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Eigenproduktionen im Aufwind

Szene aus "Die lustige Witwe" von Franz Lehar des Görlitzer Theaters.
Szene aus "Die lustige Witwe" von Franz Lehar des Görlitzer Theaters. FOTO: Theater
Görlitz. 153 500 Besucher haben im vorigen Jahr mehr als 700 Veranstaltungen in den Spielstätten Görlitz und Zittau des Gerhart-Hauptmann-Theaters erlebt. Vor allem die Eigenproduktionen des Vierspartenhauses hatten deutlich mehr Besucher. red/br

Mit 97 Veranstaltungen hat das Gerhart-Hauptmann-Theater im Dezember rund 30 000 Zuschauer in den beiden Spielstätten in Görlitz und Zittau erreicht. Unangefochtene Publikumslieblinge waren Weihnachtskonzert und -märchen. Das Weihnachtskonzert unter dem Motto "Brenne auf, mein Licht" war es 28-mal im gesamten Kulturraum zu erleben. Das Weihnachtsmärchen lockte als Drachenkrimi "Der Drache im Schrank" vor allem Schul- und Kindergartengruppen in die 38 Vorstellungen. Beide Programme waren regelmäßig und fast nahezu durchweg ausverkauft, teilt Franziska Springer vom Theater mit.

Auch die Saison im Sommertheater sei sehr zufriedenstellend gelaufen. Erstmals bespielt wurde der Stadthallengarten in Görlitz. Etwa 4500 Zuschauer besuchten das abwechslungsreiche Sommertheaterprogramm - darunter so erfolgreiche Stücke wie "Aqua" oder die halbszenische Aufführung von Franz Lehárs "Die lustige Witwe", teilt die Pressesprecherin mit.

Ein kleiner Wermutstropfen

Großer Beliebtheit erfreute sich auch die stets ausverkaufte Schauspiel-Kriminalkomödie "Die 39 Stufen" im Klosterhof Zittau. Dort mussten sogar Zusatztermine gefunden werden, informiert die Theatersprecherin. Als kleiner Wermutstropfen werde das Ergebnis des Sommertheaters auf der Waldbühne Jonsdorf in Erinnerung bleiben. Wenngleich das Abenteuerspektakel "Die Legende des Priber" von Erfolgsregisseur Axel Stöcker die Erwartungen des Theaters voll erfüllte, wurde das hervorragende Ergebnis des Vorjahres nicht erreicht.

Äußere Einflüsse, wie ungünstiges Wetter und ungewöhnlich zeitige Sommerferien in Sachsen lockten weniger Zuschauer nach Jonsdorf. Dennoch falle die Gesamtbilanz des Theatersommers mit 24 000 Besuchern durchaus positiv aus, bedeutet aber 20 000 Euro weniger Umsatz.

Rekord knapp verpasst

Trotz der verregneten Saison auf der Waldbühne besuchten etwa 50 000 Zuschauer die Inszenierungen des Schauspiels. Das wären nur 2000 weniger als im Jahr 2015 und zeige die Beliebtheit der Schauspielsparte. Mit einer ähnlichen Auslastung der Waldbühnen-Produktion wie im Jahr 2015 wäre ein neuer Besucherrekord erreicht worden. Von dem lag das Theater nur rund 2000 Besucher entfernt. Die Schauspiel-Inszenierungen waren die publikumsreichsten Theaterangebote. Mit 39 000 Besuchern lagen die Inszenierungen des Musiktheaters leicht über den Zahlen für 2015.

Ein Garant für ausverkaufte Häuser sind die Konzerte der Neuen Lausitzer Philharmonie, die auch im vorigen Jahr Konzertbesucher im gesamten Kulturraum begeisterte. 20 000 Besucher sahen die Konzerte in den Stammhäusern in Görlitz und Zittau. Ein generationsübergreifender Publikumsmagnet ist die junge Konzertreihe "Hexenritt und Drachentöne".

Neben den monatlich ausverkauften Konzerten in Görlitz haben sich im Jahr 2016 auch die Zuschauerzahlen in Zittau sehr positiv entwickelt, heißt es in der Pressemitteilung, und weiter: Der Tanz blickt ebenfalls auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurück. Im Vergleich zu 2015 standen doppelt so viele Veranstaltungen auf dem Spielplan. Umsatz und Besucherzahlen stiegen enorm. Die Tanzcompany erlebten rund 10 000 Zuschauer.

Gastspiele und Vermietungen

Mit Gastspielen und Hausvermietungen sicherte sich das Theater wiederum stabile Zusatzeinnahmen von etwa 120 000 Euro. Die knapp 200 Fremdveranstaltungen besuchten etwa 34 000 Gäste.

Generalintendant Klaus Arauner betont mit Blick auf diese Zahlen: "Dieses hervorragende Ergebnis war nur durch das große Engagement der Beschäftigten möglich, die in einer sowohl finanziell wie auch räumlich schwierigen Situation Außerordentliches leisten. Diese positiven Zahlen sollten für alle Finanzierungsebenen Anstoß sein, sich künftig so verlässlich und konstruktiv um die Sicherung des Theaterbetriebes zu bemühen, wie dies derzeit der Landkreis und die Stadt Görlitz als Gesellschafter tun". Uneingeschränkte Zustimmung erhält er vom Kaufmännischen Geschäftsführer Caspar Sawade.

Geteilte Saison

Auf der positiven Bilanz will sich das Theater in diesem Jahr nicht ausruhen. Deshalb wird die Waldbühnensaison im Sommer zweigeteilt: Am 17. Juni bereits feiert "Der König der Schmuggler - Das Geheimnis des Pascherfriedel" Premiere in Jonsdorf. Dort wird er bis zum Start der Sommerferien in Sachsen am 25. Juni gezeigt. Anschließend pausiert das Ensemble zwei Wochen.

Vom 13. Juli bis 13. August gibt es weitere 15 Aufführungen. So können auch Besucher angrenzender Bundesländer die Inszenierung besuchen.

Mehr Stadthallenangebote

Auch das Angebot im Stadthallengarten wird ausgebaut, heißt es in der Pressemitteilung.: Neben der Operette "Frau Luna" von Paul Lincke feiert dort auch der Doppeltanzabend "Sacre" im Juni Premiere. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Abendveranstaltungen mit gastronomischer Betreuung geplant.

Im Bereich des Tanztheaters soll die sehr erfolgreiche Entwicklung konsequent fortgesetzt werden. Dies geschieht nicht zuletzt mit Blick auf die erheblichen Potenziale dieser Sparte zur Erschließung und Bindung neuer Publikumssegmente, die mit anderen Formaten nur schwer zu erreichen sind, heißt es abschließend.

Zum Thema:
Montag, 15. Januar: 19 Uhr Theater Görlitz, Orpheus in der Unterwelt; Freitag, 20. Januar: 19.30 Uhr, Theater Görlitz; Nacht der Geheimnisse; zwei Opernkomödien von Ermanno Wolf-Ferrari und Nino Rota, 45 min vor Beginn Werkseinführung Samstag, 21. Juli: 15 Uhr, Theater Görlitz, Görlitzer Caféhaus Quartett; 15 Uhr, Apollo Görlitz, ab vier Jahren, Gastspiel "Aladin und die Wunderlampe"; 19.30 Uhr, Theater Görlitz, Der Pantoffel-Panther, Komödie von Lars Albaum und Dietmar Jacobs Sonntag, 22. Januar: 19 Uhr, Theater Görlitz, Aqua, Tanzabend von Dan Pelleg und Marko E. Weigert; 19 Uhr, Apollo Görlitz, Gastspiel, musikalische Lesebühne