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| 01:23 Uhr

Ein Anwohner spendierte spontan fünf Euro

Weißwasser.. Dass junge Leute nicht nur „rumhängen“ und als Rowdys und Schläger in Erscheinung treten, wie häufig behauptet wird, bewies kürzlich die Klasse 9/1 der 2. Mittelschule Weißwasser. Ingolf Tschätsch

Die 20 Schüler mit ihrem Klassenleiter Wolfgang Lehmann wollten etwas für eine saubere Umwelt unternehmen, machten sich Gedanken, in welcher Form sie dafür einen Beitrag leisten können. Im Ergebnis dieser Überlegungen entstand schließlich das Projekt „Sauberer Wald“ .
Die praktische Umsetzung fand in den von Bergbaurestgewässern geprägten Waldgebieten um Gablenz und Weißwasser statt. Vorher hatte sich der Klassenleiter mit den entsprechenden Ansprechpartnern in Verbindung gesetzt, damit die Säuberungsaktion in der grünen Lunge gut vorbereitet starten konnte.
Der Gablenzer Bürgermeister Lothar Karger zeigte sich begeistert von der Idee, sicherte die Bereitstellung eines Multicars der Kommune zum Abtransport der mit Unrat gefüllten blauen Säcke zu, die man sich extra besorgt hatte. Auch bei Ina Köhler, der Weißwasseraner Ordnungsamtsleiterin, stieß das Vorhaben der Schüler auf offene Ohren.
Es wurde sogar der Landkreis eingeschaltet. Der stellte über die Niederschlesische Entsorgungsgesellschaft einen Container bereit. Damit waren alle Voraussetzungen gegeben, damit „Sauberer Wald“ ein Erfolg wird. Für den mussten aber letztendlich die Hauptakteure selbst - die Schüler - sorgen. Klassenleiter Wolfgang Lehmann und sein Kollege Steffen Behr begleiteten das Ganze vor Ort. Die erste Jungen gruppe war an der Grünen Fichte, an der Caroline und am Badesee eingesetzt. Drei große blaue Säcke an allerlei Unrat sammelten die Schüler ein.
„Dabei hatten wir eine nette Begebenheit mit einem Anwohner. Der fragte die Schüler, ob die das wirklich freiwillig machen. Er wollte es anfangs einfach nicht glauben. Ihn freute das so sehr, dass er den Jungs ganz spontan fünf Euro spendierte“ , berichtete Wolfgang Lehmann im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Die zweite Jungengruppe durchkämmte das Gebiet an der Gasverdichterstation, am Wasserwerk und an zwei Restseen.
Was dort alles gefunden wurde, was die Leute einfach so illegal entsorgt haben, darüber konnten Schüler und Lehrer nur den Kopf schütteln: ein alter Ofen, Flaschen, Plasteabfälle, Gläser, Hausmüll, Lumpen, Eisenteile aller Art . . . Eine ganze Wagenladung für den Multicar kam zusammen.
Die Mädchengruppe sorgte am Bahnhof der Waldeisenbahn in Kromlau für Ordnung, harkte dort Laub.
Eine gelungene Aktion zur Sauberhaltung der Umwelt, wie Wolfgang Lehmann einschätzte.