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Du gehst nie allein

You'll never walk alone – Du gehst nie ein allein, so heißt ein Musicalsong, der inzwischen zu einer Fußballhymne geworden ist. Begonnen hat dies in den 60er-Jahren beim FC Liverpool, wo vor den Spielen das Stadion mit Gassenhauern beschallt wurde, ist bei Wikipedia zu erfahren, und wo die Fans dieses Lied inbrünstig mitsangen.

So nach und nach verbreitete es sich dann auf der britischen Insel, schwappte auf das Festland über und wird jetzt in nicht wenigen Stadien, auch in Deutschland, von den Zuschauern gesungen.

Man braucht kein Fußballfan zu sein, um eine Gänsehaut zu bekommen, wenn 30-, 40- oder 60 000, Schulter an Schulter, dieses Lied singen. Drückt es doch eine Sehnsucht aus, die tief in den Herzen der Menschen verwurzelt ist. Nicht allein sein, auch wenn das Spiel aus ist und das letzte Bier im Vereinslokal gezischt wurde. Wenn man zurück muss in die Wohnung, wo niemand auf einen wartet oder wo der Scheidungskrieg weitergeht. Geh weiter, geh weiter, mit Hoffnung im Herzen, wenn alle Träume sich in Luft aufgelöst haben, heißt es in dem Lied. Aber wie soll es weiter gehen, wie soll man seinen Traum leben, wenn er sich in Luft aufgelöst hat? Was ist, wenn die letzte Stunde gekommen ist und niemand da ist, der die Hand hält. Der Text des Liedes sagt, dass man seinen Kopf oben halten und die Dunkelheit nicht fürchten soll, weil am Ende ein goldener Himmel wartet. Was der Text allerdings nicht sagt, ist, worauf sich diese Hoffnung gründet.

In keiner Liedzeile findet sich eine Begründung dafür, dass man nie allein geht und am Ende doch alles gut wird. Und doch gibt es diese Hoffnung. Gott hat uns Menschen seine Hand gereicht. Schlagen wir ein, dann gilt: "Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!" (Matthäus 28,20). Und dann können wir auch fest damit rechnen, dass am Ende alles gut wird und tatsächlich der Himmel wartet.