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Drei von Arnims in Bad Muskau vereint

Thomas Graf von Arnim und Restauratorin Ingrid Varga haben am Freitag die Nachbildung des Bildes von Hermann Graf von Arnim enthüllt. Das Bild hängt in der Ahnengalerie im Treppenaufgang des Neuen Schlosses.
Thomas Graf von Arnim und Restauratorin Ingrid Varga haben am Freitag die Nachbildung des Bildes von Hermann Graf von Arnim enthüllt. Das Bild hängt in der Ahnengalerie im Treppenaufgang des Neuen Schlosses. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Die Ahnengalerie im Neuen Schloss hat am Freitag Zuwachs erhalten. Den Termin hat die Stiftung genutzt, um einen Ausblick auf eine besondere Ausstellung im nächsten Jahr zu geben. Regina Weiß

Wer mehr über die Geschichte von Muskau, vom Werden und Wachsen der Standesherrschaft und den Park erfahren will, der sollte sich bereits jetzt für den 9. Juni 2018 ein dickes Kreuz in den Kalender machen. Ab diesem Samstag wird in den Sonderausstellungsräumen des Neuen Schlosses eine Exposition gezeigt, die das Wirken der von Arnims in den Mittelpunkt stellt.

Bereits seit Freitag sind die drei Standesherren im Neuen Schloss vereint. Nach Traugott Hermann Graf von Arnim-Muskau und seinem Neffen Adolf Graf von Arnim-Muskau wurde am Freitag die von Restauratorin Ingrid Varga aus Dresden angefertigte Kopie eines Porträts von Hermann Graf von Arnim enthüllt. Er hatte 1930 nach dem Tod seines Vaters als junger Mann Muskau übernommen und blieb bis 1945 der letzte Standesherr. Dass er nach der Flucht nach Thüringen im Sommer 1945 sein Schloss als ausgebrannte Ruine stehen sah, "muss für ihn ein traumatisches Erlebnis gewesen sein", schätzt die Berliner Kunsthistorikerin Agnete von Specht ein. Sie bereitet neben Mitarbeitern der Stiftung Fürst-Pückler-Park die Sonderschau vor.

Thomas Graf von Arnim erinnert sich an einen Besuch 1990, als er seinen Vorfahr Hermann Graf von Arnim in die Parkstadt begleitet. Dessen Gedankengänge waren damals klar: Die Ruine soll als Mahnung bleiben. Sicher auch deshalb, weil keiner damals ahnen konnte, in welcher Pracht Muskau wieder entstehen würde. Dass nun ihrer Geschichte eine Ausstellung gewidmet werde, erfreue die Familie sehr. "Deshalb öffnen wir auch gern unsere Alben", so Thomas von Arnim. Laut Agnete von Specht existiert ein reicher Fundus an Bildern und Korrespondenz, aus dem man schöpfen kann. Und zudem gibt es Zeitzeugen, die noch berichten können. So werde es nicht nur um die drei Standesherren gehen, sondern auch ihre Frauen, das Leben im Schloss - vom Aufziehen der Kinder über die großen Bälle bis hin zu den Konventionen, die man als adlige Familie auch einzuhalten hatte.

"Wir verlassen den Mainstream, die Pückler-Spur", freut sich Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, über das Ausstellungs-Projekt. Das auch, weil die Umbrüche des 20. Jahrhunderts vieles zerrüttet haben. Jetzt sei man froh, dass sich gute Beziehungen entwickelt haben. Die führen auch dazu, dass im Ausstellungszeitraum die von Arnims ihren Familientag in Bad Muskau verbringen werden.

Zum Thema:
Die Nachbildung des Ölgemäldes von Hermann Graf von Arnim ist 2016 von der Stiftung in Auftrag gegeben worden. Das Originalgemälde befindet sich im Besitz von Thomas Graf von Arnim. Es entstand 1934 durch den bulgarischen Künstler Nikola Michailow. Restauratorin Ingrid Varga verwies darauf, dass es sich dabei um einen bekannten Künstler handelt, der unter anderem Hofmaler des bulgarischen Zaren Ferdinand war. In den 20er- und 30er-Jahren entwickelte sich Michailow zu einem bekannten Porträtisten. Er malte unter anderem die bulgarische Zarenfamilie, Kaiser Wilhelm II., Stresemann und Hindenburg.