| 18:07 Uhr

Mulkwitz/Rohne
Drei Dörfer können beim Borstelweglauf jubeln

Gar nicht so einfach sind das Aufpusten der Luftballons und das anschließende Umpusten der Becher. Hier zeigt Luc Maluschka, was er kann.
Gar nicht so einfach sind das Aufpusten der Luftballons und das anschließende Umpusten der Becher. Hier zeigt Luc Maluschka, was er kann. FOTO: amz
Mulkwitz/Rohne. Hochbetrieb am Mulkwitzer Gerätehaus: Rund 60 Nachwuchs-Kameraden der freiwilligen Feuerwehren beteiligen sich an den Wettkämpfen. der jüngste Teilnehmer ist gerade mal fünf.

Gleich drei Dörfer haben beim neunten Borstelweglauf im Schleifer Kirchspiel gejubelt. Denn die Mannschaft der Jugendfeuerwehr Groß Düben hat gemeinsam mit Nachwuchs-Kameraden aus Schleife und Halbendorf den Ausscheid gewonnen. Den Silberrang belegen die Trebendorfer, gefolgt von den Gastgebern aus Mulkwitz und Rohne. Bei den Kidsfeuerwehren einigten sich die Organisatoren auf zwei erste Plätze, nämlich für die Teams aus Groß Düben und aus Schleife.

Mancher Einheimische dürfte sich am Sonnabendmittag wundern. Denn am Mulkwitzer Gerätehaus herrscht Hochbetrieb. Im Minutentakt treffen Feuerwehren und weitere Fahrzeuge ein. Doch weder brennt es, noch hat sich ein Verkehrsunfall ereignet. Stattdessen steigen jede Menge Kinder aus den Fahrzeugen. Insgesamt 60 Nachwuchs-Feuerwehrleute aus dem gesamten Schleifer Kirchspiel wollen beim traditionellen Borstelweglauf ihre Besten ermitteln. Gastgeber sind diesmal die Floriansjünger aus Mulkwitz und Rohne. Schließlich haben sie, so berichtet Jugendwart Cindy Slabina, den Ausscheid 2016 Jahr für sich entschieden.

Diesmal kämpfen acht Mannschaften aus fünf Dörfern im Stationsbetrieb. Unter anderem müssen die Kinder mithilfe zuvor aufgeblasener Luftballons Plastebecher umpusten. Geschicklichkeit ist auch beim Keks­essen gefragt. Das süße Gebäck muss allerdings von der Stirn ohne Hände in den Mund befördert werden.

Darüber hinaus gilt es, innerhalb möglichst kurzer Zeit Feuerwehrschläuche zusammenzukoppeln und dise dann auch wieder auseinanderzubauen. Wer Mut hat, darf sich sogar über die Struga hangeln. Köpfchen ist beim Wissensquiz gefragt. Insgesamt stehen zwölf Stationen auf dem Programm, mehrere davon im Wald zwischen Rohne und Mulkwitz.

Der jüngste Borstelweg-Teilnehmer ist Malte Besa. Gerade mal fünf Jahre zählt der geschätzt einen knappen Meter große Groß Dübener. „Ich bin seit Sommer in der Kidsfeuerwehr“, erzählt Malte stolz. „Ich durfte sogar schon im Feuerwehrauto mitfahren. Das war ein Spaß.“ Klar, dass das Kindergartenkind der Kita „Spatzennest“ in Groß Düben später mal ein „richtiger“ Feuerwehrmann werden will. Die Groß Dübener sind nach Angaben von Jugendwart Constanze Krautz mit vier Leuten aus der Jugendwehr sowie sechs aus der Kidswehr nach Mulkwitz gereist. „Wir bringen den Kindern spielerisch das Feuerwehr-Einmaleins bei“, erklärt die junge Frau.

Von der Schleifer Jugendfeuerwehr gehen Nele Dainz und Marie Schönekehs beim Borstelweglauf an den Start. „Am meisten macht mir das Knotenbinden Spaß“, erzählt die elfjährige Nele. Ihre Eltern, so berichtet sie, seien ebenfalls Kameraden.

Stefan Paulo ist indes für die Schleifer Jugendfeuerwehr zuständig. Der heute 30-Jährige hatte im Alter von neun Jahren selbst in dieser Truppe seine Feuerwehr-Karriere begonnen. „Die Ausbildung damals wie heute ist im Wesentlichen gleich. Nur die Technik ist natürlich viel moderner geworden“, zieht er einen Vergleich. Nachteilig sei, dass die Bürokratie überhandnimmt. „Früher hat ein Zettel vonseiten der Eltern ausgereicht. Heute müssen ganze Anträge ausgefüllt werden“, so Paulo.

Richard Roßberg ist erst seit diesem Jahr Mitglied der Schleifer Jugendwehr. Aber nicht mehr lange. Denn bereits anno 2018 darf der 16-Jährige nach erfolgreicher Trupp­mann-Ausbildung in die Erwachsenenwehr aufrücken. „Durch einen Werbebesuch der Schleifer Kameraden in der Schule bin ich neugierig geworden, habe dann im Internet recherchiert und mich anschließend gemeldet“, berichtet der Jugendliche.

Beim Borstelweglauf geben schließlich alle Kinder und Jugendlichen ihr Bestes. Benannt ist der Wettkampf übrigens nach dem im Jahr 2006 eröffneten Naturlehrpfad, dessen Maskottchen der Igel „Borstel“ ist. Jetzt sind die Teilnehmer gespannt, was die Kameraden des Kirchspiels Schleife im kommenden Jahr zur zehnten Auflage auf die Beine stellen werden.

(amz)