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Efre – ein Segen für Weißwasser

Die vier Buchstaben Efre waren für Weißwasser ein richtiger Glücksbringer. Dieses Förderprogramm der EU bescherte der Großen Kreisstadt etwa 5 300 000 Euro, die für die Realisierung einer Vielzahl von Projekten der Stadtentwicklung eingesetzt wurden und werden. Markantestes Beispiel hierfür ist die Umgestaltung des Boulevards. Von Ingolf Tschätsch

Die Umgestaltung des Weißwasseraner Boulevards in einem Gesamtkostenaufwand von etwa 1,9 Millionen Euro wäre ohne Efre kaum möglich gewesen. Das trifft auch auf die noch laufende Umgestaltung des Stadtteilzentrums Schweigstraße (ca. 1,3 Millionen Euro) zu, die 2007 abgeschlossen werden soll. Doch nicht nur große Brocken der städtischen Entwicklung haben von Efre profitiert. Auch die eher als Mauerblümchen bezeichneten Vorhaben wie die Platzgestaltung am Denkmal Schillerbank mit Kosten in Höhe von 7000 Euro - im vorigen Jahr realisiert - konnten mit Hilfe von Efre angeschoben und erfolgreich abgeschlossen werden. Efre - der Europäische Fonds für regionale Entwicklung - war für Weißwasser ein Segen. So lässt sich salopp der Tenor beim gestrigen Pressegespräch mit OB Hartwig Rauh zusammenfassen, bei dem die erste Förderperiode von Efre 2000 bis 2006 bilanziert wurde.
Sowohl der Oberbürgermeister als auch die anderen Gesprächspartner stellten dabei heraus, dass durch die Kombination von Efre mit dem Sanierungsprogramm „Soziale Stadt“ ein hervorragender finanzieller Effekt erzielt worden sei. Der Kommune wäre lediglich ein Eigenmittelbedarf bei den so geförderten Maßnahmen von nur noch 8,3 Prozent entstanden, wie es hieß. Der Finanzrahmen habe sich aus 75 Prozent EU-Fördermitteln und einem 25-prozentigen Eigenanteil der Stadt zusammengesetzt, der jedoch nochmals kofinanziert wurde durch zwei Drittel der besagten Städtebaufördermittel von Bund und Land, wodurch es zu dieser geringen Finanzbelastung in Höhe von 8,3 Prozent gekommen sei. „Weißwasser ist ein hervorragendes Beispiel im Freistaat, wie hier beide Fördervarianten glücklich miteinander verbunden wurden, ganz im Gegensatz zu anderen Städten. Ich kann das einschätzen, denn ich betreue die 60 Efre-Kommunen in Sachsen. Weißwasser hat hundertprozentig den Förderrahmen ausgeschöpft“ , erklärte Christian Flörke, Abteilungsleiter Planung von der Stadtentwicklung Südwest gGmbH, Niederlassung Dresden. Etwa 5 300 000 Euro sind es insgesamt, die auf diese Weise seit dem 25. September 2002 - dem Tag des Zuwendungsbescheids - geflossen sind.
„Ohne die gelungene Verknüpfung beider Förderprogramme wäre die Stadt auseinander gerissen worden, so ist sie zusammengewachsen“ , warf Stadtteilentwickler Frank Schwarzkopf ein. Hartwig Rauh würdigte in dem Zusammenhang auch den Weitblick der früheren Entscheidungsträger im Rathaus, die schon frühzeitig die Weichen für Efre gestellt hätten. Vor allem die Leistung der damaligen Stadtplanerin Kathrin Scheffer hob der OB hierbei hervor. Durch den Einsatz von Efre-Mitteln - eine Summe von 600 000 Euro wurde genannt - würden auch kleinere und mittlere Unternehmen gefördert werden, wie es gestern hieß. Als Beispiele wurden bauliche Veränderungen an der Ladenzone des Boulevards sowie des Pavillons I, des Postpavillons und des Metzenmarktes (alle Glückaufstraße) angeführt. „Viele Händler würden sonst nicht mehr hier sein“ , bemerkte Frank Schwarzkopf, womit er darauf hinwies, dass wichtige Arbeitsplätze erhalten bzw. neue geschaffen werden und Investitionen auf den Weg gebracht werden konnten. Von einer Sicherung von Lebensgrundlagen mit Hilfe von Efre sprach Christian Flörke.
Die Stadt führt die noch laufenden Projekte im kommenden Jahr zu Ende. Eine neue Efre-Förderperiode von 2007 bis 2013 steht in Aussicht, wurde informiert. Im Rathaus stehe man in den Startlöchern und treffe jetzt bereits die notwendigen Vorbereitungen.

Zum Thema Projekte 2007
 Die Neugestaltung von Glasmacherstele, Brunnen und Umfeld (180 000 Euro) und der Abbruch der Porzellina (410 000 Euro) sind Efre-Projekle, die 2007 ihren Abschluss finden sollen. Der Abbruch der alten Schnitter-Brauerei ist bereits 2005 passiert.