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Gestorben
Ehrenbürger Werner Manno beigesetzt

Werner Manno bei seinem 100. Geburtstag – so wird er in Erinnerung bleiben.
Werner Manno bei seinem 100. Geburtstag – so wird er in Erinnerung bleiben. FOTO: Regina Weiß / LR
Bad Muskau. Bürgermeister würdigt in Ansprache das Engagement des heimatverbundenen Pharmazierates

Im Beisein von Familie, Freunden, Wegbegleitern und Vertretern der Kommunalpolitik ist Ehrenbürger und Pharmazierat Werner Manno am Montag auf dem Nordfriedhof in Bad Muskau beigesetzt worden. Die Mitglieder der Schützengilde 1511 – Manno war dort Ehrenmitglied – standen Spalier und schossen Salut, bevor der Sarg in der Familiengrabstätte herabgelassen wurde. Werner Manno, dem 2000 wegen seiner Verdienste um Stadt und Park die Ehrenbürgerwürde verliehen worden war, ist 104 Jahre alt geworden.  Er war am 16. Oktober in Cottbus verstorben.

„Zu Ende ist die Freunde und die Last des Lebens“, so Pfarrerin Miriam Arndt in ihrer Predigt. Ein Trost solle es sein, das Manno friedlich aus dem Leben geschieden sei, wo er nun eine Lücke hinterlasse. War doch Werner Manno in seiner Geburts- und Heimatstadt sehr tief verwurzelt. Dabei war er, so erinnerte Bürgermeister Andreas Bänder (CDU), auch ein unbequemer Mann, unter anderem, wenn es um das Erbe von Pückler ging. Seine politische Heimstatt fand der Verstorbene 1946 in der CDU. Stadtverordneter und Kreisrat war er, 40 Jahre auch Kirchenältester.

Schon im Elternhaus wurde ihm die Liebe zur Geschichte vermittelt. Diese war über Jahrzehnte sein Steckenpferd, egal, ob es um den Muskauer Park ging oder die Geschehnisse in der Parkstadt selbst. Wer ihn fragte, bekam prompt eine Antwort, wenn es darum ging, wer wo gewohnt hatte.  Manchmal mussten dabei auch die legendären  Zettelkästen helfen.

Bänder erinnerte daran, dass er Werner Manno zu dessen 100. Geburtstag als Gedächtnis der Stadt tituliert hatte. Immer am Zeitgeschehen interessiert, nahm Manno, als er noch halbwegs gut zu Fuß war, an vielen Veranstaltungen in Stadt und Park teil. Wer ihm dann begegnete, kam nicht ohne ein Pläuschen davon. Dabei gab es oft etwas zu lachen, denn Werner Manno war um einen humorvollen Spruch nicht verlegen. Sehr verdient hat sich der Verstorbene um die Geschichte der Schützengilde gemacht. „Die Schützen rieben sich 1991 die Augen, als er die Schützenkette überreichte“, so Bänder. Jahrzehnte versteckt wie andere Insignien auch. Ein Umstand, der der Sammelleidenschaft  zu verdanken war.