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| 17:00 Uhr

Dienstleistungen
Dienstreise für Kleingeld nötig

Die Sparkasse in Bad Muskau: Auch sie hat ab 1. Juli nur noch zwei Tage in der Woche geöffnet.
Die Sparkasse in Bad Muskau: Auch sie hat ab 1. Juli nur noch zwei Tage in der Woche geöffnet. FOTO: Regina Weiß
Rietschen/Bad Muskau. Bürgermeister der Region kritisieren in einem Schreiben an die Sparkasse deren neues Kassenkonzept. Von Regina Weiß

Kommunen wie Rothenburg, Rietschen oder Bad Muskau haben einen Kassenverkehr, wo Bürger für den neuen Ausweis, das Knöllchen oder die Friedhofsgebühr Einzahlungen tätigen können. Das Geld kommt später auf die Bank. Ist künftig Münzgeld dabei, haben die Kommunen Dienstreisen zu machen. Entweder sie fahren zur Filiale der Sparkasse nach Weißwasser oder nach Niesky, um dort ihre Münzen los zu werden. „Mit Veränderung der Öffnungszeiten ab dem 1. Juli 2018 wird auch das Kassenkonzept angepasst. Eine Einzahlung von Münzen ist ab dann nur noch in den Großfilialen Niesky und Weißwasser möglich. Dort gibt es auch entsprechende Münzeinzahlautomaten“, bestätigt Vivien Gneuß, Pressesprecherin der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien auf Nachfrage der RUNDSCHAU.

Das Thema beschäftigt nicht nur die Kommunen, sondern auch die Vereine, wie jüngst bei der Diskussion zum Thema im Gemeinderat in Rietschen deutlich wurde. es ist nicht das einzige Thema, was die Räte in diesem Zusammenhang umtreibt. Die Ankündigung des Geld­instituts, die Filiale in Rietschen ab dem 1. Juli nur noch an zwei Tagen in der Woche zu öffnen – wie auch die in Bad Muskau und Kodersdorf beispielsweise – sorgt bei Torsten Lorenscheit für die Kritik. „Die Sparkasse hat einen öffentlichen Auftrag. Nehmen wir das so einfach hin?“, wollte er wissen. Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos) verwies auf die schwierigen Rahmenbedingungen und das man auch froh sein könne, dass die Filiale überhaupt im Dorf bleibe.

Mittlerweile ist er mit seinen Bürgermeisterkollegen aktiv geworden. Im Namen der Gemeindechefs von Bad Muskau, Bernstadt, Ostritz, Rothenburg, Mücka und Krauschwitz fordert der Rietschener, dass die Sparkasse ihre Dienstleistungen erhalten soll. „Dabei geht es zum Beispiel um die Entgegennahme von Münzbargeld und die Auszahlung von Geldbeträgen an den Schaltern“, heißt es in einem Brief, der zum Vorstand nach Zittau gesandt worden ist.

Kritisiert wird, dass die Sparkasse, nachdem sie angekündigt hatte, ihre Öffnungszeiten zu reduzieren, im Nachgang den Kunden erklärt habe, dass zusätzlich Dienstleistungen entfallen sollen. „Gerade für kleine Gewerbebetriebe und Vereine sei die Einzahlung und Auszahlung von Münzgeld wichtig“, erklären die Bürgermeister in ihrem Schreiben und wie beschrieben seien auch sie selbst  auf das bisherige Angebot angewiesen. Auch die Abhebung von Bargeld am Schalter sei eine wichtige Dienstleistung, die gerade von älteren Bürgern genutzt werde. Ein alleiniger Verweis auf den Geldautomaten erfüllt diesen Anspruch nicht, heißt es in der Pressemitteilung. Ralf Brehmer weiß, das die älteren Bürger den Schalter wegen der Sicherheit und des Vertrauens gern genutzt haben. „Was nun kommt, ist keine altersgerechte Lösung“, unterstreicht Brehmer im Gespräch mit der RUNDSCHAU.

Von der Sparkasse heißt es dazu: „Das Anschreiben der Bürgermeister haben wir erhalten und werden dieses entsprechend beantworten. Aktuell arbeiten wir an einem alternativen Angebot, zu dem wir aktuell jedoch noch keine Auskunft geben können.“