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Löbau
Aus altem Kiosk soll Szenetreff werden

Ein Kiosk als Anker: Von hier aus will der Verein „Löbaulebt“ seinen Beitrag zur Stadtbelebung leisten.
Ein Kiosk als Anker: Von hier aus will der Verein „Löbaulebt“ seinen Beitrag zur Stadtbelebung leisten. FOTO: Uwe Menschner
Löbau. Der Verein „Löbaulebt“ hat knapp zwei Jahre nach seiner Gründung Fahrt aufgenommen. Er arbeitet an einem konkreten Projekt zur Stadtbelebung. Jetzt muss erst einmal in Bauarbeiten investiert werden. Von Uwe Menschner

Die jungen Macher von „Löbaulebt“ wollen einen alten Kiosk, der lange leer stand, wieder zu einem Treffpunkt in der Stadt machen. Dabei ist an Kleinkunst ebenso gedacht wie an Diskussionen und Aktionen.

Vor einem Jahr hat sich die Initiative das Ziel gesetzt, „ein ganz konkretes, leer stehendes Gebäude zu reaktivieren und rege zu nutzen“. Diese Idee war aus der Erkenntnis entstanden, dass „rein theoretische Gedankenspiele ohne praktischen Nutzen kaum Anreiz zur Teilnahme bieten“. Oder anders formuliert: Konzepte und Studien liegen schon ausreichend in den Schubladen – lasst uns etwas Sichtbares schaffen.

Heute nun ist die Initiative, aus der zwischenzeitlich ein eingetragener Verein geworden ist, auf diesem Weg ein ganzes Stück vorangekommen. Das Objekt der Begierde ist gefunden: Es handelt sich um den zwei Mal zwei Meter großen Kiosk in der Nähe der Nikolaikirche. Er diente im Laufe von mehr als 60 Jahren verschiedenen Zwecken. Zuletzt stand er leer. „Der Kiosk scheint immer noch sehr stark im Bewusstsein der Löbauer als Verkaufsort und Treffpunkt verankert zu sein. Die angedachte Nutzung des Kiosk soll genau diesen Aspekt des Treffpunktes aufnehmen und einen Ort der Begegnung für Löbauer Bürger erschaffen“, heißt es in der entsprechenden Konzeption des Vereins.

Dieser übernahm Anfang 2017 das Gebäude per Nutzungsvertrag von der Stadt Löbau und legte los. Bereits im Frühjahr hatte „Löbaulebt“ mehr als 5600 Euro über eine Crowdfundingaktion gesammelt, die in die Sanierung fließen sollen. „Reparaturen stehen an allen Ecken und Enden an: Der Boden muss erneuert werden, Fenster und Rollläden werden neu eingebaut, die Simse müssen restauriert werden und das Dach neu gedeckt. Und im Innenbereich sieht es nicht viel besser aus“, beschreibt Vereinsvorsitzender René Seidel den aktuellen Zustand.

Bis zum Frühjahr 2019 soll der Kiosk hergerichtet sein. Unter der Bezeichnung „Szenetreff N°1“ soll es „Wurst und Bier, Kunst und Krempel, Austausch und Diskussionen“ geben“, so René Seidel. Der Ideen gibt es viele: eine kleine Bibliothek, auf die ein Schiebefenster den Zugriff ermöglicht; ein Schaukasten, in dem Vereine ihre Bekanntmachungen publizieren können oder künstlerische Angebote für Kinder.

Auch an eine Kleinkunstbühne und „Speakers Corner“ nach dem Vorbild des Londoner Hyde-Park ist gedacht. „Als kleine Bühne dient ein mitgebrachter Bierkasten oder eine Leiter. Von dort aus finden kleine Lesungen, Konzerte oder Vorträge statt, die jeder hören kann,der anhalten möchte“, so René Seidel. Aus dem Kiosk heraus sollen Filme auf eine Leinwand projiziert werden – ebenfalls als kostenfreies, spontanes und freiwilliges Angebot. „Der Kiosk kann zu einem Pilotprojekt für die Stadt werden. Neben Spenden ist aber vor allem der Wille der Bürger der Stadt notwendig, um diese neuen Wege zu akzeptieren“, resümiert der Vereinsvorsitzende.