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| 03:06 Uhr

Die Waldeisenbahn in Miniatur

Bevor die Waldeisenbahn-Anlage in Weißwasser zu sehen ist, wurde das Modell nochmals zur Sommerausstellung des Neupetershainer Modellbahn-, Modellbau- und Puppenvereins präsentiert. Dabei erwies sich Dankward Mönnig (r.), Vereins-Chef und Schöpfer der Anlage, als souveräner Erklärer.
Bevor die Waldeisenbahn-Anlage in Weißwasser zu sehen ist, wurde das Modell nochmals zur Sommerausstellung des Neupetershainer Modellbahn-, Modellbau- und Puppenvereins präsentiert. Dabei erwies sich Dankward Mönnig (r.), Vereins-Chef und Schöpfer der Anlage, als souveräner Erklärer. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Neupetershain/Weißwasser. "Modell trifft Original" heißt es am 6. und 7. September auf dem Festgelände des Museums-Bahnhofes in Weißwasser. Mitglieder der Waldeisenbahn Muskau bitten dort zum großen "Wald-Bahn-Fest" und zu einem Novum: Erstmals können Besucher den Miniatur-Nachbau des nostalgischen Weißwasseraner Bahnhofsgeländes an der Teichstraße bestaunen. Uwe Hegewald / uhd1

Das Modell des Bahnhofs der Waldeisenbahn Muskau haben die Bastler des Modellbahn-, Modellbau- und Puppenvereins Neupetershain (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) gebaut. Ihr Vorsitzender, Dankward Mönnig, gilt als der geistige Vater, Projektant und Baumeister der Modellbahnanlage, die das Areal um den Bahnhof in Weißwasser zeigt.

Zehn Meter Länge und 2,5 Meter Breite misst die Anlage, mit deren Bau der Neupetershainer im Januar 2013 begonnen hat. "Der entscheidende Anstoß, das Objekt nachzubauen, kam bei einem länger zurückliegenden Besuch in Weißwasser", blickt Dankward Mönnig an die Anfänge zurück. "Unser Modellbahnverein war seinerzeit mit einer Anlage zu Besuch bei den sächsischen Waldeisenbahnern."

Bis heute schwärmt der Neupetershainer (Modell-)Bahn-Chef "von der einzigartigen Atmosphäre und den rührigen Muskauer und Weißwasseraner Bahnleuten". Man sei im Geiste verwandt - mit dem kleinen Unterschied, dass die Neupetershainer Herzen für Modellanlagen schlagen.

Um möglichst nah am Original zu sein, reiste eine Delegation nochmals im März dieses Jahres zu Fotoaufnahmen nach Weißwasser. Am Beispiel des ehemaligen Heizwerkes erklärt Mönnig die Notwendigkeit der Detailsuche: "Die verwaiste alte Fabrik besitzt zum Beispiel Dutzende Fenster, die selbstverständlich am Modell nicht fehlen dürfen. Nach Vorlage wurden die Fassaden schließlich am Computer erstellt und mittels Laser nachgefertigt", erzählt er.

Inzwischen gastierten die Neupetershainer mit ihrer acht Segmente umfassenden Anlage bereits auf Ausstellungen in Bremen, Berlin und Magdeburg, bevor es am 6. und 7. September nach Weißwasser geht. "Wir fahren quasi mit der Waldeisenbahn zur Waldeisenbahn", scherzt Dankward Mönnig.

Er hat eine amüsante Messe-Begebenheit in Erinnerung behalten und erzählt: So sei bei der Ausstellung in Bremen ein Gast an die Anlage herangetreten, der den Weißwasseraner Bahnhof sofort wiedererkannte. "Hier hatten wir unser Auto geparkt, in dem Gebäude Kaffee getrunken und dort den nostalgischen Zügen hinterhergeschaut", soll der Besucher mit über die Anlage wanderndem Zeigefinger erklärt haben.

Bei der Entscheidung zum Modellmaßstab fiel die Wahl auf die eher seltene Spur 0e, was insbesondere auf finanzielle Bewegungen beim "rollenden Material" zurückzuführen ist. Dazu der Neupetershainer Modelleisenbahner: "Mussten früher für Loks bis zu 200 Euro und für Waggons bis zu 40 Euro hingeblättert werden, so sind die Miniatur-Schienenfahrzeuge heute mit rund 50 Euro (Loks) und zehn Euro (Waggons) übers Internet relativ erschwinglich", so Mönnig.

Die Investitionen dürften auch den Besuchern des großen Wald-Bahn-Festes am ersten Septemberwochenende in Weißwasser erfreuen, sind es doch gerade die rollenden Züge, die den Charme von Modelleisenbahn-Anlagen ausmachen.