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| 18:10 Uhr

Eissport
Unrat unter den Sitzen und der Boden klebt

Weißwasser.. Im Weißwasseraner Bauausschuss ist über den verschmutzten Zustand der Eisarena diskutiert worden. Von Christian Köhler
Christian Köhler

Als sich Wilfried Hänel, sachkundiger Bürger im Weißwasseraner Bauausschuss, zu Wort meldet, spricht er wohl einigen Zuschauern der Blöcke T, S und R vom Füchse-Heimspiel am vergangenen Sonntag aus dem Herzen: „Die Eishalle beim vergangenen Heimspiel war dreckig“, sagt er. Es habe am Fußboden geklebt und sich allerlei Unrat unter den Sitzen angesammelt. Er fragt: „Macht dort niemand sauber?“ Für die Feststellung erntet er Zustimmung bei einigen Räten. „Das ist mir auch aufgefallen“, erinnert sich Andreas Kaulfuß (CDU). Auch der Zustand der Eisfläche beim Freilauf am vergangenen Wochenende sei alles andere als optimal gewesen, so Hänel. Offenbar, so mutmaßt der Weißwasseraner, sei die Eismaschine zuvor nicht im Einsatz gewesen. „Wir verlangen von den Nutzern Geld für den Freilauf und da möchte das schon ordentlich sein“, sagt Wilfried Hänel.

Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) vermutet, dass vor dem Spiel der Füchse die Halle anderweitig genutzt wurde, etwa vom Nachwuchs des Eissports (ESW). „Und die Stadt wird nicht für den ESW die Eisarena reinigen“, sagt Pötzsch. Offenbar streitet sich das Rathaus mit dem Verein darüber, wer die Arena nach den Nachwuchsspielen reinigt. „Man muss wissen, dass eine Reinigung einige Tausend Euro kostet“, argumentiert Pötzsch, „und wir als Stadt haben nicht die Mittel, die Halle ständig reinigen zu lassen“.

Erst vor dem Länderspiel Ende der vergangenen Saison seien Mitarbeiter der Stadtverwaltung durch die Eisarena mit Schrubber und Lappen gegangen, damit alles für den DEB hergerichtet ist. Das gehe aber nicht jeden Tag, so Pötzsch. Klartext-Stadtrat Detlef Wolsch, der auch im ESW-Vorstand sitzt, pocht darauf, „dass die Stadt Eismeister beschäftigt, die eben dann auch das Hausrecht durchsetzen müssen, wenn sich jemand daneben benimmt“. Wolsch sieht bei einigen Zuschauern keine gute Kinderstube, etwa wenn die Beine auf den Sitzen sind oder der Müll achtlos herumgeworfen wird. „Ich sehe da die Stadt in der Pflicht“, sagt er.

„Ich habe vor dem vergangenen Spiel extra den oberen Bereich noch einmal durchwischen lassen“, erklärt wiederum Eisarena-Leiter Milton Tauche auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Beschwerden über Schmutz seien ihm am vergangenen Sonntag nicht zugetragen worden. An jenem Wochentag nämlich werden meist mehrere Spiele vor den Füchse-Profis durchgeführt – und auch diese Spiele haben einige Zuschauer. Es werde sich also, so Tauche, „nicht zu 100 Prozent verhindern lassen, dass die Eisarena an einigen Stellen nicht ganz sauber ist“. Zumal die Stadt neue Absperrbanner angeschafft hat, sodass nicht der komplette Zuschauerbereich für Spiele des Nachwuchses oder der Muskauer Bombers für Gäste offen steht. „Das schreckt schon ab, sich in Bereichen aufzuhalten, die eigentlich nicht zugänglich sein sollen“, stellt Milton Tauche klar. Früher habe es da mehr Probleme gegeben, gesteht er. Zumal der EHC Lausitzer Füchse nach jedem Heimspiel die Eisarena einmal komplett reinigen lässt, erklärt Milton Tauche. Auch er sieht aber vor allem die Zuschauer in der Pflicht, die oftmals vor den Augen der Kleinsten die Füße auf die hellen Sitze legen oder leere Getränkebecher nicht entsorgen.