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| 17:55 Uhr

Weißwasser
Ehrenamtler bekommen die begehrten Lausitzer Sterne

Hier wurde Christa Schönberger (l.) von Manuela Thomas vom Sozialen Netzwerk mit einem Lausitzer Stern geehrt.
Hier wurde Christa Schönberger (l.) von Manuela Thomas vom Sozialen Netzwerk mit einem Lausitzer Stern geehrt. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Weißwasser. Freiwillige sind an sieben Stellen in Weißwasser im Einsatz. Ihre Arbeit wird offiziell gewürdigt. Auch Ministerpräsident Kretschmer ist vor Ort. Von Torsten Richter-Zippack

In diesem Jahr besteht die Station Junger Techniker und Naturforscher in Weißwasser bereits seit 65 Jahren, davon 45 Jahre am heutigen Standort am südlichen Ende des Prof.-Wagenfeld-Rings.. 80 aktive Mitglieder des Betreibervereins kümmern sich um die außerschulische Beschäftigung und Bildung vieler Kinder und Jugendlicher. Kein Wunder, dass sich der Verein auch an den Lausitzer Sternen, einem Projekt des Sozialen Netzwerkes Lausitz, beteiligt. Dabei handelt es sich um ehrenamtliche Tätigkeiten, um die Lebensqualität und den Zusammenhalt in der Glasmacherstadt zu verbessern. Die Technik-Station gehörte am vergangenen Sonnabend zu einem von insgesamt sieben Ehrenamtspunkten in Weißwasser.

„Wir wollen den ersten unserer insgesamt zehn Bungalows verschönern“, erklärt Stationsleiter Bernd Frommelt. Dies soll mittels Acrylfarbe geschehen. Eine konkrete Vorstellung, was kleine und große Künstler mit der Unterkunft anstellen könnten, hat Frommelt indes nicht: „Ich lasse der Kreativität freien Lauf.“ Mit am Werk ist die Weißwasseraner Malerin Sabine Gutjahr. Auf eine vor den Bungalow gespannte Leinwand bringt sie unter anderem eine Sonne, Regenwolken und manches mehr unter. „Passend zum heutigen Wetter“, erklärt die Künstlerin. Geht es nach Bernd Frommelt, sollen auch die übrigen neun Bungalows mittelfristig farblich neu gestaltet werden. „Am besten jeder unter einem anderen Gesichtspunkt, sodass sie unterscheidbar werden.“ Denn bislang ähneln sich die Unterkünfte aus den 1970er-Jahren sehr.

Malerin Sabine Gutjahr hatte mit dem Verschönern des ersten der zehn Bungalows der Station Junger Techniker und Naturforscher begonnen.
Malerin Sabine Gutjahr hatte mit dem Verschönern des ersten der zehn Bungalows der Station Junger Techniker und Naturforscher begonnen. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Richtig rangeklotzt wird auch im Jahnbad. Neben der Liegewiese bringen die freiwilligen Helfer den Sandstrand und die Gehölze in Schuss. Beispielsweise Ina Müller und Ilona Jahndel. „Wir haben bereits mehrere Baumscheiben vom Unkraut befreit“, resümiert Ina Müller, die für das Soziale Netzwerk Lausitz tätig ist. Sie berichtet von einer vierköpfigen Familie, die selbst im strömenden Regen das Volleyball-Feld gesäubert hat. „Das verdient Respekt“, kommentiert die junge Frau. Allerdings hat das Wetter eine weitere geplante Arbeit verhindert. „Eigentlich wollten wir das Kassenhäuschen neu streichen“, sagt Müller.

Ilona Jahndel (l.) und Ina Müller säuberten mit viel Enthusiasmus den Strand des Jahnbades.
Ilona Jahndel (l.) und Ina Müller säuberten mit viel Enthusiasmus den Strand des Jahnbades. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Ebenfalls einen Strich durch die Rechnung gemacht haben die Niederschläge dem Projekt an der Turnhalle in der Juri-Gagarin-Straße. Die dortige Graffiti-Aktion musste ausfallen. Die holen wir aber zeitnah nach“, kündigt Robert Seidel, ebenfalls vom Sozialen Netzwerk, an. Weitere Projekte waren am vergangenen Sonnabend das Malen eines Spinnennetzes, das Radeln im Studio 41 für einen guten Zweck, dabei kamen insgesamt 250 Kilometer zusammen, sowie die Eröffnung eines Büros der Aktion Weißwasser am Boulevard. Nicht vergessen werden soll die Nähaktion im örtlichen Krankenhaus. Dabei entstanden in nur drei Stunden 40 Mützchen und Halstücher für die Neugeborenen.

Außerdem wurden besonders aktive und langjährige Ehrenamtler mit den Lausitzer Sternen, einer Art Zweitwährung in Weißwasser, geehrt. Dazu zählt beispielsweise Christa Schönberger, die bereits seit über 45 Jahren im Frauensport aktiv ist.

Selbst Ministerpräsident Michael Kretschmer lässt es sich nicht nehmen, den Weißwasseraner Ehrenamtlichen persönlich zu danken. „Es ist nämlich nicht selbstverständlich, nach getaner Arbeit sich für andere zu engagieren.“ Und bietet gleich Unterstützung an: „Wenn Sie Hilfe brauchen, sagen Sie Bescheid.“ Für Oberbürgermeister Torsten Pötzsch ist das Soziale Netzwerk Lausitz, dass die Lausitzer Sterne organisiert, nicht mehr aus seiner Stadt wegzudenken. Künftig soll das Gremium, so kündigt er an, als Freiwilligenagentur im Nordteil des Landkreises Görlitz fungieren. Und die Geschäftsführerin des Sozialen Netzwerkes, Manuela Thomas, ergänzt, dass es ohne Ehrenamt an vielen Ecken und Enden Weißwassers ziemlich traurig aussehen würde. Die Lausitzer-Sterne-Aktion werde indes fortgesetzt. Als Dank können die Ehrenamtler diverse gesponserte Gegenleistungen in Anspruch nehmen. Oberbürgermeister Pötzsch will in diesem Rahmen, so kündigt er an, an einem Abend als DJ-OB heiße Musik auflegen.