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| 01:03 Uhr

Ein erster Anfang ist gemacht

Bad Muskau.. Einmal im Jahr wird bei der Feuerwehr in Bad Muskau Resümee gezogen. Dabei wird nicht nur über die Einsatzzahlen berichtet, sondern auch der Finger in so manche Wunde gelegt. Von Regina Weiß

Alle 28 Sekunden wird im Bundesgebiet eine Feuerwehr alarmiert, um Leben sowie Hab und Gut zu retten. Längst ist deren Gegner nicht mehr zuerst das Feuer. „Aus der Feuerwehr wird mehr und mehr die Universalwehr“ , so Stadtwehrleiter Andreas Haertel während der Jahreshauptversammlung der Bad-Muskauer Florianjünger. Von den insgesamt 57 Einsätze beider Wehren liegen die Brände im einstelligen Bereich. Unfälle und technische Hilfeleistungen bilden auch in der Parkstadt die Mehrheit. „Die Schwere der Unfälle nimmt zu und erfordert unser gesamtes Können. Die Trümmerberge beispielsweise beim Unfall am 22. August auf der B 115, wo wir drei Personen bergen mussten, werden die Kameraden so schnell nicht vergessen“ , so Andreas Haertel. Er dankte deshalb den Feuerwehrkameraden für ihre Arbeit, ihr Engagement und ihren Mut. In diesen Dank schloss er die Angehörigen mit ein.

Ansehnliche Zahl
92 Kameraden und Kameradinnen gehören zu den Wehren Bad Muskau und Köbeln. „60 davon sind operativ tätig. Das ist eine ansehnliche Zahl. Vor allem, dass die Köbelner Wehr sieben Zugänge hatte, freut mich. Daran sieht man, wie das neue Fahrzeug zieht. Hoffen wir, dass uns diese Jugendlichen lange erhalten bleiben“ , so Haertel weiter.
Apropos Jugend, Feuerwehrnachwuchs. Immer wieder hatte Andreas Haertel auf das drohende Aus der Jugendfeuerwehr hingewiesen. Im Mai letzten Jahres trat dann genau das ein. Feuerwehr, Stadtverwaltung und die Jugendhilfeagentur Turmvilla setzten sich zusammen.
„Diesen Arbeitsaufwand hätten wir nicht leisten können, deshalb geht ein Dankeschön an Frau Schöne und Frau Klein von der Jugendhilfeagentur“ , sagte der Stadtwehrchef in seinem Bereicht. Folge dieser Zusammenarbeit war ein Schnuppertag bei der Feuerwehr, in dessen Folge sechs Kinder erklärten, bei der Jugendfeuerwehr mitzumachen. „Ein erster Anfang ist also gemacht“ , meinte Haertel.
Ein Problem, was der Stadtwehrchef ebenfalls mehrfach benannte und schriftlich der Stadt anzeigte, ist die Funktionsfähigkeit der Hydranten. „Papier ist bekanntlich geduldig. Doch im Einsatz kann das ganz gefährlich werden, vor allem wenn es sich um solche Hydranten handelt, wo Menschenkonzentrationen sind, nämlich an der Diskothek Flashpoint und der Kita Schützenstraße. Im Ernstfall bekommt dann die Polizei den schwarzen Peter zugeschoben“ , kritisierte Haertel wieder.
Bürgermeister Andreas Bänder reagierte noch während der Jahreshauptversammlung auf diese kritischen Worte. Bedingt durch die Haushaltssituation - „sie ist 2005 besonders kritisch“ - „will ich keine falschen Hoffnungen wecken. Wir sind mit unserem Haushalt nicht in der Lage, das Problem vollständig abzustellen. Aber gemeinsam mit den VEW versuchen wir das Mögliche“ , so Andreas Bänder. Bedingt durch die finanzielle Lage werden in diesem Jahr nur die Funkmeldeempfänger angeschafft. „Die Sanierung des Gebäudes in Köbeln ist nicht in Vergessenheit geraten. Dort gibt es aber eine neue Zuordnung bei den Fördermittelgebern. Wir müssen den Antragsweg neu gehen“ , berichtete der Bürgermeister. Das ist insofern traurig, weil die Köbelner Wehr in diesem Jahr ihr 80-jähriges Jubiläum feiert.

„Zeichen des Vertrauens“
Während der Jahreshauptversammlung stand diesmal auch die Wahl des Wehrleiters und des Feuerwehrausschusses auf dem Programm. Andreas Haertel bekam für die nächsten drei Jahre das Vertrauen der Kameraden geschenkt. „Ich freue mich, ist das Ergebnis doch Bestätigung für die gute Arbeit des Stadtwehrleiters, außerdem ein Zeichen des Vertrauens“ , gratulierte der Bürgermeister.

Auszeichnungen Viel Beifall
 Auch bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung gab es Beförderungen und Auszeichnungen für 20, 30 und 40 Jahre treue Dienste in den Reihen der Florianjünger. Besonders viel Applaus erntete Heinz Leißner. Er wurde für 60 Jahre in den Reihen der Feuerwehr mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet.