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| 13:45 Uhr

Halbendorf feiert
Dorfrocker jagen die Stimmung nach oben

 Draußen zog ein heftiges Unwetter über Halbendorf und das Festgelände, im Festzelt tat das der riesigen Stimmung keinen Abbruch. Die Dorfrocker begeisterten zwei Stunden mit ihrem Live-Konzert. Hier ein Schnappschuss mit Besucherin Susanne, die mit auf die Bühne durfte.
Draußen zog ein heftiges Unwetter über Halbendorf und das Festgelände, im Festzelt tat das der riesigen Stimmung keinen Abbruch. Die Dorfrocker begeisterten zwei Stunden mit ihrem Live-Konzert. Hier ein Schnappschuss mit Besucherin Susanne, die mit auf die Bühne durfte. FOTO: Gabi Nitsche
Halbendorf . Beim Halbendorfer Neptunfest gibt es Sahara-Feeling, einen Gewitterguss und Verrückte beim Badewannenrennen. Von Gabi Nitsche

Draußen tobte das Unwetter, im großen Festzelt die Dorfrocker und ihre Fans. Die Stimmung ungebrochen und einfach toll beim zweistündigen Live-Konzert des fränkischen Brüder-Trios und deren Band. Markus, Tobi und Philipp brauchten einen ihrer rockigen Gassenhauer nur kurz anstimmen, dann gröllten die „Dorfkinder“ alle mit. Stimmung ähnlich der beim „Bierkönig“ auf Malle, wo die Jungs diesen Sommer besonders gefeiert werden mit bekannten Liedern und ihrem neuen Hit „Engelbert Strauss“. Den Dorfrockern gefiel es in Halbendorf, sie würden auch ein drittes Mal wiederkommen, versicherten sie den Fans.

Neptunfest 2019 am Halbendorfer See FOTO: Gabi Nitsche

Das Konzert war der krönende Abschluss eines vollgepackten Programms am Samstag. Nach kurzer Nacht – Stichwort Nep-Tun.ES on Friday DJs – begann das Beachhandball-Turnier. Und da Petrus es sehr gut meinte, seinen Kumpel Neptun bestens unterstützte, war echtes Strand-Feeling angesagt. Das wünschten sich dann auch am Mittag die Fans beim Trabicross. Sahara-Feeling.

 Die Groß Dübener Pappenfahrer vom Team Fullinger zeigen, wie man es macht. Staubige Angelegenheit.
Die Groß Dübener Pappenfahrer vom Team Fullinger zeigen, wie man es macht. Staubige Angelegenheit. FOTO: Gabi Nitsche

Der von den überdachten Zündkerzen im Parcours aufgewirbelte Staub war nicht beherrschbar. Er drang aber auch durch jede Ritze. Da sollte Mann oder Frau den Mund besser nicht so weit aufreißen. Aber egal, mitgefangen, mitgehangen. Der Spaßfaktor überwog. Und die 13 Starterteams, damit genauso viele wie vor einem Jahr, machten den 20. Trabicross zum Erfolg. „Hauptsache, er läuft und ist noch als Trabi erkennbar“ – so die Idee, die hinter dem Gaudi steckt, erinnerte Rainer Marusch und fügt an: „Inzwischen ist viel modifiziert worden, wir sehen Trabis, die mal kürzer, mal länger als das Original aussehen“.

 Die erfolgreichsten drei Teams von 13 gestarteten: Platz 1 Team Fullinger, Platz 2 Team Crazy und Platz 3 Die Klimakiller
Die erfolgreichsten drei Teams von 13 gestarteten: Platz 1 Team Fullinger, Platz 2 Team Crazy und Platz 3 Die Klimakiller FOTO: Gabi Nitsche

Das Oval, präpariert von Mitgliedern des Halbendorfer Vereins historischer Land- und Feuerwehrtechnik, ist schon immer wieder eine Herausforderung für Mensch und Material. Marusch: „Wir haben schon etliche Ersatzteile auf der Strecke gefunden.“ Kurvig, mit Wasserloch- und Wippen-Hindernis, Rückwärtsfahren, Slalomstrecke, Zielspritzen, Sandsack-Stopp – da sollte man sich schon mit einem Trabi auskennen. Am Samstag gelang das am Allerbesten dem Team Fullinger aus Groß Düben mit dem erfahrenen Pappenfahrer Thomas Ruhland am Lenkrad und Manuel Noack als flinker Beifahrer.

 Seit mehreren Jahren helfen die Jetski-Piloten um Dirk Lehmann vom Partwitzer See dem Neptunfest zum Erfolg.
Seit mehreren Jahren helfen die Jetski-Piloten um Dirk Lehmann vom Partwitzer See dem Neptunfest zum Erfolg. FOTO: Gabi Nitsche

„Ich bin heute Ersatzfahrer, weil der eigentliche Beifahrer Christoph Pulmann arbeiten muss“, erklärt Manuel Noack. Die beiden freuen sich mächtig über ihren Sieg. „Wir sind schon seit Jahren dabei und schon oft auf einem Podestplatz, aber der erste Platz ist topp“, so Pappenfahrer Thomas. 1987er-Baujahr ist ihr Trabi vor sechs Jahren wiederaufgebaut worden.

 Die Tümpeltaucher erhalten die Glückwünsche für den ersten Platz beim Badewannenrennen.
Die Tümpeltaucher erhalten die Glückwünsche für den ersten Platz beim Badewannenrennen. FOTO: Gabi Nitsche

Wenn am 25. August zum ersten Mal in Groß Düben ein Trabicross stattfindet im Rahmen des Dorffestes, dann ist das Team Fullinger natürlich am Start. Genau wie Chäry und Brändy – Isabell Aurich und Juliett Paulick. Als einziges Damen-Team galt ihnen Samstag großartige Anerkennung.

 Mit 65 km/h ist dieser Wasserski-Sportler aus Fulda auf dem Wasser unterwegs und bremst mit den blanken Füßen.
Mit 65 km/h ist dieser Wasserski-Sportler aus Fulda auf dem Wasser unterwegs und bremst mit den blanken Füßen. FOTO: Gabi Nitsche

Und als sich ihr gelb-blauer Trabi kurz vor der Wippe festgefahren hatte, machten die Männer flinke Füße und ließen die Muskelns spielen, schoben den fahrbaren Untersetzer an. Über den Silberplatz am Samstag freute sich das Team Crazy, die Klimakiller aus Köbeln erreichten den Bronzeplatz.

 Prisca reiste aus Lengefeld im Erzgebirge an und landete beim Badewannenrennen mit ihrem Einhorn auf den 5. Platz.
Prisca reiste aus Lengefeld im Erzgebirge an und landete beim Badewannenrennen mit ihrem Einhorn auf den 5. Platz. FOTO: Gabi Nitsche

Wer an solchen Gaudi-Wettbewerben teilnimmt, muss schon ein bisschen verrückt sein. Stichwort Badewanne. Da kennt die Kreativität kaum Grenzen, was die schwimmenden Kisten angeht.

Dieses Mal dabei eine nachempfundene Aida – unverkennbar an der äußeren Deko. Doch den Vergleich mit dem realen Kreuzfahrtschiff hielt die Variante Halbendorf-Scheffler nicht stand. An der „Hafenausfahrt“ versagte sie schon ihren Dienst. Die meisten Blicke zog aber die „Durchgeknallte Elfe mit ihrem Einhorn“ an. Die 16-jährige Prisca aus Lengefeld im Erzgebirge „ritt“ mit dem magischen Pony über den See. Ihr Opa Dietmar und die Enkelin hatten auf einer Internetseite von dem Wettbewerb in Halbendorf erfahren. Seit das Mädchen fünf ist, ist sie bei solchen Gaudi-Dingen am Start. „Opa und ich haben die Ideen, Opa baut, Mutti transportiert uns zu den Orten“, erzählt die Jugendliche. So „verrückt“ fuhren sie Samstag mal schnell 190 Kilometer her und zurück.

„Denn morgen will ich in Annaberg Buchholz bei einem Wettbewerb starten.“ Vielleicht erhält ja ihre Pokalsammlung dort Zuwachs. In Halbendorf reichte es nicht dafür, aber für die Auszeichnung als schönstes Gefährt. Doch ohne einen Kuss auf Neptuns Flosse gab es keine Urkunde.

Die Wasserski-Showgruppe Pharao aus Fuldabrück Bergshausen war mit rund 30 Mitgliedern nach Halbendorf gekommen und zeigte bei den Shows am Samstagnachmittag sowie dann am späten Abend ihr exzellentes Können.  

Auf Wasserski und im Schlepp der rasanten Motorboote, die mächtig Power hatten, Pyramiden bilden und akrobatische Kunststücke zeigen – Hut ab!

Dass sie ihre Sportgeräte beherrschen, das beweisen die Jetski-Piloten vom Partwitzer See und vom Team Wolfi nicht das erste Mal beim Neptunfest. Den Zuschauern, die vom Ufer aus die Bravourleistungen bewunderten, gefiels. Genau wie das Höhenfeuerwerk am späten Abend.

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