welch schöne Blickbeziehungen auch im Badepark zu erleben sind.

"Ich denke, diese Rundbank wird ein Lieblingsplatz werden", sagt Christoph Haase ganz selbstbewusst. Nicht nur, dass es ein luftiges Plätzchen ist, an dem zum Beispiel die Gäste der Waldeisenbahn gut auf den nächsten Zug warten können, ergeben sich von dort schöne Sichten. Die auf den Bahnhof der Waldeisenbahn soll noch etwas geöffnet werden. Aber man kann bereits hinauf auf die Schüttaufhöhe sehen oder in die neu modellierte Schlucht oder in den Pleaserground des Badeparks. Und wer will, wandert dann von Bank zu Bank immer höher.

Die Schlucht selber soll einmal als eigener Gartenraum erkennbar und erlebbar werden. Dazu war allerhand Erdarbeit nach dem Abriss der Parkbühne notwendig. Das Gefälle musste quasi umgedreht werden, um hier weiter arbeiten zu können.

Noch ist das Projekt nicht ganz abgeschlossen. Inseln von Pflanzen sollen entstehen. Waldstauden werden es sein, die ab Herbst gepflanzt werden und die bestens zu den Buchenwäldern passen. Natürlich arbeitet aber auch schon die Natur mit, so zeigen sich am neu entstanden Wasserlauf die ersten Farne. Der Wasserlauf sieht mit den Steinen ganz natürlich aus. Und erfüllt zudem einen guten Zweck. Denn bei Regen muss er das Hangwasser auffangen.

Übrigens ist die in Berlin entstandene Rundbank für die Linde im Badepark so angefertigt, dass der Baum genug Platz hat zum Wachsen. "Für 20 bis 30 Jahre gibt es da Luft", so Christoph Haase.

Vielleicht gibt es dann noch mehr Orte zum Verweilen in den Badebergen. In Pücklers Andeutungen über Landschaftsgärtnerei sind für diesen Bereich mehrere Pavillons vorgesehen. Geht es nach Cord Panning, dann sollen auch diese irgendwann mal wieder im Badepark eine Rolle spielen.

Zum Thema:
Am Sonntag, 2. Juli, steht von 15 bis 18 Uhr das Open-Air-Picknick auf der Schlosswiese in Bad Muskau an. Auch in diesem Jahr werden die Spenden aus dieser Veranstaltung einem Projekt des Park-Fördervereins zugutekommen. Es geht um die Exedra-Bank im Badepark. Derzeit ist noch offen, ob diese neue Bank aus Holz oder Stein errichtet wird. Die Material-Frage ist nicht unerheblich, hat sie doch Auswirkungen auf die Frage des Herstellungspreises. Die Bank soll unweit der Villa Pückler aufgestellt werden.