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| 17:44 Uhr

Neu im Ehrenamt
Dienstleister für die Einwohner

Waldemar Locke ist Mittwoch als Bürgermeister vereidigt worden.
Waldemar Locke ist Mittwoch als Bürgermeister vereidigt worden. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Trebendorf. Seit 8. Dezember ist Waldemar Locke (CDU) neuer Bürgermeister der Gemeinde Trebendorf. Mittwoch hatte er Premiere, was Ratssitzungen unter seiner Leitung angeht. Die Erwartungen an ihn sind groß. Aber ebenso die, die der Mühlroser an sich selbst hat. Von Gabi Nitsche

 Die Ratsarbeit ansich ist Waldemar Locke nicht unbekannt. Seit vielen Jahren gehört der Mühlroser dem Gemeinderat Trebendorf an. Doch nun kommt ihm eine ganz andere Sicht auf die Runde zu – vom Chefsessel aus sozusagen ist es an ihm, die Regie zu führen. Wer wäre da beim ersten Mal nicht etwas aufgeregt?

Kurz nach 19 Uhr am Mittwochabend im Versammlungsraum im Haus der Vereine wollte Waldemar Locke die Sitzung eröffnen. „Wo ist denn die Glocke?“, blickte er suchend auf den Tisch. Nichts da mit Glocke, das war wohl eine personengebundene von Vorgängerin Kerstin Antonius. So griff er sich kurzerhand einen Stift und schlug mehrmals gegen ein Glas. Minuten später war Waldemar Lockes Vereidigung Geschichte.

Respektvoll und ungeduldig sowie voller Zuversicht und Freude nehme er die neue Rolle an und wolle mit ganzer Kraft die Chance nutzen, die zugleich eine große Herausforderung sei. Waldemar Locke betonte, er sehe sich als Dienstleister für die Bürger. Aber nicht jeder Wunsch lasse sich erfüllen. Schon aufgrund der Haushaltssituation nicht. Und persönliche Wünsche würden nicht immer im Einklang stehen mit den kommunalen. Die Verwaltung in Schleife – Trebendorf bildet mit Schleife und Groß Düben eine Verwaltungsgemeinschaft – sieht der neue Bürgermeister als Ort, wo Bürger Beratung und Hilfe bekommen. Konstruktiv sollte die Zusammenarbeit sein, auch streitbar, aber immer mit dem Ziel, eine Lösung zu finden, wandte sich Waldemar Locke an die Räte. „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“, zitierte der Mühlroser schmunzelnd Goethe.

Den Tag seines Dienstantritts am 8. Dezember hatte Waldemar Locke bewusst mit den Jüngsten aus der Gemeinde teilen wollen. Er besuchte die Kita Lutki, berichtete er am Mittwoch, und wird die strahlenden Gesichter nicht vergessen, als er einen Bastel-Gutschein überreichte.

Seinen zweiten „Auftritt“, wie der Bürgermeister sagte, erlebte er in neuer Verantwortung in der Bürgerversammlung seines Heimatdorfes, als die Befragung zum Umsiedlungsstandort ausgewertet wurde. Nummer drei brachte der Gemeinde viel Geld. Mit den Bürgermeister-Kollegen nahm Waldemar Locke in Berlin den Förderbescheid über knapp 193 000 Euro für den Breitbandausbau entgegen.

„Ich hoffe, dass gesprochene Wort gilt von Sachsens neuem Ministerpräsidenten und es wird auf 100 Prozent aufgestockt.“ Das würde Trebendorf fast 40 000 Euro Eigenmittel sparen. Denn für den Ausbau braucht Trebendorf mindestens 396 000 Euro. Neben obiger Summe vom Bund sind knapp 155 000 Euro vom Land angekündigt, der Bescheid steht noch aus. Und dann kämen eben noch die bisherigen Eigenmittel dazu.

Ginge es nach Locke, würde er bei einer 100-prozentigen Förderung auch in Mühlrose gern auf Glasfaser für schnelles Internet setzen und nicht, wie es die externen Gutachter favorisieren, auf das Vectoring-Verfahren. Das sei laut Bundesministerium nicht ausreichend auf lange Sicht. Aber Mühlorse soll doch umgesiedelt werden, hieß es in der Runde. Bestehe da nicht die Gefahr, dass die Gemeinde das Fördergeld zurückzahlen müsste? Darauf möchte Tilo Niemz eine Antwort. Bürgermeister Locke verneinte das. Er könne sich das nicht vorstellen, denn die Gemeinde verursache ja die Umsiedlung nicht. Er werde das aber in der Verhandlungsgruppe mit der Leag zum Thema machen, kündigte Locke an. Niemz würde es beim preiswerteren Vectoring für Mühlrose belassen, sagte er. Waldemar Locke hob warnend die Hände und machte klar, dass die Umsiedlung längst nicht in trockenen Tüchern sei. Es gebe noch keine unterschriebenen Verträge und so weiter. Seit 20 Jahren werde über Mühlroses Umsiedlung gesprochen, und noch immer ist der Ort da, wo er schon immer war. Man müsse vorsichtig sein. „Wir werden die Möglichkeit nicht verschlafen“, was den zukunftssicheren Breitbandausbau angeht, so Locke.

Dass die Erwartungen an ihn groß sind, aber seine an sich selbst ebenso, zeigte sich Mittwochabend bei den verschiedenen Tagesordnungspunkten deutlich.

Ariane Kraink wünschte dem neuen Bürgermeister im Namen des Gemeinderates gutes Gelingen zum Wohle der Gemeinde.
Ariane Kraink wünschte dem neuen Bürgermeister im Namen des Gemeinderates gutes Gelingen zum Wohle der Gemeinde. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Von der Bergbau-Seelsorgerin Antje Schröcke gab es für den neuen und so eben vereidigten Bürgermeister Waldemar Locke eine "Hoffnungstasse". Foto: ni
Von der Bergbau-Seelsorgerin Antje Schröcke gab es für den neuen und so eben vereidigten Bürgermeister Waldemar Locke eine "Hoffnungstasse". Foto: ni FOTO: Gabi Nitsche / LR