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Ein Eldorado für sozialbedürftige Menschen

OB Torsten Pötzsch (2.v.l.), Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak und GAB-Geschäftsführer Ansis Krause (r.) im Gespräch mit Petrit Saliaj aus Albanien. Seit über einem Jahr arbeitet dieser bei der GAB. Er lebt mit seiner Familie in Weißwasser und wartet auf die Bestätigung, dass er hier bleiben darf.
OB Torsten Pötzsch (2.v.l.), Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak und GAB-Geschäftsführer Ansis Krause (r.) im Gespräch mit Petrit Saliaj aus Albanien. Seit über einem Jahr arbeitet dieser bei der GAB. Er lebt mit seiner Familie in Weißwasser und wartet auf die Bestätigung, dass er hier bleiben darf. FOTO: Nitsche
Weißwasser. Ohne die ehrenamtliche Unterstützung vieler wäre die GAB Gesellschaft Arbeits- und Berufsförderung wohl nicht mehr am Leben. Das vermutet Michael Krenz und verweist stolz drauf, dass sich die soziale Einrichtung mittlerweile im 23.Lebensjahr befindet. Gabi Nitsche

Krenz selbst ist elf Jahre an Bord, und geringfügig beschäftigt. Der ehrenamtliche Geschäftsführer Ansis Krause, der seine Brötchen als Jugendbetreuer verdient, nennt ihn: "Objektmanager".

Die GAB hat es sich auf die Fahnen geschrieben, sozialbedürftigen Menschen zu helfen. Auf welche Art und Weise das erfolgt, davon überzeugte sich gestern Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) bei seinem Besuch innerhalb der Reihe "OB vor Ort". Ob Möbel oder Haushaltselektronik, Fahrräder, Rollatoren, Rollstühle und Krankenhausbetten - die Spenden werden aufgearbeitet und zum kleinen Preis angeboten. Jeder darf bei der GAB einkaufen. Doch zwei Drittel der Kunden müssen nachweislich Bedürftige sein, erklärt Krause. Wer es nicht ist, zahlt auf den Preis die Mehrwertsteuer.

Die GAB nutzt das ehemalige Schulgebäude an der Heinrich-Hertz-Straße vom Keller bis zum Obergeschoss. Der Erbbaupachtvertrag mit Weißwasser bedeutet, für die Unterhaltungskosten allein aufzukommen. "Die Ausgaben fressen im Grunde genommen die Einnahmen", bringt es Michael Krenz auf den Punkt. Indem einige Räume im oberen Bereich an Vereine vermietet werden, gehe die Rechnung auf.

Im Erdgeschoss befindet sich die Möbelbörse. "Die Leute rufen an, wir schauen uns die angebotenen Sachen an, ob sie verwertbar sind", erklärt Krenz. In der eigenen kleinen Tischlerwerkstatt bekommen Möbel einen frischen "Schliff".

OB Torsten Pötzsch und Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak staunten gestern über das vielfältige Angebot. "Und das, was bei uns nicht genommen wird, geht nach Zary." Ansis Krause berichtet von zahlreichen Hilfstransporten. Das Obdachlosenheim in Zary ist nur ein Beispiel von vielen. "Früher sind wir bis nach Weißrussland gefahren, aber das können wir nicht mehr leisten", sagt er. Die Albanien-Hilfe sei selbst mit einem großen Lkw nach Weißwasser gekommen, um aufgearbeitete Hilfsgüter abzuholen.

Unterstützung erhalte auch Nepal-Freiwilligen-Helferin Simone Awater, so Krause. Die Werkstätten, wo Ehrenamtler wie der 69-jährige Klaus-Peter Schultze die Spenden aufarbeiten, befinden sich im Kellergeschoss. Hier trifft OB Pötzsch auch den 48-jährigen Petrit Saliaj. Der Albaner ist seit einem Jahr hier beschäftigt, wohnt mit Frau und drei Kindern in Weißwasser und wartet darauf, dass sein Asylantrag auf Dauer genehmigt wird. "Ich gehe gern arbeiten, möchte Deutschland nicht auf der Tasche liegen", erklärt er. Von Beruf sei er Maurer, aber Räder oder Rollatoren zu reparieren, das bereite ihm Spaß. Die GAB unterstützt auch Jugendliche, gerichtlich auferlegte Sozialstunden abzuleisten. Laut einem langjährigen Kooperationsvertrag mit der Stadt halten sie die Spielgeräte im Freizeitpark instand. Ein weiterer Partner seidie Mobile Jugendarbeit.

Neben Nähstube und Holzatelier berät die GAB zu Anträgen für ALG II oder Rente und zu Behördendingen.