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Dresdnerin entdeckt ältestes Damaskuszimmer

Restauratorin Dr. Anke Scharrahs spiegelt sich während ihrer Arbeit am Damaskuszimmer im Japanischen Palais in Dresden.
Restauratorin Dr. Anke Scharrahs spiegelt sich während ihrer Arbeit am Damaskuszimmer im Japanischen Palais in Dresden. FOTO: dpa
Dresden/Kairo. Das Damaskuszimmer aus dem New Yorker Metropolitan Museum galt lange als älteste noch erhaltene Wandvertäfelung dieser Art. Nun ist der Dresdner Restauratorin und Forscherin Anke Scharrahs der Nachweis eines noch älteren Exemplars gelungen. dpa/pb

Anke Scharrahs, die seit gut 18 Jahren das Damaszener Zimmer in Dresden restauriert, fand nun auf einer Vertäfelung aus dem Gayer-Anderson Museum in Kairo die Jahreszahl 1691-1692 vermerkt; das Zimmer in New York ist von 1707/1708. "Ein Kollege aus Kairo schickte mir 3-D-Aufnahmen von dem Zimmer. Damit konnte ich die Datierungsinschrift identifizieren", sagte Scharrahs in Dresden. Nun will sie ihre nächste Forschungsreise in die ägyptische Hauptstadt machen. Im dortigen Manial Palace soll sich noch ein zweites Damaskus-Zimmer befinden.

Damaskuszimmer - prächtig bemalte und mit verschiedenen Metallen verzierte Wand- und Deckenvertäfelungen aus Damaszener Wohnhäusern - sind wertvolle Beispiele für osmanische Innenarchitektur. Sie schmückten einst den Empfangsraum für Gäste und repräsentierten zugleich den Status des Hausbesitzers. Bei Tee und Gebäck tauschte man sich hier über Gott und die Welt aus.

Heute sind nur wenige dieser Zimmer in Sammlungen weltweit verstreut. Auch in Dresden befindet sich eine solche Vertäfelung, die derzeit noch restauriert wird.

Scharrahs gilt als weltweit führende Expertin für diese Zimmer und arbeitete unter anderem in Damaskus, New York und auf Hawaii daran. Momentan leitet sie die Arbeiten in Los Angeles und in Dresden. Das dortige Objekt islamischer Wohnkultur im Japanischen Palais, an dem sie nunmehr seit 18 Jahren arbeitet, könnte quasi zu ihrem Lebenswerk werden.