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| 16:59 Uhr

Weißwasser
Weihnachtsmarkt: Standort-Diskussion flammt wieder auf

Fand der Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr auf dem Markt statt, ist diesmal die Telux als Standort ausgewählt worden.
Fand der Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr auf dem Markt statt, ist diesmal die Telux als Standort ausgewählt worden. FOTO: Joachim Rehle
Weißwasser. Der Weißwasseraner Stadtverein will die Veranstaltung in der Telux durchziehen. Von Torsten Richter-Zippack

Eigentlich scheint alles klar: Der Weißwasseraner Weihnachtsmarkt 2018 soll vom 7. bis 9. Dezember auf dem Telux-Gelände stattfinden. Darüber ist bereits während einer Versammlung im September informiert worden. Zu der hatte der Stadtverein alle Bürger eingeladen. Allein, es kamen nur 20 Gäste. Jetzt bringt Stadtrat Andreas Kaulfuß (CDU) allerdings zwei weitere Standorte ins Gespräch: Während der jüngsten Stadtratssitzung schlug der Abgeordnete sowohl den Marktplatz als auch den Vorplatz des Busbahnhofes vor. Beide Ensembles, so argumentiert Kaulfuß, seien aufwendig saniert, würden aber nur sehr bedingt für Veranstaltungen genutzt. Stattdessen solle der Weihnachtsmarkt auf dem alten Fabrikgelände der Telux stattfinden. „Das sehen die Bürger anders“, sagt Kaulfuß. Er berichtet von massiven Bedenken, die verschiedene Leute in diversen sozialen Netzwerken mitteilen.

Ina Kokel, Referatsleiterin Soziales und Ordnung im Rathaus, bringt der Vorstoß von Andreas Kaulfuß in Rage: „Die Mehrheit der Akteure hat sich zum Standort Telux bekannt. Es ist nicht hilfreich, jetzt eine neue Diskussion aufzumachen. Das spaltet nur wieder die Stadt. Zudem ist die Vorbereitungszeit für den diesjährigen Weihnachtsmarkt extrem kurz.“

Frank Schwarzkopf, Vorsitzender des Stadtvereins als Organisator des Marktes, sagt, dass er von Andreas Kaulfuß nicht einen substanziellen Ansatz gehört habe, warum der Weihnachtsmarkt auf dem Markt oder am Busbahnhof stattfinden solle. Letztendlich seien diese beiden Standorte ungeeignet. Das habe eine entsprechende Untersuchung ergeben. Insbesondere die Windanfälligkeit sei problematisch. Bereits im Dezember 2013 musste der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz aufgrund des Sturmtiefs „Xaver“ abgesagt werden.

„Der Weihnachtsmarkt in der Telux ist ein Test“, stellt Frank Schwarzkopf klar. Ob es dort in den kommenden Jahren eine Fortführung geben könnte, sei zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen. Der Weißwasseraner Weihnachtsmarkt hatte in den anderthalb Jahrzehnten, in denen er vom Stadtverein auf die Beine gestellt wird, bereits mehrere Standorte. „Für jeden Ort gibt es Vor- und Nachteile. Für uns ist dabei die Sicherheit der Besucher entscheidend. Und die sehen wir in der Telux am höchsten“, argumentiert Schwarzkopf. Mehr noch: „Wir sind doch nicht bei ,Wünsch Dir was’. Wir müssen stattdessen Prioritäten setzen.“ Schließlich werde der Markt von Ehrenamtlichen aufgebaut. Und die hätten bei einem absperrbaren Gebiet wie der Telux schlicht mehr Zeit dafür.

Indes ist der Stadtverein an das Weißwasseraner Rathaus mit der Bitte nach finanzieller Unterstützung herangetreten. „Es geht dabei um einen möglichen Fehlbedarf von 9900 Euro“, erklärt Frank Schwarzkopf. Allerdings könne erst nach dem Weihnachtsmarkt gesagt werden, ob dieser Betrag in Anspruch genommen werden müsse, zum Teil oder auch gar nicht. „Je nachdem, wie die Veranstaltung läuft“, begründet Schwarzkopf. Er erhofft sich zur erbetenen Summe eine Entscheidung bis zur Stadtratssitzung Ende Oktober. Allerdings hat die Glasmacherstadt bis heute keinen genehmigten Haushalt für das Jahr 2018

Rückenwind erhält Frank Schwarzkopf von Stadtrat Timo Schutza (Klartext), der ebenfalls Mitglied im Stadtverein ist und als Mitarbeiter des Vereins mobile Jugendarbeit und Soziokultur in der Telux sitzt: „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“, erklärt Schutza. Die Weißwasseraner sollten froh sein, dass sich erneut der Stadtverein bereit erklärt habe, den Weihnachtsmarkt zu organisieren. Die Telux sei als Standort völlig unproblematisch. „Am Tisch beim Treffen, als es um den Weihnachtsmarkt ging, haben ohnehin die aktivsten Leute der Stadt gesessen“, fügt Schutza an, „und wenn die sich für die Telux aussprechen, dann ist das so.“ Er habe kein Problem damit, wenn jemand sagt, er organisiere und führe den Weihnachtsmarkt selber durch. „Aber wer soll das machen“, fragt Schutza in Richtung Kaulfuß, der darauf auch keine Antwort hat.

Indes soll der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr noch mehr auf Kinder und Familien zugeschnitten werden. Die Protagonisten liebäugeln unter anderem mit einer Bimmelbahn. Ob diese tatsächlich über das Telux-Gelände fahren wird, sei noch unklar. Denn auch diese Attraktion koste Geld, stellt Frank Schwarzkopf klar.