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| 16:30 Uhr

Marktzeit
Ein bisschen wie das Inventar des Wochenmarktes

Christa Jurk an ihrem Stand in Bad Muskau.
Christa Jurk an ihrem Stand in Bad Muskau. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Christa Jurks Metier ist auch mit 81 Jahren noch der Handel mit Oberbekleidung. Von Regina Weiß

Dienstag ist Wochenmarktzeit in Bad Muskau. Dann sind dort nicht nur Eier, Semmel- und Grützwürste, Roggenbrot und Pflaumen zu haben, sondern auch Blusen für die Frau, T-Shirts für den Mann und Unterwäsche für Sie und Ihn. Der Stand mit der Bekleidung ist das Metier von Christa Jurk. Sie sagt nicht Nein, wenn man sie so ein bisschen als das Inventar des Wochenmarktes von Bad Muskau bezeichnet wird. Im Gegenteil, sie quittiert diese Aussage mit einem Lachen.

Bald wird die gebürtige Muskauerin 82 Jahre und will von ihrem ambulanten Handel nicht lassen. „Wie lange ich das noch mache, weiß ich wirklich nicht. Aber noch macht es mir viel Spaß“, erfährt die RUNDSCHAU bei einer Stippvisite. Lediglich bei extremen Wetterlagen oder wenn es beispielsweise regnet, dann baut sie ihre Waren nicht auf. Neben den wöchentlichen Terminen in ihrer Heimatstadt ist sie alle 14 Tage in Schleife beziehungsweise in Rietschen anzutreffen. Sie weiß wohl, dass dann auf die Pullover- oder Wäschetante gewartet wird. Auch diesen Titel nimmt sie mit Humor. Wie es überhaupt ihre Art ist, mit dem einen oder anderen ein Schwätzchen und ein Späßchen zu machen. „Zu Hause sitzen, ist überhaupt nicht mein Ding“, erzählt sie. Hinterm Stand sei man schließlich gefordert, so rostet nichts ein.

Menschen anzuziehen, das hat sie viele Jahre ihres Berufslebens getan. Viele Muskauer und Bürger der Region kennen sie aus der Konfektions-Verkaufsstelle des Konsums. „Die Leute sind nicht ins Kaufhaus gefahren, sondern zu uns gekommen, wenn sie was Schönes anzuziehen haben wollten“, erinnert sie sich. Manchmal gab es Probleme, weil nicht genug Ware besorgt werden konnte. „Da gab es dann auch schon mal Ärger mit der ABI“ (A. der Red.: Arbeiter-und-Bauern-Inspektion, eine Kontrollinstitution in der DDR). Ansonsten habe sie gute Erinnerungen an ihr Kollektiv. Mit dem Geschäft „Mini-Preis“ ging es dann nach der Wende weiter. „Ich wollte die Leute immer ordentlich anziehen“, ist ihre Motivation - auch heute noch.